Calciumsulfid

Calciumsulfid

Kristallstruktur
Struktur von Calciumsulfid
__ Ca2+ __ S2−
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

$ Fm{\bar {3}}m $

Koordinationszahlen

Ca[6], S[6]

Allgemeines
Name Calciumsulfid
Andere Namen

Calciummonosulfid

Verhältnisformel CaS
CAS-Nummer 20548-54-3
PubChem 30182
Kurzbeschreibung

farbloses bis gelbliches Pulver mit Geruch nach Schwefelwasserstoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 72,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,8 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

Zersetzung >2000 °C[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-319-335-400
EUH: 031
P: 261-​273-​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Reizend Umweltgefährlich
Reizend Umwelt-
gefährlich
(Xi) (N)
R- und S-Sätze R: 31-36/37/38-50
S: (2)-28-61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Calciumsulfid ist ein farbloses Salz bestehend aus den Elementen Calcium und Schwefel mit der Summenformel CaS. Es kristallisiert kubisch in der Natriumchlorid-Struktur.

Gewinnung und Darstellung

Es wird durch Reduktion von Calciumsulfat mit Kohle hergestellt:

$ \mathrm {CaSO_{4}+2\ C\longrightarrow \ CaS+2\ CO_{2}} $

und kann in dem Reaktionsgemisch zu Calciumoxid und Schwefeldioxid weiterreagieren.

$ \mathrm {3\ CaSO_{4}+\ CaS\longrightarrow 4\ CaO+4\ SO_{2}} $

Eigenschaften

Calciumsulfid ist instabil und reagiert im Kontakt mit Wasser zu Calciumhydrogensulfid (Ca(HS)2), Calciumhydroxid (Ca(OH)2) und dem gemischten Salz Ca(SH)(OH).

$ \mathrm {CaS+\ H_{2}O\longrightarrow \ Ca(SH)(OH)} $
$ \mathrm {Ca(SH)(OH)+\ H_{2}O\longrightarrow \ Ca(OH)_{2}+\ H_{2}S} $

Kalkmilch Ca(OH)2, ergibt beim Kochen mit elementarem Schwefel „Schwefelkalkbrühe“, die als Insektizid und Fungizid verwendet wird. Die darin wirksame Substanz ist wahrscheinlich Calciumpolysulfid, nicht CaS.[4]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Eintrag zu Calciumsulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 29. Dezember 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. 2,0 2,1 Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 20548-54-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Holleman, A. F., Wiberg, E.: Inorganic Chemistry. Academic Press, San Diego 2001, ISBN 0-12-352651-5.