Ammoniumhydrogensulfat

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Strukturformel
Ammoniumion Hydrogensulfation
Allgemeines
Name Ammoniumhydrogensulfat
Andere Namen

Ammoniumbisulfat

Summenformel NH4HSO4
CAS-Nummer 7803-63-6
PubChem 24655
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 115,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,79 g·cm−3 (bei 20 °C)[1]

Schmelzpunkt

120 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

115,1 g·l−1 (20 °C) [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280-​305+351+338-​310 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34
S: 26-36/37/39-45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Ammoniumhydrogensulfat ist ein Ammoniumsalz der Schwefelsäure. Es besitzt die Formel NH4HSO4.

Gewinnung und Darstellung

Ammoniumhydrogensulfat entsteht bei Zersetzung von Ammoniumsulfat bei Temperaturen über 100 °C, wobei Ammoniak frei wird. Ammoniumhydrogensulfat entsteht in großen Mengen als Abscheidungsprodukt in Aktivkoks-Filteranlagen für Schwefeldioxid-haltige industrielle Abgase. Die Filter werden mit Sauerstoff, Ammoniak und Wasserdampf beschickt, wobei über Schwefelsäure das Hydrogensulfat und auch Ammoniumsulfat entstehen:[5]

$ \mathrm{2 \ SO_2 \ + \ O_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow 2 \ H_2SO_4} $
$ \mathrm{H_2SO_4 \ + \ NH_3 \longrightarrow (NH_4)HSO_4} $
$ \mathrm{(NH_4)HSO_4\ + \ NH_3 \longrightarrow (NH_4)_2SO_4} $

Eigenschaften

Ammoniumhydrogensulfat bildet weiße, monokline, hygroskopische Kristalle.[6] Die Substanz zersetzt sich bei Temperaturen über 120 °C wobei Schwefeloxide, Stickoxide und Ammoniak frei werden. Die Lösung von 100 g Ammoniumhydrogensulfat in 1 l Wasser zeigt bei 20 °C einen pH-Wert von 1[2], liegt also im stark sauren Bereich.

Verwendung

Verwendung findet es zur Herstellung von Ammoniumperoxodisulfat,[7] als Zusatzstoff in Stickstoffdünger,[8] zur Bekämpfung von Waldbränden als viskose Lösung/Suspension in Wasser und zur Herstellung von Ammoniumalaun und Flammschutzmitteln für Cellulose-Produkte.[1]

Sicherheitshinweise

Ammoniumhydrogensulfat ist als schwach wassergefährdend (WGK 1) eingestuft.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Eintrag zu CAS-Nr. 7803-63-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 31.12.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. 2,0 2,1 Datenblatt Ammoniumhydrogensulfat bei Carl Roth, abgerufen am 14. Dezember 2010.
  3. 3,0 3,1 Datenblatt Ammoniumhydrogensulfat bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. März 2011.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Heinz Brauer: Handbuch des Umweltschutzes und der Umweltschutztechnik: Band 3: additiver Umweltschutz: Behandlung von Abluft und Abgasen. Springer, 1996, ISBN 9783540580607, S. 577
  6. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale. 4. Auflage, Springer, 1997, ISBN 9783540600350, S. 596
  7. Arnold Willmes: Taschenbuch chemische Substanzen: Elemente - Anorganika - Organika - Naturstoffe - Polymere. 3. Auflage, Harri Deutsch Verlag, 2007, ISBN 9783817117871, S. 115
  8. Patent.de Verfahren zur Herstellung von granuliertem Ammoniumsulfat. Patent DE4126806A1, 11. Februar 1993

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