Tropolone

Tropolone
Name α-Tropolon β-Tropolon γ-Tropolon
Andere Namen 1,2-Tropolon,
2-Hydroxycyclohepta-2,4,6-trienon
Purpurcatechol
2-Hydroxytropon
1,3-Tropolon
3-Hydroxytropon
1,4-Tropolon
4-Hydroxytropon
Strukturformel 1,2-Tropolon.svg 1,3-Tropolon.svg 1,4-Tropolon.svg
CAS-Nummer 533-75-5 3324-76-3 4636-39-9
 ? (Isomerengemisch)
PubChem 10789 ??? 20751
Summenformel C7H6O2
Molare Masse 122,12 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Kurzbeschreibung hellgelber Feststoff[1]
Schmelzpunkt 50–52 °C[1]
Siedepunkt 80–84 °C (0.1 mmHg)[1]
Löslichkeit löslich in Wasser
GHS-
Kennzeichnung

keine GHS-Piktogramme
keine Einstufung verfügbar
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze

[1]

keine H-Sätze siehe oben siehe oben
keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze
keine P-Sätze siehe oben siehe oben
Gefahrstoff-
kennzeichnung

[1]
keine Gefahrensymbole
keine Einstufung verfügbar
keine Einstufung verfügbar
R-Sätze keine R-Sätze nicht bekannt nicht bekannt
S-Sätze 22-24/25 nicht bekannt nicht bekannt
LD50 190 mg·kg−1 (Ratte, intraperitoneal) [1]

Tropolone sind die Hydroxyderivate des Tropons.[2] Besonders bekannt ist α-Tropolon, außerdem kennt man noch β- und γ-Tropolon. Die Tropolone bestehen aus einem siebengliedrigen carbocyclischen Ringsystem mit drei konjugierten Doppelbindungen, einer Carbonyl- und einer Hydroxygruppe. Die Tropolone sind 6π-Aromaten. Im α-Tropolon befinden sich Carbonyl- und Hydroxygruppe in 1,2-Stellung am Ring. Dem β-Tropolon (1,3-Substitution) und dem γ-Tropolon (1,4-Substitution) kommt keine besondere Bedeutung zu.

Vorkommen in der Natur

Der α-Tropolon-Ring findet sich in einer Reihe von Naturstoffen, z. B. in Hinokitiol und der Stipitatsäure, die aus dem Schimmelpilz Penicillium stipitatum isoliert wurde sowie im Kernholz der roten Zeder (Thuja plicata). Purpurogallin enthält ebenfalls das Strukturmotiv des α-Tropolons. Colchicin ist das Hauptalkaloid von Colchicum autumnale (Herbstzeitlose) und kann als komplexes α-Tropolon-Derivat betrachtet werden.

Synthese

Die Oxidation von Cycloheptanon mit Selendioxid führt zu 1,2-Cycloheptandion. Die anschließende Bromierung-Dehydrobromierung im basischen Medium und eine Hydrierung führt zu α-Tropolon.[3]

Tropolon Synthese


Eigenschaften

Α-Tropolon Tautomerie.png
Tautomerie bei α-Tropolon

Das α-Tropolon kommt in zwei tautomeren Formen vor, was durch Infrarotsprektren belegt wurde. Da die tautomere Umwandlungsgeschwindigkeit sehr groß ist, wird ebenfalls eine Strukturformel mit einer Wasserstoffbrückenbindung postuliert. Der Wechsel des Protons von einem Sauerstoffatom zum anderen führt zugleich zu einer Verschiebung der π-Elektronen der Doppelbindungen, die in einem eben gebauten Siebenring mit 6π-Elektronen zur Ausbildung eines mesomeriestabilisierten Systems führt, der die Hückel-Regel erfüllt, also ein Aromat ist:

Tropolon (Aromat).png
α-Tropolon mit ebenem Siebenring als 6π-Elektronen-Aromat

Reaktivität

α-Tropolon lässt sich – wie viele andere Aromaten – nitrieren und bromieren. Es kuppelt mit Diazoniumsalzen. Durch Erhitzen wird es zu Benzoesäure isomerisiert.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Datenblatt Tropolone bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2010.
  2. G. Huber: "Das Tropolon und seine Derivate", in: Angewandte Chemie, 1951, 63, S. 501–508; doi:10.1002/ange.19510632102.
  3. Hans Beyer und Wolfgang Walter: Lehrbuch der Organischen Chemie, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-7776-0406-2, S. 619–620.

Weblinks

  • Datenblatt Tropolone bei TCI Europe, abgerufen am 22. Juni 2012.

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