Skorodit

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Skorodit
Powellite-Scorodite-229900.jpg
Skorodit (farblos, hellblau) und Powellit (orange) aus der Tsumeb Mine, Namibia
Chemische Formel

Fe3+[AsO4] • 2H2O

Mineralklasse Phosphate, Arsenate, Vanadate
8.CD.10 (8. Auflage: VII/C.09) nach Strunz
40.04.01.03 nach Dana
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin orthorhombisch-dipyramidal $ 2/m\ 2/m\ 2/m $ [1]
Farbe farblos, grau, grünlich, blau, rot, gelbbraun
Strichfarbe hellgrün
Mohshärte 3,5 bis 4
Dichte (g/cm3) 3,1 bis 3,3 [1]
Glanz Glasglanz, Harzglanz
Transparenz durchsichtig durchscheinend
Bruch muschelit
Spaltbarkeit undeutlich
Habitus kurze, prismatische oder dipyramidale Kristalle; traubige, körnige bis massige Aggregate; krustige Überzüge
Häufige Kristallflächen (111), (100), (201), 101, (001)
Kristalloptik
Brechungsindex α = 1,741 bis 1,784 ; β = 1,744 bis 1,805 ; γ = 1,768 bis 1,820 [2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,027 bis 0,036 [2] ; zweiachsig positiv
Optischer Achsenwinkel 2V = 40° bis 75°
Pleochroismus kein

Skorodit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate. Er kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Fe3+[AsO4] • 2H2O [3] und entwickelt nur kleine, prismatische oder dipyramidale Kristalle, aber auch traubige, körnige bis massige Aggregate oder krustige Überzüge. Auch pseudohexagonale Formen durch Verzwillingung sind bekannt.

Seine glas- bis harzglänzenden Kristalle sind entweder farblos oder durch Fremdbeimengungen grau, grünlich in verschiedenen Sättigungsgraden, bläulich, rötlich oder gelblichbraun gefärbt. Selten werden auch Skorodite mit dem sogenannten Alexandrit-Effekt, einem Farbwechsel von blau im Tageslicht zu lila oder gelbgrün im Kunstlicht, gefunden [4].

Skorodit ist dimorph mit Paraskorodit und bildet mit Mansfieldit eine vollständige Mischreihe.

Besondere Eigenschaften

Chemisch gesehen ist Skorodit ein wasserhaltiges Eisen(III)-arsenat mit einer Mohs'schen Härte von 3,5 bis 4 sowie einer Dichte zwischen 3,1 und 3,3 g/cm3.

Etymologie und Geschichte

Skorodit wurde aufgrund der nach Knoblauch riechenden Arsendämpfe beim Zerreiben oder Erhitzen nach dem griechischen Wort σκορόδιου (Scorodion) „Knoblauch“ benannt.

Erstmals gefunden und beschrieben durch August Breithaupt wurde Skorodit 1818 in der Grube Stamm Asser (am Graul) bei Langenberg, Erzgebirgskreis, in Sachsen.

Klassifikation

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale (9. Auflage) nach Strunz gehört der Skorodit zu den „wasserhaltigen Phosphaten ohne fremde Anionen“. Die neue Strunz'sche Mineralsystematik unterteilt hier aber noch weiter nach der Größe der Kationen und dem Verhältnis Anion-Komplex (RO4) zu Kristallwasser. Skorodit ist demnach unter den Verbindungen mit ausschließlich mittelgroßen Kationen und dem Verhältnis RO4 : H2O = 1 : 2.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Skorodit in die Abteilung „Hydrated Phosphates, etc where A3+XO4·x(H2O)“ (Übersetzt: Wasserhaltige Phosphate der allgemeinen, chemischen Zusammensetzung A3+XO4·x(H2O)).[5]

Bildung und Fundorte

traubig bzw. stalaktitisch gewachsener Skorodit aus „Djebel Debar“, Constantine (Algerien)

Skorodit ist ein typisches Sekundärmineral, dass sich in der Oxidationszone von Eisen- und Arsenhaltigen Erz-Lagerstätten bildet. Begleitminerale sind unter anderem Arsenopyrit, Goethit, Löllingit und Pyrit.

In Deutschland wurde das Mineral neben seiner Typlokalität Langenberg (Sachsen) noch in Baden-Württemberg (Schwarzwald, Odenwald), Bayern (Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald), Hessen (Odenwald), Niedersachsen (Harz), Nordrhein-Westfalen (Sauerland, Siegerland), Rheinland-Pfalz (Lahntal, Siegerland, Westerwald), Sachsen-Anhalt (Harz) und Thüringen (Bad Lobenstein, Saalfeld) gefunden.

Weltweit fand man Skorodit (meist nur in kleinen Mengen) bisher an folgenden Orten: Constantine (Djebel Debar) in Algerien; La Rioja und San Juan in Argentinien; mehrere Regionen in Australien; Provinz Luxemburg in Belgien; Cochabamba, La Paz, Oruro und Potosí in Bolivien; Goiás und Minas Gerais in Brasilien; Oblast Chaskowo in Bulgarien; Antofagasta, Atacama und Coquimbo in Chile; mehrere Provinzen in der Volksrepublik China; im Westen Finnlands; in vielen Regionen von Frankreich; Attika in Griechenland; England und Wales in Großbritannien; Aserbaidschan im Iran; Cork und Galway in Irland; mehrere Regionen in Italien; Honshū, Kyūshū und die Nansei-Inseln in Japan; New Brunswick, Ontario und Yukon in Kanada; bei Balqasch in Kasachstan; Niari in der Republik Kongo; Toliara auf Madagaskar; Souss-Massa-Daraâ in Marokko; unter anderem in Durango in Mexiko; Damaraland, Erongo und Tsumeb in Namibia; Akershus und Nordland in Norwegen; Ancash und Huánuco in Peru; Schlesien in Polen; einige Regionen in Portugal; einige Provinzen in Ungarn; die Provinzen Taschkent und Fargʻona in Usbekistan; Kärnten, Salzburg, Steiermark und Oberösterreich; Tschukotka in Russland; Lappland und Södermanland in Schweden; Kanton Wallis in der Schweiz; einige Regionen in der Slowakei; Trojane in Slowenien; unter anderem Andalusien und Katalonien in Spanien; mehrere Provinzen in Südafrika; Taiwan; Türkei; Böhmen und Mähren in Tschechien; sowie viele Regionen in den USA.[6]


Kristallstruktur

Skorodit ist isotyp mit Strengit, das heißt beide kristallisieren im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pcab. Die Gitterparameter unterscheiden sich allerdings und betragen beim Skorodit für a = 10,325 Å, b = 8,953 Å und c = 10,038 Å bei acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1][7]

Verwendung

Skorodit wurde früher zusammen mit Arsenopyrit als Rohstoff für die Herstellung von Rattengift und arsenhaltigen Insektenvernichtungsmitteln verwendet.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Webmineral - Scorodite (englisch)
  2. 2,0 2,1 MinDat - Scorodite (englisch)
  3.  Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  4.  Rupert Hochleitner, Stefan Weiß: Lapis Mineralienmagazin. Christian Weise Verlag GmbH, München 10/2000, S. 37.
  5. New Dana Classification of Hydrated Phosphates, etc (englisch)
  6. MinDat - Localities for Scorodite (englisch)
  7. American Mineralogist Crystal Structure Database - Scorodite (englisch)

Literatur

  •  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 641.

Weblinks

 Commons: Scorodite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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