Polhemusit


Polhemusit

Polhemusit
Andere Namen
  • IMA 1972-017
Chemische Formel

(Hg,Zn)S

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.CB.05c (8. Auflage: II/C.01) nach Strunz
02.08.03.01 nach Dana
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 4/m oder 4/m 2/m 2/m
Farbe schwarz
Strichfarbe
Mohshärte 4,5
Dichte (g/cm3) 4,23-5,63 (berechnet, je nach Anzahl Formeleinheiten)[1]
Glanz harz- bis diamantartig
Transparenz opak, in dünnen Bereichen durchscheinend
Bruch
Spaltbarkeit
Habitus

Polhemusit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Hg,Zn)S und bildet bis zu 25 μm große Prismen oder Dipyramiden sowie mikroskopisch kleine Körner von schwarzer, in blanken Bereichen grauer Farbe.

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1978 von B. F. Leonard, George A. Desborough und Cynthia W. Mead in der Nähe von Big Creek im US-Bundesstaat Idaho gefunden. Sie benannten es nach dem amerikanischen Geologen Clyde Polhemus Ross.[1]

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Hawleyit zu den Metallsulfiden mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von 1:1 gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Coloradoit, Stilleit, Rudashevskyit, Hawleyit, Sphalerit, Metacinnabarit und Tiemannit die Sphaleritgruppe. In der 9. Auflage bildet es mit diesen Mineralen und Sakuraiit eine Untergruppe der Sulfide mit Zink, Eisen, Kupfer oder Silber.

In der Systematik nach Dana bildet es eine eigene Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=1:1.[2]

Bildung und Fundorte

Polhemusit bildet sich in Stibnit-Vorkommen. Es ist vergesellschaftet mit Stibnit, Cinnabarit, Sphalerit und Metacinnabarit.

Neben der Typlokalität sind derzeit (Stand Juni 2011) lediglich vier weitere Fundorte bekannt. Das Mineral wurde in Baojing in China, Takāb im Iran, Stazzema in Italien sowie Potosi im US-Bundesstaat Nevada gefunden.[3]

Kristallstruktur

Eine exakte Kristallstruktur konnte nicht bestimmt werden, da die Kristalle zu klein waren. Das Mineral kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 8,71 Å und c = 14,74 Å. Als Raumgruppe sind P4/n, P42/n, P4/nbm, P4/nmm, P42/nnm oder P42/ncm möglich, die Anzahl Formeleinheiten pro Elementarzelle liegt wahrscheinlich zwischen 24 und 32.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 B. F. Leonard, George A. Desborough und Cynthia W. Mead: Polhemusite, a new Hg-Zn sulfide from Idaho. In: American Mineralogist. 1978, 53, S. 1153-1161 (Volltext).
  2. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  3. Polhemusite bei mindat.org (engl.)

Literatur

  • Polhemusit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks