Myotilin

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Myotilin

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 498 AA, 57 kDa[1]
Sekundär- bis Quartärstruktur Homodimer
Isoformen 2
Bezeichner
Gen-Name MYOT
Externe IDs OMIM: 604103 UniProtQ9UBF9
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Landwirbeltiere[2]

Myotilin, engl. auch Titin immunglobulin domain protein, kurz TTID, ist ein Protein in Säugetieren und manchen Reptilien. Beim Menschen wird es kodiert vom Myotilin-Gen (MYOT) und ist auf dem langen Arm von Chromosom 5 (5q31.2) lokalisiert. Myotilin wird beim Menschen im Sarkolemm der Skelettmuskeln, der Herzmuskeln, im Knochenmark und der Schilddrüse gebildet.[3]

Aufbau und Funktion

Die genaue Funktion von Myotilin ist noch nicht bekannt. Myotilin besitzt zwei immunglobulin-ähnliche (Ig-like) Domänen am Carboxy-Terminus. Über diese Domänen können je 2 Myotilin-Moleküle antiparallele Dimere bilden. Myotilin besitzt außerdem Bindungsstellen für 2 weitere Proteine, Alpha-Actinin und Filamin C. Alpha-Actinin ist eine der Hauptkomponenten der Z-Scheibe des Sarkomers im Muskel und dient unter anderem der Verbindung von Actin-Filamenten („cross-linking“).

Es wird außerdem vermutet, dass Myotilin bei der Bildung der Sarkomere eine wichtige Rolle spielt (Myofibrillinogenese). Einer Überexpression von Myotilin führte bei in vitro Experimenten zu abnormal dicken Muskelfasern.

Medizinische Bedeutung

Mutationen im MYOT-Gen können zu drei allelischen Muskelerkrankungen führen, die zusammengefasst als Myotilinopathien bezeichnet werden.[4]

Quellen

Einzelnachweise

  1. D. Selcen, A. G. Engel: Myofibrillar myopathies. In: Handbook of clinical neurology / edited by P.J. Vinken and G.W. Bruyn Band 101, 2011, S. 143–154, ISSN 0072-9752. doi:10.1016/B978-0-08-045031-5.00011-6. PMID 21496631. (Review).
  2. Orthologe bei OMA
  3. UniProt Q9UBF9
  4. * L. Broglio, M. Tentorio u.a.: Limb-girdle muscular dystrophy-associated protein diseases. In: The neurologist. Band 16, Nummer 6, November 2010, S. 340–352, ISSN 1074-7931. doi:10.1097/NRL.0b013e3181d35b39. PMID 21150381. (Review).

Weiterführende Literatur

  • J. Wang, D. K. Dube u.a.: Myotilin dynamics in cardiac and skeletal muscle cells. In: Cytoskeleton (Hoboken, N.J.). [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] Oktober 2011, ISSN 1949-3592. doi:10.1002/cm.20542. PMID 22021208.
  • P. von Nandelstadh, R. Soliymani u.a.: Analysis of myotilin turnover provides mechanistic insight into the role of myotilinopathy-causing mutations. In: The Biochemical journal. Band 436, Nummer 1, Mai 2011, S. 113–121, ISSN 1470-8728. doi:10.1042/BJ20101672. PMID 21361873.
  • J. Ochala, O. Carpén, L. Larsson: Maintenance of muscle mass, fiber size, and contractile function in mice lacking the Z-disc protein myotilin. In: Upsala journal of medical sciences. Band 114, Nummer 4, 2009, S. 235–241, ISSN 2000-1967. doi:10.3109/03009730903276399. PMID 19878039. PMC 2852774.
  • L. Carlsson, J. G. Yu u.a.: Myotilin: a prominent marker of myofibrillar remodelling. In: Neuromuscular disorders : NMD. Band 17, Nummer 1, Januar 2007, S. 61–68, ISSN 0960-8966. doi:10.1016/j.nmd.2006.09.007. PMID 17056257.

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