Sulfuryldifluorid

Strukturformel
Struktur von Sulfuryldifluorid
Allgemeines
Name Sulfuryldifluorid
Andere Namen

Sulfurylfluorid

Summenformel SO2F2
CAS-Nummer 2699-79-8
PubChem 17607
Kurzbeschreibung

farbloses, geruchloses, giftiges Gas[1]

Eigenschaften
Molare Masse 102,06 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

4,63 kg·m−3[1]

Schmelzpunkt

−135,8 °C[1]

Siedepunkt

−55,4 °C[1]

Dampfdruck
  • 1,55 MPa (20 °C)[1]
  • 3,2 MPa (50 °C)[1]
Löslichkeit

wenig löslich[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
04 – Gasflasche 06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331-373-400
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 23-48/20-50
S: (1/2)-45-63-60-61
MAK

21 mg·m−3[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Sulfuryldifluorid, auch Sulfurylfluorid, ist ein farb- und geruchloses Gas, das überwiegend zur Bekämpfung von Holzschädlingen in Gegenständen, Räumen oder Gebäuden dient.

Geschichte

Sulfuryldifluorid wurde Anfang der 1950er-Jahre als Begasungsmittel zur Vernichtung von Holzschädlingen entwickelt und wird seit 1961 in den USA vertrieben.

Mit der Verabschiedung des Montreal-Protokolls im Jahr 1987 wurde der Einsatz des Schädlingsbekämpfungsmittels Methylbromid eingeschränkt, da es die Ozonschicht schädigt. Dadurch erweiterte sich der Einsatzbereich von Sulfuryldifluorid, das keine Wirkung auf die Ozonschicht hat.[5] Nach neueren atmosphärischen Messungen wird jedoch ein berechnetes Treibhauspotential von 4780 vermutet.[6]

Gewinnung und Darstellung

Sulfuryldifluorid kann durch Umsetzung von Schwefeldioxid und Fluor erhalten werden:[7]

$ \mathrm{SO_2 \ + \ F_2 \ \longrightarrow\ \ SO_2F_2} $

Alternativ kann es über das Bariumsalz der Fluorsulfonsäure dargestellt werden:[7]

$ \mathrm{Ba(SO_3F)_2 \ \ \xrightarrow{\Delta} \ BaSO_4 \ + \ SO_2F_2} $

Ebenso gelingt die Metathese von Sulfurylchlorid mit Natriumfluorid:

$ \mathrm{SO_2Cl_2 \ + \ 2 \ NaF \ \longrightarrow\ \ SO_2F_2 + \ 2 \ NaCl} $

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Sulfuryldifluorid ist bisphänoid (verzerrt tetraedisch) aufgebaut, das Schwefelatom sitzt hierbei in der Tetraedermitte.[8] Die Bindungslängen der Atombindungen sind im Bild dargestellt.

Sulfuryldifluorid

Chemische Eigenschaften

Im Vergleich zu Sulfurylchlorid ist Sulfurylfluorid deutlich reaktionsträger und thermisch stabiler. In Wasser bei Raumtemperatur hydrolysiert es je nach pH-Wert gar nicht oder nur langsam zu HF und Schwefelsäure.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Eintrag zu CAS-Nr. 2699-79-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 7. Oktober 2007 (JavaScript erforderlich).
  2. 2,0 2,1 Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 2699-79-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. BMWA Österreich: Stoffliste der MAK- und TRK-Werte, Anhang I/2007.
  5. Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung e.V.: Neue Begasungsmittel.
  6. V. C. Papadimitriou et. al.: Experimental and Theoretical Study of the Atmospheric Chemistry and Global Warming Potential of SO2F2. In: J. Phys. Chem. A, 2008, 112, S. 12657–12666, doi:10.1021/jp806368u.
  7. 7,0 7,1 Nils Wiberg, Egon Wiberg und Arnold Fr. Holleman: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. Gruyter Verlag; 102., stark umgearb. u. verb. Auflage 2007; ISBN 978-3-11-017770-1; S. 592.
  8. Nils Wiberg, Egon Wiberg und Arnold Fr. Holleman: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. Gruyter Verlag; 102., stark umgearb. u. verb. Auflage 2007; ISBN 978-3-11-017770-1; S. 590.

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