Oxaliplatin


Oxaliplatin

Strukturformel
Strukturformel von Oxaliplatin
Allgemeines
Freiname Oxaliplatin
Andere Namen
  • Oxalatoplatin
  • trans-L-(–)-Diaminocyclohexan oxalatoplatin
  • Oxalato[(1R,2R)-cyclohexandiamin]platin(II)
  • Pt-(Oxalato)-trans-l-diaminocyclohexan
Summenformel C8H14N2O4Pt
CAS-Nummer 61825-94-3
PubChem 77994
ATC-Code

L01XA03

DrugBank DB00526
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Zytostatikum

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 397,28 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-317-319-335-351
P: 261-​280-​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]

Xn
Gesundheits-
schädlich
R- und S-Sätze R: 36/37/38-40-42/43
S: 26-36
LD50

14,3 mg·kg−1 (Ratte, intraperitoneal) [3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Oxaliplatin ist ein zytostatisch wirksamer Arzneistoff aus der Gruppe der Platin-Derivate und wird von sanofi-aventis vertrieben. Es ist in Kombination mit 5-Fluoruracil (5-FU) und Folinsäure (FS) zur Therapie des kolorektalen Karzinoms zugelassen (FOLFOX-Schema).

Chemie

Oxaliplatin ist eine antineoplastische Substanz und gehört zu einer neuen Klasse von Platinkomplexen, bei denen das Platinion mit einem 1,2-Diaminocyclohexyl-Liganden (kurz DACH-Ligand) und einem Oxalation komplexiert ist. Oxaliplatin ist ein reines Enantiomer, das cis-[oxalato(trans-L-1,2-Diaminocyclohexan)platin].

Pharmakologie

Wirksamkeit

Die Wirksamkeit der Kombinationstherapie aus Oxaliplatin mit 5-Fluoruracil/Folinsäure (5-FU/FS) ist in zahlreichen Studien belegt. Oxaliplatin ist in allen Leitlinien zur Therapie des kolorektalen Karzinoms für die jeweiligen Indikationsgebiete mit höchster Empfehlungsstufe enthalten. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass eine zusätzliche Kombination mit dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab die Überlebensraten weiter deutlich verbessern kann.

Anwendung

Oxaliplatin wird in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure angewendet und ist zugelassen bei Erwachsenen

  • zur adjuvanten Behandlung eines Kolonkarzinoms des Stadiums III (Dukes C) nach vollständiger Entfernung des primären Tumors,
  • zur Behandlung des metastasierenden kolorektalen Karzinoms.

Eine übliche Kombination ist das FOLFOX4-Schema mit einer Oxaliplatin-Infusion am ersten Tag und anschließender Dauerinfusion von 5-Fluoruracil über zwei Tage.

Wirkmechanismus

Oxaliplatin bewirkt, dass im Körper entstehende Stoffwechselprodukte, ähnlich wie bei Cis- oder Carboplatin, mit der DNA interagieren und Quervernetzungen in und zwischen den DNA-Strängen bilden. Der 1,2-Diaminocyclohexyl-Ligand (DACH-Ligand) beeinflusst die Fähigkeit der Zelle, DNA-Platin-Addukte zu tolerieren. Hierauf beruht der Unterschied in der Wirkung von Oxaliplatin und Cis-/Carboplatin. Die DACH-Platin-Addukte, die aus Oxaliplatin gebildet werden, hemmen die DNA-Synthese stärker als die Cis-Diamino-Platin-Addukte, die aus Cis- und Carboplatin gebildet werden.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Oxaliplatin in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Entzündungen der Schleimhäute, Veränderungen des Blutbilds und periphere-sensorische Neuropathie(n) (neurologische Missempfindungen). Letztere ist häufig dosislimitierend.

Entwicklung

  • 1996 – Zulassung von Oxaliplatin zur Second Line-Behandlung bei metastasiertem Darmkrebs in Frankreich
  • 1998 – Zulassungserweiterung auch für die First Line-Therapie
  • 1999 – Zulassung von Oxaliplatin für die First Line-Therapie im Rahmen des gegenseitigen Anerkennungsverfahrens in Deutschland und den anderen europäischen Ländern
  • 2002 – Zulassung von Oxaliplatin zur Second Line-Behandlung bei fortgeschrittenem kolorektalen Karzinom in den USA durch die FDA
  • 2004 – Zulassungserweiterungen auch für die First Line Therapie in den USA und zur adjuvanten Behandlung des Kolonkarzinoms im Frühstadium in Europa

Handelsnamen

Monopräparate

Bendaplatin (D), Croloxat (D), Eloxatin (D, A, CH), Medoxa (D), diverse Generika (D, A)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Datenblatt Oxaliplatin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. April 2011.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. Oxaliplatin bei ChemIDplus

Weblinks

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