Pentostatin

Pentostatin

Strukturformel
Struktur von Pentostatin
Allgemeines
Name Pentostatin
Andere Namen
  • (8R)-3-[(2R,4S,5R)-4-hydroxy-5-(hydroxymethyl)oxolan-2-yl]-7,8-dihydro-4H-imidazo[4,5-d][1,3]diazepin-8-ol (IUPAC)
  • Co-Vidarabine
  • Desoxyformycin
  • Pentostatine
Summenformel C11H16N4O4
CAS-Nummer 53910-25-1
PubChem 439693
ATC-Code

L01XX08

Kurzbeschreibung

farbloser geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 268,27 g·mol−1
Schmelzpunkt

220-225 °C[1]

pKs-Wert

5,2 [2]

Löslichkeit
  • frei löslich in Wasser[1]
  • löslich in Methanol und DMSO[3]
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 361-341-351-371
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]

T
Giftig
R- und S-Sätze R: 22-36/37-45-46-60-61-64
S: 22-24-25-36/37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Pentostatin (Nipent) ist ein Zytostatikum und ein Analogon von Hypoxanthin. Es hemmt das im lymphatischen Gewebe mit hoher Aktivität vorliegende Enzym Adenosindesaminase, ein Enzym des Purinstoffwechsels. Dadurch wird die RNA-Synthese gehemmt und eine DNA-Schädigung herbeigeführt. Gewonnen wird es biotechnologisch aus Streptomyces-Arten.[3]

Anwendungsgebiete

Pentostatin wird als Monotherapie bei Haarzell-Leukämie angewendet. In einer klinischen Studie bei Patienten mit therapieresistenter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) wurde Pentostatin mit Fludarabin kombiniert. Wegen schwerwiegender Nebenwirkungen wird diese Kombination nicht empfohlen. Eine Kombination mit Vidarabin steigert dessen Effekt. Wegen eines Anstiegs der Nebenwirkungen ist der therapeutische Nutzen hierbei nicht gesichert. Eine Kombination von Pentostatin mit Cyclophosphamid wird wegen schwerwiegender Nebenwirkungen ebenfalls nicht empfohlen.

Dosierung

Pentostatin wird zur Behandlung der Haarzell-Leukämie mit einer Dosierung von 4 mg/m² in 14-täglichen Intervallen empfohlen.

Nebenwirkungen

Pentostatin wirkt lymphozytotoxisch und hemmt insbesondere durch eine Unterdrückung von CD4+-Lymphozyten das Immunsystem. Neben einer Myelosuppression treten häufig eine Leukopenie und eine Thrombozytopenie auf. Außerdem sind häufig die beim Einsatz von Zytostatika üblichen Nebenwirkungen zu beobachten, wie Fieber, Müdigkeit, Infektionen, Schmerzen und Übelkeit.

Literatur

  • ABDA-Datenbank über WINAPO Lauer-Taxe: Datenblatt zu Nipent (Pentostatin), Stand 1. Mai 2011

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Hospira: MSDS Pentostatin for Injection, abgerufen am. 12. Mai 2011.
  2. Laman A. Al Razzak, Annalisa E. Benedetti, Wanda N. Waugh, Valentine J. Stella: Chemical stability of pentostatin (NSC-218321), a cytotoxic and immunosuppressant agent. In: Pharmaceutical Research. 07, Nr. 5, 1990, ISSN 07248741, S. 452–460, doi:10.1023/A:1015852329748.
  3. 3,0 3,1 Bioaustralis: Pentostatin
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.