Jelley-Refraktometer

Das Jelley-Refraktometer ist ein nach seinem Erfinder Jelley benanntes Refraktometer und dient dazu, den Brechungsindex von Flüssigkeiten zu ermitteln.

Aufbau eines Jelley-Refraktometers

Ein durch eine Lampe beleuchteter, horizontal liegender Spalt S dient als sekundäre Lichtquelle. Wie aus der Abbildung zu entnehmen, fällt das Licht auf horizontalem Wege durch eine ebenfalls spaltförmige Öffnung O, hinter der ein Glas-Mikroprisma auf einen Glasträger aufgeklebt ist, so dass oben zwischen aufgeklebtem Prisma und Glasträger ein wiederum prismenförmiger Zwischenraum entsteht. In diesen füllt man einen winzigen Tropfen der zu untersuchenden Flüssigkeit.

Wenn der Brechungsindex von Flüssigkeit und Glas identisch sind, wird der Lichtstrahl gerade durch diese Anordnung durchgehen. In den anderen Fällen wird der Lichtstrahl nach oben oder unten abgelenkt. Wenn man nun durch die Öffnung O schaut, scheint der Lichtstrahl von unter- oder oberhalb der eigentlichen Beleuchtungsöffnung S zu kommen. Eine Skala zeigt dann direkt die Brechzahl der Flüssigkeit an.

Die Wahl des Glasmaterials des Mikroprismas und dadurch dessen Brechungsindex beeinflusst den Messbereich der Anordnung. Entsprechend muss die Skala angepasst werden.

Eigenschaften

Das Jelley-Refraktometer besteht aus einem mechanisch besonders einfachen, preiswert herstellbaren Aufbau, erzielt eine gute Präzision der Messergebnisse, und es werden nur sehr geringe Mengen der zu untersuchenden Flüssigkeit benötigt. Es ist dabei aber sehr empfindlich in der Handhabung, das Mikroprisma wird bei unsachgemäßer Handhabung leicht beschädigt.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

01.04.2021
Teilchenphysik
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte.
01.04.2021
Planeten - Elektrodynamik - Strömungsmechanik
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
30.03.2021
Kometen_und_Asteroiden
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
25.04.2021
Raumfahrt - Astrophysik - Teilchenphysik
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen.
25.03.2021
Quantenoptik
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
24.03.2021
Schwarze_Löcher - Elektrodynamik
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Astrophysik
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.
23.03.2021
Supernovae - Teilchenphysik
Können Sternhaufen Teilchen höher beschleunigen als Supernovae?
Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal gezeigt, dass hochenergetische kosmische Strahlung in der Umgebung massereicher Sterne erzeugt wird. Neue Hinweise gefunden, wie kosmische Strahlung entsteht.
23.03.2021
Teilchenphysik
Neue Resultate stellen physikalische Gesetze in Frage
Forschende der UZH und des CERN haben neue verblüffende Ergebnisse veröffentlicht.
19.03.2021
Festkörperphysik - Teilchenphysik
Elektronen eingegipst
Eine scheinbar einfache Wechselwirkung zwischen Elektronen kann in einem extremen Vielteilchenproblem zu verblüffenden Korrelationen führen.