Millerit

Millerit
Millerite-Quartz-232902.jpg
Nest aus nadeligen Milleritkristallen auf Quarz aus Halls Gap, Lincoln County, Kentucky, USA
Chemische Formel

NiS

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.CC.20 (8. Auflage: II/C.21) nach Strunz
02.08.16.01 nach Dana
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin ditrigonal-pyramidal $ \ 3 m $
Farbe messinggelb, bisweilen bunt oder grau
Strichfarbe grünlich-schwarz
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 5,374
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch zerhackt, spröde oder uneben
Spaltbarkeit {1011} vollkommen, {0112} vollkommen
Habitus
Zwillingsbildung unter Druck entlang {0112}

Millerit (Haarkies, Nickelkies, Gelbnickelkies, Haarpyrit, Trichopyrit, chemisch Nickel(II)-sulfid) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung NiS und entwickelt meist dünne, langgestreckte Kristalle mit bis zu acht Zentimeter Länge von messinggelber bis bronzener Farbe. Diese stehen meist als haarartige Büschel zusammen.

Etymologie und Geschichte

Millerit wurde erstmals 1845 von Wilhelm Ritter von Haidinger in der Typlokalität Jáchymov (Sankt Joachimsthal) im tschechischen Teil des Erzgebirges gefunden. Es wurde nach dem britischen Mineralogen William Hallowes Miller benannt, der das Mineral als erster untersuchte.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Millerit bei den Sulfiden und Sulfosalzen klassifiziert. Es wird zu den Sulfiden mit einem Verhältnis vom Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von 1:1 gezählt. In der achten Auflage bildete es mit Lapieit, Mäkinenit, Mückeit und Zlatogorit eine Gruppe. In der neunten Auflage werden die Legierungen zusätzlich nach Kationen unterteilt, dort ist Millerit mit Mäkinenit in der Klasse der Metallsulfide mit Eisen, Cobalt oder Nickel zu finden.

In der Systematik der Minerale nach Dana bildet es mit Mäkinenit eine Untergruppe der Sulfide - einschließlich Seleniden und Telluriden - mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=1:1. [1]

Bildung und Fundorte

Millerit-Stufe mit außergewöhnlich dicken Milleritnadeln aus der Grube Friedrich bei Schönstein, Wissen (Rheinland-Pfalz)

Millerit bildet sich meist unter niedrigen Temperaturen in Kalkstein oder Baryt. Auch als Verwitterungsprodukt anderer Nickelminerale oder in Sedimenten kann Millerit gebildet werden. Es ist vergesellschaftet mit Gersdorffit, Polydymit, Nickelin, Galenit, Sphalerit, Pyrit, Chalcopyrit, Pyrrhotin, Pentlandit, Cubanit, Calcit, Dolomit, Siderit, Baryt und Ankerit.

Es sind eine Vielzahl von Fundstellen (695 mit dem Stand von August 2009) für Millerit bekannt. Zu den Fundorten zählen Müsen, Wissen, Ramsbeck, Lünen-Brambauer und Kamsdorf in Deutschland, Kotalahti in Finnland, Kladno in Tschechien, Merthyr Tudful in Wales, Kambalda und Leinster in Australien, Bindura in Simbabwe, Mabilikwe Hill in Südafrika, Temagami, Thompson, Brompton Lake und Malartic in Kanada, sowie Antwerp, Keokuk, St. Louis und Esterbrook Park in den Vereinigten Staaten.

Kristallstruktur

Struktur von Millerit

Millerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem in der Raumgruppe R3m mit den Gitterparametern a = 9,6071 Å und c = 3,1434 Å[2], sowie neun Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die Struktur entspricht der Nickelarsenid-Struktur.

Verwendung

Millerit ist ein Nickelerz und wird als Rohstoff für die Gewinnung elementarem Nickels verwendet.

Einzelnachweise

  1. Liste der Minerale nach Dana bei webmineral.com
  2. American Mineralogist Crystal Structure Database - Millerite (englisch, 1974)

Literatur

  • Millerit in: Anthony u. a.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)
  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 34.

Weblinks

 Commons: Millerite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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