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Als Moschus wird ein Duftstoff bezeichnet, der bei der Herstellung von Parfümen und Seifen Verwendung findet. Er enthält Bestandteile, die Strukturähnlichkeiten zu Pheromonen haben. Diese sollen aphrodisierend wirken.

Bestandteile von Moschus im Detail:

  • Muscon, C16H30O, Hauptduftstoff von Moschus - Anteil 0,5 bis 2 %
  • Muscopyridin, C15H25N
  • 2,6-Nonamethylenpyridin, C14H21N
  • 2,6-Decamethylenpyridin, C15H23N
  • 3-Methylcyclotridecanon, C14H26O
  • Cyclotetradecanon, C14H26O
  • 5-cis-Cyclotetradecenon, C14H24O
  • 5-cis-Cyclopentadecenon, C15H26O
  • 14-Methyl-5-cis-cyclopentadecenon, C16H28O
  • Muscol, C16H32O

Ursprünglich wurde nur das Sekret aus einer Drüse am Bauch des Moschushirsches vor den Geschlechtsorganen "Moschus" genannt. Bereits im Altertum war Moschus über die Vermittlung durch die Perser bekannt; Moschushirsche lebten an den Ostgrenzen ihres Reiches. Üblicherweise wurden die Tiere getötet und die Drüse entfernt. Erst im 20. Jahrhundert begann man mit Versuchen, lebenden Moschushirschen in Farmen das Sekret zu entnehmen.

Der Begriff Moschus wird heute auch auf Drüsensekrete anderer Tiere und auch auf Pflanzensäfte angewandt, die einen ähnlichen Geruch haben. Unter den Tieren sondern Moschusochsen, Moschusböcke, Bisamratten und Moschusenten solchen "falschen Moschus" ab; bei den Pflanzen sind dies die Gauklerblume und der Abelmoschus.

Seit 1888 wird Moschus auch auf synthetischem Wege hergestellt. Dem Chemiker Albert Baur gelang als erstem die Herstellung von künstlichem Moschus. Der Begehrtheit des tierischen Originalmoschus tut dies allerdings wenig Abbruch, vor allem, da er auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin Bedeutung hat und dort kein synthetischer Ersatzstoff eingesetzt wird.

Künstliche Moschusersatzstoffe

Industriell werden vor allem polyzyklische Moschusersatzstoffe statt des natürlichen Moschus für die Parfümierung von Kosmetika und Waschmitteln eingesetzt. Es handelt sich dabei meist um Gemische aus Substanzen mit den Handelsnamen Galaxolid und Tonalid, seltener auch Celestolid und Pantolid.

Früher wurde auch häufig Moschusxylol verwendet.

Umweltverträglichkeit

Polyzyklische Moschusersatzstoffe (vgl. Cashmeran) sind kaum wasserlöslich und haben eine geringe Polarität[1]. Durch diese lipophilen Eigenschaften reichern sie sich im Fettgewebe (Bioakkumulation)[2]an; ihre Verwendung in Kosmetikprodukten ist daher umstritten. Aufgrund ihrer schweren Abbaubarkeit werden sie durch die Abwasseraufbereitungsprozesse in kommunalen Kläranlagen nur teilweise aus den Abwässern entfernt. Daher sind Galaxolid und Tonalid, untergeordnet auch Celestolid und Pantolid, in Wasser, Sedimenten und Schwebstoffen aller deutschen Flüsse nachweisbar.

Literatur und Medien

  • Lukas Schröck: Historia moschi. Ad normam academiæ naturæ curiosorum conscripta. Göbel, Augsburg 1682.
  • WWF Schweiz: Parfüm und Medizin mit Moschus
  • Tilman Achtnich: Der Geruch des Todes. Moschus – vom teuersten Duft der Welt. Südwestrundfunk 2001 (Filmdokumentation).
  • D. J. Rowe: Chemistry and technology of flavors and fragrances. Blackwell, Oxford u. a. 2005, S. 143–165 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).

Weblinks

 Commons: Moschus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. Umweltbundesamt: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltthemen/gesundheit/fact_sheets/Fact_Sheet_Polymoschusverbindungen.pdf
  2. Umweltbundesamt: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltthemen/gesundheit/fact_sheets/Fact_Sheet_Polymoschusverbindungen.pdf

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