Gesellschaft Deutscher Chemiker

Gesellschaft Deutscher Chemiker

(Weitergeleitet von GDCh)
Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V.
(GDCh)
Gesellschaft Deutscher Chemiker
Zweck: Fachverband
Vorsitz: Barbara Albert
Gründungsdatum: 1949
Mitgliederzahl: rund 30000
Sitz: Frankfurt am Main

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh) ist eine Fachorganisation in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main, die ursprünglich nur Chemikern offen stand. Die GDCh wurde 1949 in Frankfurt am Main in der Tradition der Deutschen Chemischen Gesellschaft zu Berlin (DChG gegr. 1867) und des Vereins Deutscher Chemiker aus Vorläufervereinigungen der Besatzungszonen gegründet. Nach der Herstellung der Einheit Deutschlands traten viele Mitglieder der ehemaligen Chemischen Gesellschaft der DDR der GDCh bei. Mit der Satzungsänderung mit Wirkung vom 11. Oktober 2006 kann jeder Interessierte Mitglied der Gesellschaft werden, wenn er die Zwecke und Ziele der Gesellschaft unterstützen will und an der Chemie wissenschaftlich interessiert ist. So verpflichtet sich jedes Mitglied der GDCh unter anderem zur Einhaltung des Verhaltenskodex und bekennt sich somit zu Freiheit, Toleranz und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft.

Überblick

Die GDCh gliedert sich (Stand 2012) in 27 Fachgruppen, Arbeitskreise und Sektionen, die zum einen nach Fachgebieten (Anorganische Chemie, Lebensmittelchemische Gesellschaft usw.), zum anderen nach Interessengruppen (Frauenarbeit, Öffentlicher Dienst) geordnet sind. Die Aufgabe der GDCh ist die Förderung der Chemie und der Chemiker auf gemeinnütziger Grundlage, unter anderem durch Tagungen, Fortbildungen und die Herausgabe von Fachliteratur.

Die GDCh hat rund 30.000 Mitglieder (Stand 2012) aus Wissenschaft, Wirtschaft und freien Berufen, die regional in 60 Ortsverbänden strukturiert sind, davon um die 8.000 studentische und Jungmitglieder. Das JungChemikerForum (JCF) ist ein Zusammenschluss der jungen Mitglieder der GDCh, vorrangig Studenten und Doktoranden. Das 1997 gegründete JungChemikerForum ist unterteilt in regionale Gruppen (meist an Chemie-Universitätsstandorten). Derzeit gibt es 50 regionale Jungchemikerforen (Stand 2012).

Um der demografischen Entwicklung seiner Mitglieder Rechnung zu tragen, wurde im Oktober 2006 die Sektion Seniorexperten Chemie (SEC, engl. Senior Expert Chemists) gegründet.

Die GDCh gibt die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift Nachrichten aus der Chemie heraus. Außerdem ist die GDCh u. a. Herausgeber und Eigentümer der Fachzeitschrift Angewandte Chemie sowie weiterer chemiewissenschaftlicher Zeitschriften. Die GDCh ist weiterhin Eigentümer der Gmelin-Datenbank für Anorganische Chemie.

Arbeitskreise

Arbeitskreis Chemische Kristallographie

Der Arbeitskreis Chemische Kristallographie (AK ChemKrist) als ein Arbeitskreis innerhalb der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und Firmen, die sich der Kristallstrukturanalyse als analytischer Methode zur Lösung chemischer Fragestellungen bedienen.[1]

Der Arbeitskreis intensiviert den Gedankenaustausches innerhalb der Chemie, berät insbesondere Arbeitsgruppen, denen sich strukturchemische Probleme stellen, stellt ein Diskussionsforum für alle Anwendungsbereiche der Beugungsmethoden zur Lösung chemischer Fragestellungen, verstärkt die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Hard- und Software sowie auf apparativem Sektor und vertritt Nutzerinteressen im Dialog mit Herstellerfirmen. Weiterhin führt er Einführungs- und Fortbildungsveranstaltungen sowohl für den wissenschaftlichen Nachwuchs als auch für erfahrene Anwender durch. Weitere Zielsetzung sind die Einflussnahme auf die Gestaltung und Nutzung von Datenbanken und das Publikationswesen, die Etablierung als spezielle Interessenvertretung der in der GDCh organisierten Kollegen sowie die Kontaktpflege zur Deutschen Gesellschaft für Kristallographie.

Der Arbeitskreis wurde 1982 unter dem Namen KSAM (ein Akronym aus „KristallStrukturAnalyse von Molekülverbindungen“) gegründet und 1999 in ChemKrist umbenannt.[2]

Preise (Auszeichnungen)

Gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Stadt Frankfurt am Main verleiht die GDCh die hohe Auszeichnung „Otto-Hahn-Preis“. Der Otto-Hahn-Preis ist mit 50.000 EUR dotiert und damit einer der höchst-dotierten deutschen Preise in den Naturwissenschaften. Ebenfalls mit 50.000 dotiert ist der Karl-Ziegler-Preis der gleichnamigen, bei der GDCh angesiedelten Stiftung (s. u.). Weitere Preise der GDCh sind (zumeist mit 7.500 EUR dotiert):

Bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind mehrere Stiftungen angesiedelt, die neben Fördermaßnahmen auch Auszeichnungen vergeben:

Mit dem Programm „Historische Stätten der Chemie“ würdigt die GdCh Leistungen von geschichtlichem Rang in der Chemie.

Projekte

Die GDCh fördert die Chemie in Lehre, Forschung und Anwendung und engagiert sich für Verständnis und Wissen von Chemie und chemischen Zusammenhängen in der Öffentlichkeit u. a. auch in folgenden Projekten:

  • Forschungs- und Technologieführer - online, mit mehr als 2.400 registrierten chemischen Forschungsarbeitskreisen bundesweit
  • Im Jahr der Chemie 2003 als führende Chemieträgerorganisation
  • Mit dem Programm „Historische Stätten der Chemie“ würdigt die GDCh Leistungen von geschichtlichem Rang in der Chemie
  • Wöchentlich in der aktuellen Wochenschau werden Einblicke in aktuelle Forschungsthemen verschiedener Teilbereiche der Chemie vermittelt (bisherige Themen: Analytische Chemie, Elektrochemie und Farben & Lacke)
  • Vergabe von Reisestipendien zur Teilnahme an Tagungen und Kongressen

Weblinks

Literatur

  • Gesellschaft deutscher Chemiker (Hrsg.): 50 Jahre GDCH : Chemie erlebt, Redaktion: Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-924763-79-8.

Einzelnachweise

  1. chemkrist.de
  2. Fresenius J Anal Chem. Springer, Berlin 1999, ISSN 0939-0065, S. M87.