Persil

Markenzeichen des Henkel-Persils

Persil ist eine Marke für ein Waschmittel des Henkel-Konzerns[1], benannt nach seinen ursprünglichen Hauptbestandteilen Perborat (Natriumperborat, als Bleichmittel) und Silikat (Natriumsilikat, als Schmutzlöser).

Persil-Uhr am Burgplatz in Flensburg neben der Diakonissenanstalt
Front- und Seitenansicht einer Persil-Blechdose. Der Slogan „Persil bleibt Persil“ stammt aus dem Jahr 1913.
Persil-Uhr in der Fußgängerzone von Lünen/ Westfalen mit der weißen Dame

Geschichte

Forscher Henkels entwickelten ein selbsttätiges Waschmittel unter diesem neuen Markennamen. Selbsttätig heißt nicht mehr schrubben zu müssen, die chemische Zusammensetzung ermöglicht das Lösen des Schmutzes ohne mechanisches Zutun.

Am 6. Juni 1907 erschien in der „Düsseldorfer Zeitung“ die erste Anzeige für Persil. Der Markenname konnte allerdings erst 1917 eingetragen werden, da Persil auch die französische Übersetzung von Petersilie ist.

1908 gab Henkel eine Garantie auf die sichere Anwendung des Mittels, die jeden durch den Gebrauch entstehenden Schaden ersetzen sollte. Persil hob sich von anderen Waschmitteln dadurch ab, dass es von Anfang an nur im Originalkarton und nicht als lose Ware verkauft wurde.

Mit Fassaden-Werbung am Alexanderplatz warb der VEB Persil-Werk 1951 in Berlins Ostteil für die DDR-Variante des Waschmittels.

Ab März 1923 wurde auch im Werk in Genthin, für das am 4. August 1921 der Grundstein gelegt wurde, Persil hergestellt.

Heute ist Persil das meistverkaufte Waschmittel in Deutschland. Bereits Ende der 1950er-Jahre wurde die grüne Hintergrundfarbe eingesetzt, ab 1970 wurde der Name in roter, serifenloser fetter Schrift gesetzt. Eine Besonderheit waren „Persil 59“, „Persil 65“ und „Persil 70“ mit zusätzlichen Jahreszahlen im Markennamen. „Persil 70“ kam bereits 1969 als „Waschmittel der 1970er-Jahre“ auf den Markt.

Unter der Marke wurden immer wieder kleine Neuheiten in den Markt eingeführt, wie 1987 flüssiges Waschmittel, 1994 kleine Kügelchen („Perlen“) statt Pulver, sowie 2002 flüssiges Waschmittel in selbstauflösenden Tütchen.

In der DDR produzierte das 1921 gegründete Henkel-Werk Genthin bis 1968 ein ebenfalls Persil genanntes Waschmittel. In den 1950er-Jahren firmierte das Unternehmen zunächst als VEB Persil-Werk, später als VEB Waschmittelwerk Genthin. Nach der Enteignung im Jahr 1945 hatte man in Genthin die Markenrechte für Persil, ATA, IMI und SIL für den Osten behalten. Mit der Einführung von Milwa Ende der 1950er-Jahre (hergestellt in Prettin) verlor die Marke „Persil“ in der DDR sehr an Bedeutung. Nach Einführung der neuen Genthiner Marke Spee im Jahre 1968 wurde dieses schnell zum meistverkauften Waschmittel der DDR. Die Produktion von „Persil“ wurde dann in der DDR eingestellt. Nach der „Wende“ kaufte Henkel das Werk Genthin zurück.

2007 feiert Persil seinen 100. Geburtstag mit dem Slogan 100 Jahre Persil – Rein in die Zukunft.

Vertrieb

Bereits 1908 erregte Henkel Aufsehen, als in Berlin weiß gekleidete Männer mit weißen Schirmen für Persil flanierten. Später zogen Werbehelfer überlebensgroße Persil-Pakete über und liefen damit durch die Stadt, ein früher Fall eines Walking Act. 1922 schuf der Berliner Grafiker Kurt Heiligenstaedt die berühmte Weiße Dame, die die Persil-Werbung bis in die Sechziger Jahre bestimmte. Ab 1924 setzte man „Haushaltsberaterinnen“ ein, 1928 eröffnete man die erste „Haushaltsschule“ zusammen mit Dr. Oetker; wieder aufgegriffen wurde diese Idee in den 1950er Jahren mit eigens erbauten, architektonisch auffällig gestalteten Persil-Schulen, unter anderem der Persil-Schule in München. Noch in den 1930er Jahren kamen sog. Himmelsschreiber, Flugzeuge, die für Persil mit Rauchschrift warben. 1932 produzierte Henkel den abendfüllenden Kinofilm Wäsche, Waschen, Wohlergehen, der bis zum Kriegsbeginn von 30 Mio Menschen gesehen wurde.

