Nichtionische Tenside

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Als nichtionische Tenside bezeichnet man Tenside, die keine dissoziierbaren funktionellen Gruppen enthalten und sich daher im Wasser nicht in Ionen auftrennen.[1] Wie jedes Tensid sind auch die nichtionischen Tenside aus einem unpolaren und einem polaren Teil aufgebaut. Als unpolarer Teil dient meistens ein Fettalkohol (C12–C18) oder Oktyl- oder Nonylphenol. Die polaren Gruppen sind hier die Hydroxygruppe und die Ethergruppe. Diese Gruppen sind in Polyethylenglycol oder Monosacchariden enthalten.

Typische Vertreter

Nichtionische Tenside
Klasse allgemeine
Summenformel
Beispiele
Polyalkylenglycolether
(Fettalkoholethoxylate (FAEO))
CH3–(CH2)10–16–(O-C2H4)1–25–OH
Fettalkoholpropoxylate (FAPO) CH3–(CH2)10–16–(O-C3H6)1–25–OH
Alkylglucoside Polysorbat 20 (Tween 20)
Alkylpolyglucoside (APG) CH3–(CH2)10–16–(O-Glykosid)1–3–OH
Oktylphenolethoxylate C8H17–(C6H4)–(O-C2H4)1–25–OH Octoxinol-9 (Triton X-100)
Nonylphenolethoxylate C9H19–(C6H4)–(O-C2H4)1–25–OH Nonoxinol-9

Herstellung

Die Ethoxylat-Typen werden durch Umsetzung von Fettalkohol bzw. Phenol mit Ethylenoxid gewonnen.

Wichtige Begriffe

HLB-Wert

Der HLB-Wert (Hydrophil-Lipophil-Balance) gibt das Masse-Verhältnis zwischen dem polaren und dem unpolaren Teil an. Tenside mit einem niedrigen HLB-Wert haben gute Fett lösende Eigenschaften, ein hoher HLB-Wert bewirkt eine gute Benetzung hydrophiler Oberflächen. Aufgrund unterschiedlicher HLB-Werte lassen sich stabile Emulsionen - O/W bis W/O Systeme aufbauen.

Trübungspunkt

Der Trübungspunkt ist diejenige Temperatur, bei der eine nicht-Ionische-Tensidlösung (1g/100ml) trüb wird. Diese Temperatur ist umso höher je höher der HLB-Wert ist. Der Trübungspunkt ist somit ein Qualitätsmerkmal. Der Trübungspunkt wird je nach Methode in Wasser, 1 % NaCl-Lösung oder 25 % Butyldiglycol-Lösung ermittelt. Der Trübungspunkt ist ferner abhängig von der Tensidkonzentration.

Ökologie

Nonylphenolethoxylate sind ökologisch bedenklich, sie sind zwar teilweise gut abbaubar, aber die Abbauprodukte (besonders Nonylphenol) stehen unter dem Verdacht, eine hormonaktive (estrogene) Wirkung zu besitzen. Daher wird von der chemischen Industrie schon seit längerem auf ihren Einsatz freiwillig verzichtet.

Die FAEO sind unterschiedlich gut abbaubar. Am besten sind FAEO abbaubar, wenn sie auf einem linearen (unverzweigten) Fettalkohol aufgebaut wurden, nur mit Ethylenoxid umgesetzt wurden und die endständige -OH Gruppe belassen wurde. Umsetzungen des Alkohols mit Ethylenoxid/Propylenoxid (EO/PO) sind schlechter biologisch abbaubar. Der Abbaubarkeit ist es ebenfalls abträglich, wenn die endständige Alkoholgruppe zum Ether umgesetzt wird (endgruppenverschlossen).

Die APGs sind die "Musterknaben" unter den Tensiden. Sie sind sehr hautfreundlich und können komplett auf nachwachsenden Rohstoffen aufgebaut werden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 503−504.

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