Howlith

Howlith

Howlith
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nieriger Howlith (Größe: 4,1 x 2,5 x 2,5 cm) aus Wentworth, Hants County, Nova Scotia, Kanada
Chemische Formel

Ca2[B3O4(OH)2 • OSiB2O4(OH)3]

Mineralklasse Borate (ehemals: Silikate und Germanate)
6.CB.20 (8. Auflage: VIII/F.28) nach Strunz
25.03.05.01 nach Dana
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin monoklin-prismatisch $ \ 2/m $ [1]
Farbe farblos, weiß, beige
Strichfarbe weiß
Mohshärte 3 bis 3,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,53 bis 2,59 ; berechnet: 2,61
Glanz Glasglanz, erdig matt
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben
Spaltbarkeit gut
Habitus massige Aggregate, tafelige Kristalle
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,583 bis 1,586 ; nβ = 1,596 bis 1,598 ; nγ = 1,600 [2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,017 [2] ; zweiachsig negativ
Optischer Achsenwinkel 2V = gemessen: 60° bis 90° ; berechnet: 88° [2]
Pleochroismus nicht bekannt
Weitere Eigenschaften
Ähnliche Minerale Magnesit
Besondere Kennzeichen nur durch eine chemische Analyse von Magnesit zu unterscheiden

Howlith ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Borate“ (ehemals: „Silikate und Germanate“, siehe Klassifikation). Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ca2[B3O4(OH)2 • OSiB2O4(OH)3][3] und entwickelt meist knollige, nierige und massige Aggregate, die entweder farblos oder weiß bis beigefarben sind. Selten entwickelt Howlith auch tafelige Kristalle, die auf den Kristallflächen einen glasigen Glanz zeigen.

Howlith wird ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet.

Besondere Eigenschaften

Howlith ist häufig von braunschwarzen Adern durchzogen, die in ihrer Marmorierung der begehrten Matrix von Türkis ähneln. Auf den Kristallflächen zeigt sich Glasglanz, die Bruchflächen sind dagegen matt. Howlith bricht muschelig ähnlich Glas.

Howlith ist dem Magnesit (ein Magnesiumcarbonat) im Aussehen sehr ähnlich und kann häufig nur durch eine chemische Analyse von diesem unterschieden werden. Howlith "zerfließt" unter Einwirkung von Salzsäure zu einer Art Gel, Magnesit dagegen reagiert durch Gasentwicklung. Eine Dichtebestimmung zur Unterscheidung der beiden reicht oft nicht, da Howlith mit einer Dichte von 2,5 bis 2,6 g/cm³ dem Magnesit (2,9 bis 3,1 g/cm³) sehr ähnlich ist. Zudem ist Magnesit durch Lufteinschlüsse oft noch leichter. [4]

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Howlith in Brookville bei Windsor (Kanada) und beschrieben 1868 durch James Dwight Dana, der das Mineral nach dem kanadischen Chemiker, Geologen und Mineralogen Henry How (1828-1879) benannte.[2]

Klassifikation

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Howlith zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)“.

Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Howlith in die mittlerweile eigenständige Klasse der „Borate“ und dort in die Abteilung der „Triborate“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach dem strukturellen Aufbau, so dass das Mineral entsprechend in der Unterabteilung „Ketten u. Band (Ino)-Triborate“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 6.CB.20 bildet.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Howlith in die gemeinsame Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreien Borate mit Hydroxyl oder Halogen“. Dort ist er einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 25.03.05 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Borate mit Hydroxyl oder Halogen“.

Bildung und Fundorte

Seltene großkristalline Ausbildung des Howliths auf Anhydrit (Größe: 3,5 x 3,3 x 2,6 cm) von der Kap-Breton-Insel, Kanada

Howlith bildet sich hydrothermal und ist vor allem in Borat-Lagerstätten zu finden. Dort tritt er in Paragenese unter anderem mit Colemanit, Ulexit und Bakerit auf.

Weltweit konnte Howlith bisher (Stand: 2010) an rund 30 Fundorten nachgewiesen werden. Neben seiner Typlokalität Brookville bei Windsor wurde er in Kanada noch auf der Kap-Breton-Insel gefunden. In Deutschland trat er unter anderem am Kohnstein (Thüringen) und in Rehden (Niedersachsen) zutage.

Des Weiteren konnte Howlith an den Fundorten Mesa del Almo bei Aguja und in der Boratlagerstätte bei La Salada (Tubutama) im Bundesstaat Sonora in Mexiko; Bela Stena im serbischen im Bezirk Belgrad; Gemerská Poloma (Okres Rožňava, Košice) in der Slowakei; „Bigadiç Mine“ in der türkischen Provinz Balıkesir sowie in mehreren Regionen der US-amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien und Nevada gefunden werden.[2]


Kristallstruktur

Howlith kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/c mit den Gitterparametern a = 12,82 Å; b = 9,35 Å; c = 8,61 Å und β = 104,8° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]

Verwendung als Schmuckstein

Türkis-Imitat aus blau gefärbtem Howlith

Howlith ist ein beliebter, aber aufgrund seiner geringen Mohshärte von 3 bis 3,5 sehr weicher Schmuckstein und muss daher zum Schutz gegen den täglichen Gebrauch durch Stabilisierung (Überzug aus Harz oder Kunststoff) vor Beschädigung geschützt werden.

Manipulationen und Imitationen

Da das Magnesit dem Howlith so ähnlich sieht, aber häufiger vorkommt und daher billiger ist, wird es oft fälschlicherweise als Howlith verkauft. Beide dienen allerdings, blau eingefärbt, als Imitat für den seltenen und wertvollen Matrix-Türkis.


Esoterik

In der Esoterik wird dem Howlith eine besondere psychische und körperliche Wirkung nachgesagt, für die es allerdings bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt.

So soll es unter anderem die Urteilsfähigkeit und das Gedächtnis stärken, Stress, Schmerz- und Wutgefühle abbauen, negative Energien neutralisieren und Blockaden lösen. Howlithwasser soll allgemein eine positive Wirkung auf Probleme mit Knochen, Zähne, Gelenke und Nägel haben.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Webmineral - Howlite
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 MinDat - Howlite
  3. 3,0 3,1 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 344.
  4. Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde Verlag, 1998, ISBN 3-89060-025-5

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 686.
  • Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 209.
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S. 224.

Weblinks

Commons: Howlith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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