Marbofloxacin


Marbofloxacin

Strukturformel
Struktur von Marbofloxacin
Allgemeines
Freiname Marbofloxacin
Andere Namen

9-Fluor-2,3-dihydro-3-methyl- 10-(4-methyl-1-piperazynyl)- 7-oxo-7H-pyridol(3,2,1-ij) (4,2,1)benzoxadiazin-6-carbonsäure

Summenformel C17H19FN4O4
CAS-Nummer 115550-35-1
PubChem 60651
ATC-Code

QJ01MA93

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antibiotikum

Verschreibungspflichtig: ja
Eigenschaften
Molare Masse 362,36 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: 412
P: 273 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: 52/53
S: keine S-Sätze
LD50

2720–3772 mg·kg−1 (oral Ratte)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Marbofloxacin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone. Es findet vor allem in der Veterinärmedizin Verwendung.

Pharmakologie

Marbofloxacin ist ein Gyrasehemmer, es hemmt also ein für den DNA-Stoffwechsel notwendiges Enzym, das spezifisch für Bakterien ist. Das Medikament reichert sich in den weißen Blutkörperchen an.

Marbofloxacin wirkt bakterienabtötend (bakterizid) gegen gramnegative und grampositive Erreger. Es zeigt eine gute Wirkung gegen Enterobakterien, Pasteurellen, Pseudomonaden und Staphylokokken.

Marbofloxacin wird in der Leber zu den inaktiven Metaboliten N-Desmethylmarbofloxacin und N-Oxidmarbofloxacinin abgebaut und über die Niere ausgeschieden.

Anwendung

Marbofloxacin kann sowohl oral als auch parenteral eingesetzt werden.

Es wird vor allem bei Infektionen der Haut (Pyodermie), der Atemwege und der Milchdrüse (MMA-Komplex) eingesetzt. Bei Hunden findet es auch bei Infektionen der Harnwege Einsatz. Das Kombinationspräparat Aurizon wird bei Ohrentzündungen beim Hund eingesetzt.

Die Behandlungsdauer beträgt mindestens fünf Tage.

Kontraindikationen und Nebenwirkungen

Marbofloxacin sollte nicht bei wachsenden Jungtieren eingesetzt werden, da es zu Knorpelschäden führen kann. Auch während der Trächtigkeit, zentralnervösen Anfallsleiden oder bei bestehender Niereninsuffizienz sollte das Mittel nicht eingesetzt werden.

Chinolone passieren die Blut-Hirn-Schranke und hemmen dosisabhängig die Rezeptorbindung des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Dies kann zu Krämpfen führen, die aber mit Valium behandelbar sind.

Harmlosere Nebenwirkungen sind Erbrechen, Durchfall und Fressunlust (Anorexie).

Handelsnamen

Monopräparate: Forcyl, Marbiflox, Marbocyl, Marbokem, Marbox, Marfloquin, Ubiflox

Kombinationspräparate: Aurizon (mit Clotrimazol und Dexamethason)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Datenblatt Marbofloxacin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. Mai 2011.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.

Siehe auch

Weblinks

  • Datenblatt Marbofloxacin bei Vetpharm, abgerufen am 4. August 2012.
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