Calciumformiat

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Strukturformel
Strukturformel von Calciumformiat
Allgemeines
Name Calciumformiat
Andere Namen
  • E 238
  • Calciumdiformiat
  • Calciummethanoat
Summenformel C2H2CaO4
CAS-Nummer 544-17-2
PubChem 10997
Kurzbeschreibung

farbloser, fast geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 130,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,02 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

>380 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (160 g·l−1 bei 20 °C)[2]
  • unlöslich in Ethanol[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-319-335
P: 261-​302+352-​305+351+338-​321-​405-​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 41
S: 26-39
LD50

2650 mg·kg−1 (Ratte, oral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Calciumformiat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Formiate, also das Calciumsalz der Ameisensäure.

Vorkommen

Calciumformiat kommt sehr selten in Form des Minerals Formicait vor.[5]

Gewinnung und Darstellung

Calciumformiat kann durch Reaktion von Kohlenmonoxid mit Calciumhydroxid[6]

$ \mathrm{2\ CO + Ca(OH)_2 \ \longrightarrow Ca(HCOO)_2} $

oder Reaktion von Formaldehyd mit einer Calciumverbindung in wässriger Lösung (zum Beispiel Calciumhydroxid oder Calciumperoxid) gewonnen werden.[7] Es entsteht auch als Beiprodukt bei der Herstellung von Polyolen (zum Beispiel Trimethylolpropan).[8]

Eigenschaften

Temperaturabhängigkeit der Löslichkeit von Calciumformiat-Dihydrat in Wasser[9]

Calciumformiat ist farbloser, fast geruchloser Feststoff. Es ist das Calciumsalz der Ameisensäure. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pcab mit den Gitterparametern a = 1016,8 pm, b = 1340,7 pm und c = 627,8 pm. In der Elementarzelle befinden sich acht Formeleinheiten.[10]

Verwendung

Calciumformiat wird zur Erzeugung von Ameisensäure, als Hilfsmittel in der Gerberei, als Abbindebeschleuniger für zementgebundene Baustoffe, als Hilfsmittel zur Aufarbeitung von Ölemulsionen, zur Herstellung von Silierhilfsmitteln und Additive für die Tierernährung verwendet.[11] Die Verbindung wurde früher auch als Lebensmittelzusatzstoff (Konservierungsstoff E238) eingesetzt, ist aber seit 1998 nicht mehr zugelassen.[12][13]

Weblinks

Einzelnachweise

  1.  Hermann Römpp: Chemie Lexikon. 5. Auflage. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, W. Keller & Co., Stuttgart 1962.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Eintrag zu CAS-Nr. 544-17-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. Oktober 2009 (JavaScript erforderlich)
  3.  Richard J. Lewis, Sr.: Hawley's Condensed Chemical Dictionary. 15 Auflage. Wiley-Interscience, 2007, ISBN 978-0471768654.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Formicait (mineralienatlas.de)
  6. Ullmann's Enzyklopädie der Organischen Chemie
  7. Process for preparing calcium formate (freepatentsonline)
  8. Calciumformate (runyoutech.com)
  9. H. Stanley: "The Solubility of Some Salts of the Lower Fatty Acids" in The Chemical News 1904, 89, S. 193. Volltext
  10. N. Burger, H. Fuess, S. A. Mason: "Neutron diffraction of [alpha]-calcium formate at 100 and 296 K" in Acta Cryst. 1977, B33, S. 1968–1970, doi:10.1107/S0567740877007444
  11. Anwendungen Calciumformiat, Chemische Fabrik Kalk.
  12. Calciumformiat als Lebensmittelzusatzstoff (bdsoft)
  13. Zusatzstoffe in der EU (Stand Dezember 2011)

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