Dimensionslose Größe


Dimensionslose Größe

Eine dimensionslose Größe (richtiger: Größe der Dimension 1) ist eine physikalische Größe, die durch eine reine Zahl ohne Maßeinheit angegeben werden kann. Auch für solche Größen werden jedoch der Deutlichkeit wegen oft Einheiten verwendet, siehe Hilfsmaßeinheiten.

In der vom Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegebenen deutschen Übersetzung des VIM, 3. Ausgabe 2007, wird die Benennung „dimensionslose Größe“ als „im Deutschen veraltet“ bezeichnet. Empfohlen werden stattdessen die Bezeichnungen „Größe der Dimension Eins“ und „Größe der Dimension Zahl“.

Der hier mit Dimension gemeinte Begriff ist Dimension (Größensystem), nicht Dimension (Mathematik) wie etwa in „dreidimensionaler Raum“.

Beispiele

Beispiele für dimensionslose Größen sind

  • Anzahlen, auch, wenn sie in einem Zählmaß wie beispielsweise Dutzend angegeben sind
  • Angaben in Verhältniseinheiten wie beispielsweise Prozent, Promille, ppm
  • Ebene Winkel und Raumwinkel (SI-Hilfsmaßeinheit Radiant bzw. Steradiant)
  • Verhältniszahlen, d. h. Quotienten aus zwei dimensionsgleichen Größen, z. B. die Avogadro-Zahl
  • logarithmierte Verhältniszahlen, wie Bel, Neper, Phon
  • dimensionslose Kennzahlen (auch als Kenngrößen bezeichnet) wie die Mach-Zahl
  • Wahrscheinlichkeiten
  • Quantenzahlen

Verhältniszahlen sind bezogene Größen, deren Bezug jeweils von derselben Größenart ist (z. B. Wirkungsgrad).

Wichtig sind die dimensionslosen Kennzahlen (Kenngrößen) der Fluiddynamik und Thermohydraulik als intensive Größen, anhand derer man das Systemverhalten vorhersagen kann bzw. die einen Vergleich zwischen verschiedenen Systemen (unterschiedlicher Abmessung) ermöglichen. Hierzu zählt zum Beispiel die Reynolds-Zahl, die die Strömungsqualität (laminar/turbulent) charakterisiert.

Ein Beispiel aus einem anderen Gebiet ist die Sommerfeldsche Feinstrukturkonstante, die sich aus elektrischer Elementarladung, Planckschem Wirkungsquantum und der Lichtgeschwindigkeit zusammensetzt. Ihr Wert beträgt etwa 1/137. Diese Konstante wurde von Arnold Sommerfeld 1916 eingeführt, um die durch Magnetfelder bedingte Feinstrukturaufspaltung von Spektrallinien berechnen zu können.

Benennung

Nach DIN 5485 Benennungsgrundsätze für physikalische Größen; Wortzusammensetzungen mit Eigenschafts- und Grundwörtern, die Regeln zur Neubenennung von physikalischen Größen enthält, für die noch kein Name vorliegt, ist für dimensionslose Größen vorgesehen:

  • -zahl
  • -beiwert
  • -faktor
  • -grad
  • -quote
  • -verhältnis
  • -anteil

Im wissenschaftlichen und technischen Alltag gibt es weiterhin zahlreiche Bezeichnungen, die diesen Kriterien nicht folgen, und dimensionslose physikalische Größen lassen sich oft, aber nicht immer, an der Endung -zahl erkennen. Auch die Endung -koeffizient bezeichnet manchmal, aber nicht immer eine dimensionslose Größe. Beispiele:

Gebräuchlich für die Namensgebung dimensionsloser Größen ist außerdem die Endung

  • -modul

Theoretischer Hintergrund

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

In der Metrologie hat eine Größe die Dimension 1, wenn sie keiner Dimension des jeweils gewählten Größensystems zugeordnet ist. Dies zeigt sich z. B. daran, dass bei der Darstellung der entsprechenden Dimension als Potenzprodukt aus den Basisdimensionen jeder Dimensionsexponent null ist. Dass eine Größe keiner Dimension angehört, kann prinzipiell drei Gründe haben:

  1. sie ist der Quotient zweier Größen derselben Dimension
  2. sie ist eine Zahl, aber nicht Quotient zweier Größen derselben Dimension
  3. sie wurde noch nicht per Definition einer Dimension zugeordnet

Beispiel: In einem Größensystem mit nur den zwei Basisdimensionen Länge $ L $ und Masse $ M $ hat die Länge die Dimension $ L^1 \cdot M^0 = L $.

  1. Eine Größe, die als Quotient aus zwei Größen der Dimension $ L $ definiert ist, hat dann immer die Dimension $ L / L = 1 $.
  2. Eine Zeitspanne hätte dann zunächst die Dimension $ L^0 \cdot M^0 = 1 $. Durch eine zusätzliche Definition könnte sie jedoch dimensionsbehaftet gemacht werden, z. B. durch Zuordnung zur Dimension $ L^3 $ oder zu einer neu eingeführten Basisdimension Zeit $ T $

Grundsätzlich hängt es von der für ein Größensystem gewählten Basis ab, welche abgeleiteten Größen welche Dimension haben, und somit auch, welche Größen (außer den Quotienten dimensionsgleicher Größen) die Dimension 1 haben. So sind in elektrostatischen cgs-Systemen elektrische Kapazität und Länge von gleicher Dimension. Jeder Quotient dieser Größen erhält daher die Dimension 1.

Da man gemäß der Relativitätstheorie Zeit und Länge als ein und dieselbe Größenart ansehen kann, lässt sich auch die Geschwindigkeit als dimensionslose Verhältnisgröße betrachten. Dies geschieht in System der Natürlichen Einheiten, das in manchen Teilgebieten der Physik zum Einsatz kommt. Im SI-System sind dagegen Zeit und Länge getrennte Basisgrößen, und die Geschwindigkeit als ihr Quotient hat die Einheit $ \mathrm{m}/\mathrm{s} $.

Siehe auch

  • Dimensionsanalyse

Literatur