Natriumdichromat

Natriumdichromat

Strukturformel
2 Natriumion Dichromation
Allgemeines
Name Natriumdichromat
Andere Namen
  • Rotes chromsaures Natrium
  • Doppeltchromsaures Natrium
  • Natriumpyrochromat
  • Natriumbichromat
Summenformel Cr2Na2O7
CAS-Nummer
  • 10588-01-9
  • 7789-12-0 (Dihydrat)
Kurzbeschreibung

orangerote, geruchlose, hygroskopische Kristallnadeln[1]

Eigenschaften
Molare Masse 261,97 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,52 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

356,7 °C [1]

Siedepunkt

400 °C (Zersetzung) [1]

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (2355 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
03 – Brandfördernd 06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272-350-340-360FD-330-301-312-372-314-334-317-410
P: 201-​273-​280-​301+330+331-​302+352-​304+340-​305+351+338-​309-​310Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Brandfördernd Sehr giftig Umweltgefährlich
Brand-
fördernd
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(O) (T+) (N)
R- und S-Sätze R: 45-46-60-61-8-21-25-26-34-42/43-48/23-50/53
S: 53-45-60-61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Natriumdichromat(VI) (Na2Cr2O7) ist ein Natriumsalz der Dichromsäure (H2Cr2O7) und zählt zu den Chromaten. Es kristallisiert auch als Dihydrat (Na2Cr2O7 · 2 H2O, molare Masse 297,99 g/mol).

Gewinnung und Darstellung

Kristalle von Natriumdichromat

Natriumdichromat wird im großen Maßstab aus Erzen mit Chrom(III)-oxiden gewonnen. Das Erz wird mit Basen (in der Regel Natriumcarbonat) bei hohen Temperaturen in Anwesenheit von Sauerstoff behandelt:

$ \mathrm {2\ Cr_{2}O_{3}+4\ Na_{2}CO_{3}+3\ O_{2}\rightarrow 4\ Na_{2}CrO_{4}+4\ CO_{2}} $

Reaktionen in wässriger Lösung

Die wässrige Lösung reagiert sauer und es stellt sich ein Dichromat-Chromat-Gleichgewicht ein. Da das Chromat-Anion (CrO42−) eine starke Base ist, liegt das Anion zum großen Teil als Hydrogenchromat (HCrO4) vor:

$ \mathrm {Cr_{2}O_{7}^{2-}\ +\ H_{2}O\rightleftharpoons \ 2\ HCrO_{4}^{-}} $

Da durch die Autoprotolyse des Wassers immer OH-Ionen und H+-Ionen (bzw. H3O+-Ionen) vorhanden sind stellen sich weitere Gleichgewichtsreaktionen ein:

$ \mathrm {Cr_{2}O_{7}^{2-}\ +\ H_{3}O^{+}\rightleftharpoons \ HCrO_{7}^{+}} $
$ \mathrm {HCrO_{4}^{-}\ +\ H_{2}O\rightleftharpoons \ CrO_{4}^{2-}\ +\ H_{3}O^{+}} $
$ \mathrm {HCrO_{4}^{-}\ +\ H_{3}O^{+}\rightleftharpoons \ H_{2}CrO_{4}\ +\ H_{2}O} $
$ \mathrm {2\ H_{2}CrO_{4}\rightleftharpoons \ HCr_{2}O_{7}^{-}\ +\ H_{3}O^{+}} $

Verwendung

Es findet häufige Verwendung in der Metalloberflächenbehandlung (Korrosionsinhibitor), zur Holz-Imprägnierung und unter Anderem zur Herstellung von Korrosionsschutzpigmenten verwendet[4], wobei ein Gleichgewicht aus Natriumdichromat und Natriumchromat gebildet wird. Weiterhin wird es in der chemischen Industrie als Oxidationsmittel für organische Syntheseprozesse verwendet, beispielsweise zur Synthese von Anthrachinon.[5]

Sicherheitshinweise

Natriumdichromat ist sehr giftig, brandfördernd und umweltgefährlich.[2] Es kann Krebs erzeugen, vererbbare Schäden verursachen, die Fortpflanzungfähigkeit beeinflussen und das Kind im Mutterleib schädigen.[1] Vor der Arbeit mit Natriumdichromat sollte auf jeden Fall das Sicherheitsdatenblatt zu Rate gezogen und alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Eintrag zu Natriumdichromat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 9. November 2007 (JavaScript erforderlich)
  2. 2,0 2,1 2,2 Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10588-01-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Patent DE 2707486C2
  5. Skript Uni Mainz