Fucoxanthin

Erweiterte Suche

Strukturformel
Strukturformel von Fucoxanthin
Allgemeines
Name Fucoxanthin
Summenformel C42H58O6
CAS-Nummer 3351-86-8
PubChem 5281239
Kurzbeschreibung

braunes Pulver [1]

Eigenschaften
Molare Masse 658,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Fucoxanthin gehört zur Gruppe der Xanthophylle und ist als Farbstoff in den Chloroplasten der Braunalgen vorhanden, was den Zweck der Photosynthese bei einer bestimmten Wellenlänge des Lichtes zum Optimum ausnutzt. Fucoxanthin findet sich ebenfalls in Meeresschwämmen, Schnecken und Vogelfedern.[2]

Anwendungen

Im Jahr 2006 berichtete die Presse über die Verbindung, da eine japanische Forschergruppe der Universität Hokkaidō um Kazuo Miyashita die Ergebnisse einer Studie an mehr 200 Ratten und Mäusen bekannt gab.[3] Diese zeigte bei Einnahme der Verbindung in Reinform eine bis zu 10 %ige Fettreduktion der Tiere, was die Spekulation zum Einsatz der Verbindung gegen Fettleibigkeit schürte. Die Wirkung beruht laut der Studie auf zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen. In fettleibigen Tieren stimuliert die Substanz ein Proteinexpression von Thermogenin (UCP1 von uncoupling proteine one). Das Gen für UCP1 ist für die Regulation der Energieaufnahme aus der Nahrung und der Energieumwandlung von chemischer Energie wichtig. Ist es aktiviert, wird überschüssige Energie in Form von Wärme abgestrahlt und nicht in chemische Energie umgewandelt. Die zweite Wirkung der Substanz liegt in der Fähigkeit die Produktion von Docosahexaensäure (DHA) in der Leber zu unterstützen.

Da Braunalgen (Undaria pinnatifida) zu den wichtigsten Bestandteilen der japanischen Misosuppe gehören und der Farbstoff in diesen vorkommt, wurde weiterhin über deren gewichtsreduzierende Wirkung spekuliert. Die Forscher widersprachen jedoch dieser Vermutung, da Fucoxanthin an Proteine im Seegras gebunden ist und damit nicht einfach absorbiert werden kann. Da über Dosierung und Nebenwirkungen der Substanz in Reinform beim Einsatz beim Menschen zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt war und eine bis zu 10 %ige Verringerung des Fettanteils keine Lösung bei Adipositas bedeutet, äußerten sich Mediziner skeptisch zu dem Mittel.[4] Inzwischen wurde eine Doppelblindstudie an Menschen veröffentlicht.[5]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Datenblatt Fucoxanthin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. April 2011.
  2. Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online – Version 3.13. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2011
  3. : Fucoxanthin from edible seaweed, Undaria pinnatifida, shows antiobesity effect through UCP1 expression in white adipose tissues. In: Biochemical and biophysical research communications. 332, Nr. 2, 2005, S. 392–7. doi:10.1016/j.bbrc.2005.05.002. PMID 15896707.
  4. Journal Med: Seegras-Bestandteil Fucoxanthin reduziert Fettleibigkeit bei Ratten, 15. September 2006
  5. : The effects of Xanthigen in the weight management of obese premenopausal women with non-alcoholic fatty liver disease and normal liver fat. In: Diabetes, Obesity and Metabolism. 12, 2010, S. 72. doi:10.1111/j.1463-1326.2009.01132.x.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

16.10.2021
Planeten | Elektrodynamik | Thermodynamik
Neues von den ungewöhnlichen Magnetfeldern von Uranus und Neptun
Tausende Grad heißes Eis - Wie es bei millionenfachem Atmosphärendruck entsteht und warum dieses leitende superionische Eis bei der Erklärung der ungewöhnlichen Magnetfelder der Gasplaneten Uranus und Neptun hilft.
14.10.2021
Elektrodynamik | Quantenphysik
Exotische Magnetzustände in kleinster Dimension
Einem internationalen Forscherteam gelang es erstmals, Quanten-Spinketten aus Kohlenstoff zu bauen.
15.10.2021
Sterne
Magentische Kräfte der Sonne: schnellere geladene Teilchen beobachtet
Protuberanzen schweben als riesige Wolken über der Sonne, gehalten von einem Stützgerüst aus magnetischen Kraftlinien, deren Fußpunkte in tiefen Sonnenschichten verankert sind.
14.10.2021
Planeten | Sterne
Der Planet fällt nicht weit vom Stern
Ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung von Planeten und ihrem jeweiligen Wirtsstern wurde in der Astronomie schon lange vermutet.
12.10.2021
Kometen und Asteroiden
Lerne die 42 kennen: Einige der größten Asteroiden fotografiert
Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile haben Astronom:innen 42 der größten Objekte im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter abgelichtet.
06.10.2021
Elektrodynamik | Festkörperphysik
Forschungsteam beobachtet eigenes Magnetfeld bei Doppellagen-Graphen
Normalerweise hängt der elektrische Widerstand eines Materials stark von dessen Abmessungen und elementarer Beschaffenheit ab.
05.10.2021
Festkörperphysik | Quantenphysik
Neue Art von Magnetismus in Kult-Material entdeckt
Ein internationales Wissenschaftsteam macht eine wegweisende Entdeckung in Strontiumruthenat.
30.09.2021
Kometen_und_Asteroiden | Planeten
Bombardement von Planeten im frühen Sonnensystem
Vesta, der größte Asteroid unseres Sonnensystems, war sehr viel früher einer umfangreichen Einschlagserie großer Gesteinskörper ausgesetzt als bislang angenommen.
30.09.2021
Plasmaphysik | Teilchenphysik
Strahldiagnostik für zukünftige Beschleuniger im Tischformat
Seit Jahrzehnten wurden Teilchenbeschleuniger immer größer - Seit einigen Jahren gibt es jedoch eine Alternative: „Teilchenbeschleuniger im Tischformat“, die auf der Laseranregung von Kielwellen in Plasmen (laser wakefield) basieren.
24.09.2021
Quantenoptik
Winzige Laser, die wie einer zusammenwirken
Israelische und deutsche Forscher:innen des Exzellenzclusters ct.