Ein Werbefilm entstand im Jahr 1948. In diesem hoch metaphorischen Zeichentrick-Film wird ein Märchen erzählt, in dem alle Tiere - weil sie am Pol lebten - weiß waren: Der Bär war weiß, der Fuchs und die Pinguine. Irgendwann begann die Sonne das Eis zu schmelzen, der Bär stolperte in eine Dreckpfütze und bekam einen braunen Pelz usw. Dank eines Matrosen, der zufällig am Pol vorbei fuhr und Persil dabei hatte, konnten einige Tiere wieder rein gewaschen werden. Nur für die vielen Pinguine reichte das Waschmittel nicht, so dass sie nur eine „weiße Weste“ bekamen.

Der erste Werbespot, der im deutschen Fernsehen am 3. November 1956 vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde, war ein Werbespot für Persil [2] [3], mit den Hauptdarstellern Beppo Brem und Liesl Karlstadt.

Von 1975 bis 1985 und nochmals 1995 warb der „Persil-Mann“ Jan-Gert Hagemeyer in der Art einer Nachrichtensendung für Persil.

Ende der 80er Jahre machte der Konzern mit dem „Kleinen Glühwürmchen von Persil“ auf die Marke aufmerksam - einer animierten Zeichentrickfigur, die die jüngere Zielgruppe der sogenannten „Baby-Detergent-Boomers“ (BDBs) anzusprechen versuchte.

1987 begann Henkel zum 80. Markenjubiläums von Persil, in Orten, in denen früher nachweisbar eine „Persiluhr“ stand, den Städten diese Uhr kostenlos anzubieten, um auch mit der „Weißen Dame“ das alte Marketing von Persil wieder positiv in den Vordergrund zu heben. So wurde z. B. in Flensburg, Hamm/Westf und in Lünen (s. Foto) eine Persiluhr aufgestellt. In Lünen wurde damals sogar die Bushaltestelle im Zentrum zu „Lünen, Persiluhr“ umbenannt; auch ein Hotel dort bezeichnet sich „An der Persil-Uhr“.

Besonders bekannt ist die Persil Leuchtreklame auf der Turmspitze des Wilhelm-Marx-Hauses in Düsseldorf und dies seit mehr als 50 Jahren. Die Leuchtreklame wird durch eine raffinierte Technik unterstützt. Die Buchstaben stehen auf einer Art Hebebühne, welche tagsüber heruntergefahren ist und damit ist die Reklame nicht zu sehen. Bei Dunkelheit fährt die Bühne hoch und zeigt die Persil-Schriftzüge in alle vier Himmelsrichtungen.

Markenrecht

Zu Beginn gab es Unklarheiten um die Zukunft des Namens, da sich die Marke auf dem französischen Markt nicht schützen ließ. Persil ist das französische Wort für Petersilie.

Deshalb wird das Henkel-Waschmittel in Frankreich unter dem Namen LeChat vermarktet.

Persil im Ausland

Unilever-Persil in einem britischen Supermarkt

Henkel vertreibt sein Waschmittel Persil in den Ländern Ägypten, Belgien, Bulgarien, China, Finnland, Israel, Kroatien, Lettland, Libanon, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Serbien, Singapur, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, Ukraine und Ungarn.

Ein in Frankreich, Großbritannien, Irland und Neuseeland vertriebenes Waschmittel mit dem Namen Persil stammt vom Konzern Unilever. In Frankreich heißt Henkels Persil Le Chat. In Italien und Griechenland firmiert Henkels Persil als Dixan. In Österreich wird aber unter dem Namen Dixan ein weiteres Waschmittel von Henkel verkauft. In Deutschland war Dixan in den 1960er-Jahren ein spezielles Waschmittel für die aufkommenden Waschmaschinen, für die viele bis dahin gängige Waschmittel nicht geeignet waren.

Siehe auch

  • Persilschein

Einzelnachweise

  1. Markenregister
  2. http://www.kress.de/cont/spot.php?spot=101
  3. http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2006/11/03.jhtml

Weblinks

 Commons: Persil – Sammlung von Bildern
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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