Leukipp, Idealportrait

Der griechische Philosoph Leukipp (* 5. Jahrhundert v. Chr. in Milet oder Abdera in Thrakien) gilt als Schüler[1] des Parmenides und zusammen mit seinem Schüler Demokrit als Begründer des Atomismus.

Nach atomistischer Auffassung und in Abweichung[1] von den parmenidischen Lehren besteht die Welt aus leerem Raum und Materie. Dies ist denknotwendig, da sich die Materie ohne den leeren Raum niemals bewegen könnte. Durch ein Neuordnen der kleinsten Teilchen Atome oder "atomoi" (unteilbar das kleinste) entsteht Veränderung. Alles Stoffliche setzt sich somit aus unendlich vielen Bauteilen, den Atomen zusammen, durch deren Umordnungen Werden und Vergehen erklärt werden kann.
Das Kausalgesetz Leukipps lautet: „Kein Ding entsteht planlos, sondern aus Sinn und unter Notwendigkeit.“[2] Diese Lehre wurde von Demokrit weitergeführt und zum Materialismus ausgearbeitet, allerdings ist heute nicht mehr nachvollziehbar, welchen Teil der Lehre Demokrit von seinem Lehrer übernommen hat, da nur Textfragmente erhalten sind.

Er gilt als Verfasser von Das große Weltsystem und Über den Geist. Manche Historiker behaupten, dass Leukipp nie existiert habe, sondern Demokrit diesen Namen als Pseudonym benutzt habe. Die heutige Wissenschaft unterstützt diese These jedoch nicht.

Quellensammlungen

  • Fritz Jürß, Reimar Müller, Ernst Günther Schmidt (Hrsg.): Griechische Atomisten. Texte und Kommentare zum materialistischen Denken der Antike. Reclam, Leipzig 1973
Weitere Quellensammlungen siehe Quellensammlungen der Vorsokratiker

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Sousanna-Maria Nikolaou: Die Atomlehre Demokrits und Platons Timaios. Eine vergleichende Untersuchung (= Beiträge zur Altertumskunde. Bd. 112). Teubner, Stuttgart u. a. 1998, ISBN 3-519-07661-6, S. 42 (Zugleich: Köln, Universität, Dissertation, 1997).
  2. Hermann Diels (Hrsg. und Übers.): Die Fragmente der Vorsokratiker. Griechisch und deutsch. Herausgegeben von Walther Kranz, 67 B 2.

Weblinks

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