Sulvanit


Sulvanit

Sulvanit
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Sulvanit aus Mercur, Utah, Vereinigte Staaten
Chemische Formel

Cu3VS4

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.CB.70 (8. Auflage: II/C.10) nach Strunz
03.02.03.01 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin $ \bar{4}3m $
Farbe Bronze-gold
Strichfarbe Schwarz
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 3,68–4,0
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch
Spaltbarkeit gut
Habitus

Sulvanit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu3VS4 und bildet bis zu 2,5 Zentimeter große, kubische Kristalle von gold-bronzener Farbe.

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1900 von George A. Goyder[1] in der Edelweiss Mine bei Burra in South Australia (Australien) gefunden. Es wurde nach der Zusammensetzung aus den chemischen Elementen Schwefel (engl. sulphur) und Vanadium benannt.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Sulvanit zu den Metallsulfiden mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von 1:1 gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Colusit, Germanit, Maikainit, Morozeviczit, Germanocolusit, Ovamboit, Polkovicit, Renierit, Stibiocolusit, Nekrasovit und Vinciennit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es eine eigene Untergruppe der Sulfide mit Zink, Eisen, Kupfer oder Silber.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Arsenosulvanit eine Untergruppe der Sulfide und Sulfosalze mit der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j [By Cz] (A: Metalle, B: Halbmetalle, C. Nichtmetalle) und dem Verhältnis von z/y = 4.[2]

Bildung und Fundorte

Sulvanit bildet sich hydrothermal als primäres Sulfid in vanadiumhaltigen Kupferlagerstätten. Es ist je nach Fundort vergesellschaftet mit Chalkopyrit, Chalkosin, Digenit, Covellin, Chrysokoll, Malachit, Azurit, Atacamit, Vésigniéit, Mottramit und Gips oder Yushkinit, Sphalerit und Fluorit.

Vom seltenen Mineral sind derzeit 36 Fundorte (Stand: November 2010) bekannt. Neben der Typlokalität fand man Sulvanit in Dörrmorsbach in Bayern, der argentinischen Provinz Córdoba, Panagjurischte in Bulgarien, am Kechika River in British Columbia (Kanada), den chinesischen Provinzen Guizhou, Hunan und Sichuan, Kambove in Katanga, Demokratische Republik Kongo, Corte auf Korsika, der Kykladeninsel Tinos, der Toskana (Italien), Kosaka in Japan, Kentau in Kasachstan, Kuilyu in Kirgisistan, Tsumeb in Namibia, Pai-Choi-Gebirge und Sacha in Russland, Bor in Serbien sowie dem US-Bundesstaat Utah.[3]

Kristallstruktur

Sulvanit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe $ P\bar{4}3m $ mit dem Gitterparameter a = 5,391 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. archive.org - Chemical Society (Great Britain): Abstracts of proceedings (englisch, Page n209 u. n316)
  2. New Dana Classification of Sulfides
  3. Sulvanit bei mindat.org (englisch)

Literatur

  • Sulvanit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks