Isocubanit


Isocubanit

Isocubanit
Chemische Formel

CuFe2S3

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.CB.55b (8. Auflage: II/C.04) nach Strunz
02.09.13.03 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin $ m\bar{3}m $
Farbe bronzefarben
Strichfarbe
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 4,08
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch unregelmäßig
Spaltbarkeit
Habitus

Isocubanit, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung CuFe2S3 und bildet bronzefarbene idiomorphe bis kuboktaedrische Körner sowie Ränder oder Lamellen auf eisen- und zinkreichem Chalkopyrit.

Etymologie und Geschichte

Isocubanit wurde erstmals 1988 von R. Caye, B. Cervelle, F. Cesbron, E. Oudin, P. Picot und F. Pillard in einem Schwarzen Raucher auf dem Ostpazischen Rücken entdeckt und beschrieben. Das Mineral ist in Analogie zum ähnlichen Cubanit benannt.[1]

Klassifikation

In der Systematik der Minerale nach Strunz wird Isocubanit zu den Metallsulfiden mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von 1:1 gezählt. Nach der 8. Auflage bildet es dabei zusammen mit Haycockit, Mooihoekit, Orickit, Putoranit, Talnakhit und Wilhelmramsayit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit Cubanit eine Untergruppe der Sulfide mit Zink, Eisen, Kupfer oder Silber.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Argentopyrit und Cubanit eine Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=1:1.[2]

Modifikationen und Varietäten

Isocubanit ist eine metastabile Verbindung, die nur oberhalb von 210 °C die stabilere Modifikation ist. Unterhalb dieser Temperatur ist die orthorhombische Modifikation stabiler, die in der Natur als das häufigere Mineral Cubanit vorkommt.[3]

Bildung und Fundorte

Isocubanit entsteht durch Erhitzen von Cubanit auf 200-270 °C. Es bildet sich vor allem in untermeerischen Schwarzen Rauchern, hydrothermalen Kupfersulfid-Vorkommen und vulkanischen Bimsablagerungen. Isocubanit ist vergesellschaftet mit Chalkopyrit, Pyrit, Pyrrhotin, Sphalerit, Wurtzit und Anhydrit.[4]

Es sind nur wenige Fundorte des Isocubanits bekannt. Unter Wasser fand man das Mineral neben der Typlokalität auch am mittelatlantischen Rücken. Weitere Fundorte sind Kauns in Österreich, Sinatengrün und Waldsassen in Deutschland, Berceto in Italien, Mednogorsk in Russland und der Vulkan Kīlauea auf Hawaii.

Kristallstruktur

Isocubanit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe $ Fm\bar{3}m $ mit dem Gitterparameter a = 5,303 Å sowie drei oder vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. R. Caye, B. Cervelle, F. Cesbron, E. Oudin, P. Picot, F. Pillard: Isocubanitea, new definition of the cubic polymorph of cubanite CuFe2S3. In: Mineralogical Magazine. 1988, 52, S. 509-514 (Abstract in American Mineralogist, S. 503).
  2. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  3. Eckard Amelingmeier: Cubanit. In: Römpp Chemie-Lexikon. Thieme Verlag, Stand August 2004.
  4. Isocubanit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101.

Literatur

  • Isocubanit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks