Silber(I)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Silber(I)-oxid
__ Ag+      __ O2-
Allgemeines
Name Silber(I)-oxid
Andere Namen

Disilberoxid

Verhältnisformel Ag2O
CAS-Nummer 20667-12-3
Kurzbeschreibung

schweres, fast schwarzes, samtartiges Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 231,74 g·mol−1[2]
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,2 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

230 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272-314
EUH: 044
P: 210-​301+330+331-​305+351+338-​309+310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Brandfördernd Ätzend
Brand-
fördernd
Ätzend
(O) (C)
R- und S-Sätze R: 8-34-44
S: 26-36/37/39-45
MAK

0,01 mg·m−3[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Silber(I)-oxid (Ag2O) ist ein Reaktionsprodukt des Edelmetalls Silber mit Sauerstoff.

$ \mathrm{4 \ Ag + \ O_2 \longrightarrow 2 \ Ag_2O} $

Herstellung: Man gießt zu Silbernitrat-Lösung Natronlauge oder Kalilauge. Silberoxid fällt im Alkalischen als brauner Niederschlag aus:

$ \mathrm{2 \ Ag^+ + 2 \ OH^- \longrightarrow \ Ag_2O + \ H_2O} $

Aufschlämmungen von Silberoxid in Wasser reagieren deutlich alkalisch, da in Umkehrung der obigen Reaktion Silber- und Hydroxidionen gebildet werden[4].

In Umkehrung der Synthesereaktion wird Silber(I)-oxid beim Erhitzen wieder in die Elemente Silber und Sauerstoff zersetzt (Thermolyse).

$ \mathrm{2 \ Ag_2O \ \xrightarrow {\Delta T}\ 4 \ Ag + \ O_2} $

An der Luft reagiert Silber(I)-oxid mit Kohlenstoffdioxid zu Silbercarbonat:

$ \mathrm{Ag_2O + \ CO_2 \longrightarrow \ Ag_2CO_3} $

Verwendung

In der präparativen organischen Chemie wird Silber(I)-oxid in einer Variante der Williamson-Ethersynthese verwendet.[5]

Williamson silveroxid.svg

Silber(I)-oxid ist in Wärmeleitpaste zur Weiterleitung der Prozessorwärme an den Kühlkörpern im Computer enthalten, da es eine hohe Wärmeleitfähigkeit besitzt.

Einzelnachweise

  1.  Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.5. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2009.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Eintrag zu CAS-Nr. 20667-12-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 06.08.2010 (JavaScript erforderlich)
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. A.F.Holleman, E.Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie, Walter de Gruyter & Co. Berlin 1995, 101. Auflage, ISBN 3-11-012641-9
  5. Organic Syntheses, Coll. Vol. 7, p.386 (1990); Vol. 60, p.92 (1981). Link

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