Nickelacetat

Strukturformel
2 Acetanion Nickelion
Allgemeines
Name Nickelacetat
Andere Namen

Nickel(II)-acetat

Summenformel C4H6NiO4
CAS-Nummer
  • 373-02-4 (wasserfrei)
  • 6018-89-9 (Tetrahydrat)
PubChem 9756
Kurzbeschreibung

grünliche Kristalle mit schwachem charakteristischen Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse
  • 176,78 g·mol−1 (Reinsubstanz)
  • 248,86 g·mol−1 (Tetrahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,768 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

Zersetzung [2]

Löslichkeit
  • 160 g/l (20 °C)[1]
  • löslich in Ethanol[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350i-341-360D-372-332-302-334-317-410
P: 201-​273-​308+313-​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 49-61-20/22-42/43-48/23-68-50/53
S: 53-45-60-61
LD50

350 mg·kg−1 (oral Ratte)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Nickelacetat ist das Nickelsalz der Essigsäure und gehört zur Gruppe der Acetate.

Gewinnung und Darstellung

Nickelacetat kann durch Reaktion von Nickel(II)-carbonat mit Essigsäure hergestellt werden.[5]

$ \mathrm{NiCO_3 + 2 \ C_2H_4O_2 \longrightarrow Ni(C_2H_3O_2)_2 + H_2O + CO_2 \uparrow} $

Eigenschaften

Nickelacetat tritt üblicherweise als Tetrahydrat auf. Der Kristallwassergehalt wurde erstmals 1878 von H. Stallo bestimmt.[5] Nickelacetat-Tetrahydrat kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/c mit den Gitterparametern a = 476,4 pm, b = 1177,1 pm, c = 842,5 pm und β = 93,6°. In der Elementarzelle befinden sich zwei Formeleinheiten.[6][7]

Nickelacetat-Tetrahydrat beginnt bei ca 80 °C sein Kristallwasser abzugeben.[8][9] Beim weiteren Erhitzen entsteht ein wasserfreies basisches Nickelacetat mit der stöchiometrischen Zusammensetzung 0,86 Ni(CH3COO)2·0,14 Ni(OH)2.[10] Die Zersetzung beginnt bei 250 °C, als Zwischenprodukte entstehen Nickelcarbid[9][10] und Nickel(II)-carbonat.[11] Die Endprodukte der Zersetzung sind Nickel(II)-oxid und elementares Nickel.[8][11]

Verwendung

Nickelacetat wird zum Beizen von Textilien und für Beschichtungen beim Eloxieren eingesetzt.[2]

Sicherheit

Nickelacetat ist als krebserzeugend eingestuft.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Datenblatt Nickelacetat bei AlfaAesar, abgerufen am 25. Februar 2011 (JavaScript erforderlich).
  2. 2,0 2,1 2,2 Eintrag bei www.chemicalland21.com
  3. 3,0 3,1 Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 373-02-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. 5,0 5,1 F. W. Clarke: „Einige Bestimmungen specifischer Gewichte“, in: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 1878, 11 (2), S. 1504–1507; doi:10.1002/cber.18780110261; Volltext bei gallica.
  6. T. C. Downie, W. Harrison, E. S. Raper, M. A. Hepworth: „A Three-Dimensional Study of the Crystal Structure of Nickel Acetate Tetrahydrate“, in: Acta Crystallographica, 1971, B27, S. 706–712; doi:10.1107/S0567740871002802.
  7. J. N. Van Niekerk, F. R. L. Schoening: „The crystal structures of nickel acetate, Ni(CH3COO)2·4H2O, and cobalt acetate, Co(CH3COO)2·4H2O“, in: Acta Crystallographica, 1953, 6 (7), S. 609–612; doi:10.1107/S0365110X5300171X.
  8. 8,0 8,1 M. A. Mohamed, S. A. Halawy, M. M. Ebrahim: „Non-isothermal decomposition of nickel acetate tetrahydrate“, in: Journal of Analytical and Applied Pyrolysis, 1993, 27 (2), S. 109–110. doi:10.1016/0165-2370(93)80002-H.
  9. 9,0 9,1 M. A. A. Elmasry, A. Gaber, E. M. H. Khater: „Thermal decomposition of Ni(II) and Fe(III) acetates and their mixture“, in: Journal of Thermal Analysis and Calorimetry, 1996, 47, S. 757–763; doi:10.1007/BF01981811.
  10. 10,0 10,1 J. C. De Jesus, I. Gonzalez, A. Quevedo, T. Puerta: „Thermal decomposition of nickel acetate tetrahydrate: an integrated study by TGA, QMS and XPS techniques“, in: Journal of Molecular Catalysis A: Chemical, 2005, 228 (1–2), S. 283–291; doi:10.1016/j.molcata.2004.09.065.
  11. 11,0 11,1 G. A. M. Hussein, A. K. H. Nohman, K. M. A. Attyia: „Characterization of the decomposition course of nickel acetate tetrahydrate in air“, in: Journal of Thermal Analysis and Calorimetry, 1994, 42, S. 1155–1165; doi:10.1007/BF02546925.

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