Strontiumcarbonat

Strontiumcarbonat

Strukturformel
Strontiumion Carbonation
Allgemeines
Name Strontiumcarbonat
Andere Namen
  • Kohlensaures Strontium
  • Strontianit
  • Strontium carbonicum
Summenformel SrCO3
CAS-Nummer 1633-05-2
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 147,63 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,74 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1497 °C (6 MPa)[1]

Siedepunkt

Zersetzung ab 1200 °C[1]

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (0,01 g·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Strontiumcarbonat, auch veraltet Kohlensaures Strontium, ist das Carbonat des Strontiums. Es besitzt die Summenformel SrCO3.

Vorkommen

Strontiumcarbonat findet sich in der Natur als Mineral Strontianit.

Darstellung

Die Darstellung von Strontiumcarbonat erfolgt durch Verschmelzen des Minerals Cölestin (SrSO4) mit Soda (Natriumcarbonat):

$ \mathrm {SrSO_{4}+Na_{2}CO_{3}\rightarrow SrCO_{3}+Na_{2}SO_{4}} $

Eigenschaften

Strontiumcarbonat

Strontiumcarbonat ist ein feines, weißes Pulver, das ähnliche Eigenschaften wie Calciumcarbonat besitzt. Das Salz dient als Ausgangsmaterial für die Gewinnung der meisten Strontiumverbindungen.

Strontiumcarbonat löst sich nicht in reinem, jedoch in Kohlendioxid/Kohlensäure-haltigem Wasser. Dabei bildet sich Strontiumhydrogencarbonat:

$ \mathrm {SrCO_{3}+H_{2}O+CO_{2}\rightarrow Sr(HCO_{3})_{2}} $

In Mineralsäuren entstehen aus Strontiumcarbonat lösliche Strontiumsalze. Man beobachtet die Entstehung von Kohlensäure, die weiter zu Wasser und Kohlendioxid zerfällt.

$ \mathrm {SrCO_{3}+2HCl\rightarrow SrCl_{2}+H_{2}CO_{3}} $

Bei 1268 °C unter normalem Luftdruck spaltet sich die chemische Verbindung in Strontiumoxid und Kohlendioxid:

$ SrCO_{3}\ _{\overrightarrow {1268\,^{\circ }\mathrm {C} }}\ SrO+CO_{2}\uparrow $

Erhöht man den Luftdruck auf ca. 70 bar, so schmilzt Strontiumcarbonat bei 1497 °C.

Verwendung

Strontiumcarbonat wird in Ferritmagneten eingesetzt und dient in Farbfernsehröhren als Absorber für Röntgenstrahlung.[2] Elektrolyse-Zink lässt sich mit Strontiumcarbonat reinigen. Zudem findet es in Glasuren und wegen der roten Flammenfärbung in der Pyrotechnik Verwendung.

In der Medizin wurde es früher gelegentlich zur Behandlung von Schizophrenien eingesetzt. Wegen der Verfügbarkeit verträglicherer Mittel wird es jedoch nicht mehr angewandt. Heute ist der Stoff nur noch in der Homöopathie unter dem Namen Strontium carbonicum im Einsatz, zum Beispiel bei Arthrose und Zerebralsklerose.

In der organischen Synthese kann Strontiumcarbonat zusammen mit Wasserstoff und Palladium zur selektiven Reduktion von Doppelbindungen eingesetzt werden.[3]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Eintrag zu Strontiumcarbonat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 3. September 2007 (JavaScript erforderlich)
  2. M. Binnewies et alii: Allgemeine und Anorganische Chemie. 2. Auflage. Spektrum, 2010, ISBN 3827425336, S. 383.
  3. Michael B Smith: Organic Synthesis. Academic Press, 2011, S. 431, (online Buchvorschau bei GoogleBooks).