Methcathinon

Strukturformel
Strukturformel von Methcathinon
Allgemeines
Name Methcathinon
Andere Namen

(RS)-2-Methylamino-1-phenylpropan-1-on

Summenformel C10H13NO
CAS-Nummer
PubChem 1576
Eigenschaften
Molare Masse 163,22 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

188 − 191 °C (Hydrochlorid)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-319-335
P: 261-​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Reizend
Reizend
(Xi)

Methcathinon·Hydrochlorid

R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26-36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Methcathinon (Ephedron oder Szenenamen: CAT, JEFF) ist ein Psychostimulans, strukturell ähnlich dem Methamphetamin.

Nichtmedizinischer Gebrauch

Wirkung berauschender Dosierungen

Der Konsum verursacht Euphorie, verringert das Schlafbedürfnis und steigert die physische Leistungsfähigkeit. Das sexuelle Verlangen wird gesteigert. Hunger- und Durstgefühl werden gemindert. Die Wirkung ist ähnlich der von Amphetamin. Die Wirkung hält bis zu 12 Stunden und kann durch den weiteren Konsum verlängert werden. Danach ist mit starker Erschöpfung zu rechnen.

Gefahren mangelhafter Synthese

Bei der Synthese von Methcathinon werden Ephedrin oder Pseudoephedrin zu Methcathinon oxidiert. Als Oxidationsmittel dient fallweise Kaliumpermanganat, was bei mangelhafter Synthese zu einer Manganvergiftung führen kann. Über den Blutkreislauf gelangt das Mangan ins Gehirn, wo es sich primär in den Basalganglien ablagert und zu Parkinsonismus führt. Die Symptome unterscheiden sich teilweise vom Parkinsonsyndrom in fehlendem Ruhetremor, fehlendem Ansprechen auf L-Dopa, Hypophonie, etc. Die Schäden gelten als irreversibel und eine Rekonvaleszenz von dem schwer zu behandelnden Parkinsonismus als unwahrscheinlich.[3]

Konsumformen und Szenenamen

CAT wird meist nasal konsumiert; kann aber auch oral oder geraucht konsumiert werden.

Chemie

Die Herstellung erfolgt (unter anderem) durch eine Oxidationsreaktion von Ephedrin oder Pseudoephedrin.

Rechtsstatus

In der Bundesrepublik Deutschland ist Methcathinon in Anlage I des BtMG als nicht verkehrsfähiges und nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel aufgeführt; der Umgang ohne Erlaubnis ist somit grundsätzlich strafbar.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Datenblatt 2-(Methylamino)propiophenone hydrochloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 10. April 2011.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. New England Journal of Medicine (2008; 358: 1009-1017)
  4. Betäubungsmittelliste des Bundesministeriums

Weblinks

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

06.05.2021
Astrophysik - Relativitätstheorie
Teleskop zur Erforschung von Objekten höchster Dichte im Universum
Eine internationale Gruppe von Astronomen hat erste Ergebnisse eines groß angelegten Programms vorgestellt, bei dem Beobachtungen mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop dazu verwendet werden, die Theorien von Einstein mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu testen.
11.05.2021
Physikdidaktik - Quantenphysik
Quantencomputing einfach erklärt
„Quantencomputing kompakt“ lautet der Titel eines aktuellen Buchs, das Bettina Just veröffentlicht hat.
06.05.2021
Festkörperphysik - Quantenphysik
Auf dem Weg zum kleinstmöglichen Laser
Bei extrem niedrigen Temperaturen verhält sich Materie oft anders als gewohnt.
28.04.2021
Galaxien - Sterne
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden.
07.04.2021
Teilchenphysik
Handfeste Hinweise auf neue Physik
Das Fermilab (USA) hat heute erste Daten aus dem Myon g-2 Experiment veröffentlicht, welche die Messwerte des gleichnamigen, 2001 durchgeführten Experiments am Brookhaven National Laboratory bestätigen.
19.04.2021
Exoplaneten
Neuer Exoplanet um jungen sonnenähnlichen Stern entdeckt
Astronomen aus den Niederlanden, Belgien, Chile, den USA und Deutschland bilden neu entdeckten Exoplaneten „YSES 2b“ direkt neben seinem Mutterstern ab.
01.04.2021
Teilchenphysik
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte.
01.04.2021
Planeten - Elektrodynamik - Strömungsmechanik
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
30.03.2021
Kometen_und_Asteroiden
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
25.04.2021
Raumfahrt - Astrophysik - Teilchenphysik
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen.