Selendioxid

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Strukturformel
Struktur von Selendioxid
Allgemeines
Name Selendioxid
Andere Namen
  • Selen(IV)-oxid
  • Selenigsäureanhydrid
Summenformel SeO2
CAS-Nummer 7446-08-4
PubChem 24007
Kurzbeschreibung

weiße, hygroskopische Nadeln[1]

Eigenschaften
Molare Masse 110,96 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,95 g·cm−3 (15 °C)[2]

Sublimationspunkt

315 °C[2]

Dampfdruck

16 hPa (70 °C)[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser (384 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331-301-373-410
P: 273-​309+310-​304+340-​314 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 23/25-33-50/53
S: (1/2)-20/21-28-45-60-61
MAK

0,05 mg·m−3[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Selendioxid (SeO2) ist ein Feststoff, der ab 315 °C sublimiert.[2] Es bildet sich z. B. bei der Verbrennung von elementarem Selen (Se) mit Sauerstoff.

Andere Oxide des Selens sind Selenmonoxid (SeO) und Selentrioxid (SeO3).

Eigenschaften

Selendioxid bildet glänzende, weiße, sublimierbare Nadeln. Beim Erhitzen unter Druck bildet sich eine orangegelbe Schmelze.

Selendioxid ist gut wasserlöslich und wirkt hygroskopisch. Mit Wasser bildet es dabei selenige Säure (H2SeO3), eine mittelstarke Säure, deren Salze Selenite oder Oxoselenate(IV) genannt werden. Diese wirkt weniger reduzierend als die verwandte schweflige Säure, im sauren Milieu ist sie dagegen ein Oxidationsmittel:

$ \mathrm{\ H_2 SeO_3 + 4\ H^+ + 4\ e^- \rightleftharpoons\ Se + 3\ H_2 O \qquad \mathit{E}^\circ = +0,74\ V \quad (pH = 0)} $

Ebenso leicht löslich ist Selendioxid in Alkohol und konzentrierter Schwefelsäure.

Mit konzentrierten, starken Säuren kann Selendioxid hydrolyseempfindliche Selen(IV)-Verbindungen wie z. B. Selenoxychlorid (SeOCl2) bilden.

Herstellung

Selen(IV)-oxid wird direkt aus den Elementen Selen und Sauerstoff hergestellt oder durch Wasserentzug aus seleniger Säure.[4]

$ \mathrm{Se + O_2 \longrightarrow \ SeO_2} $
$ \mathrm{H_2SeO_3 \longrightarrow \ SeO_2 + H_2O} $

Verwendung

Selendioxid wird als Oxidationsmittel bei der Synthese organischer Substanzen wie z. B. der Riley-Oxidation eingesetzt.

Wenn schwere Formen von Schuppen vorliegen, wird Selendioxid als Zusatz in Shampoos verwendet.

Sicherheitshinweise

Selendioxid ist wie Selen und seine Verbindungen stark giftig. Der MAK-Wert (berechnet auf Selen) beträgt 0,1 mg/m³. Seine Aufnahme kann durch die intakte Haut erfolgen. Erforderlicher Arbeitsschutz: Staubschutzmaske, Gummihandschuhe, Absaugung und Belüftung am Arbeitsplatz.

Einzelnachweise

  1. Helmut Sitzmann in: Römpp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Eintrag zu CAS-Nr. 7446-08-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 5. Januar 2008 (JavaScript erforderlich).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 428–429.

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