Hydroxylammoniumnitrat


Hydroxylammoniumnitrat

Strukturformel
Strukturformel von Hydroxylammoniumnitrat
Allgemeines
Name Hydroxylammoniumnitrat
Andere Namen
  • Hydroxylaminnitrat
  • HAN
Summenformel H4N2O4
CAS-Nummer 13465-08-2
PubChem 26045
Kurzbeschreibung

Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 96,05 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,841 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

100 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

löslich in Wasser[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
01 – Explosionsgefährlich 06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 201-351-311-302-373-319-315-317-400
P: 273-​280-​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Explosionsgefährlich Giftig Umweltgefährlich
Explosions-
gefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(E) (T) (N)
R- und S-Sätze R: 2-22-24-36/38-40-43-48/22-50
S: (1/2)-26-36/37-45-61
LD50

882 mg·kg−1 (Ratte, oral)[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Hydroxylammoniumnitrat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Nitrate und ein Salz von Hydroxylamin.

Gewinnung und Darstellung

Hydroxylammoniumnitrat kann durch Reaktion von Hydroxylammoniumsalzen wie Hydroxylammoniumsulfat oder Hydroxylammoniumchlorid mit Nitraten wie Bariumnitrat, Natriumnitrat, Kaliumnitrat oder Calciumnitrat gewonnen werden.[7] Es kann auch durch Elektrosynthese aus Salpetersäure gewonnen werden.[8]

Eigenschaften

Hydroxylammoniumnitrat ist ein Feststoff mit monokliner Kristallstruktur.[2] Er zersetzt sich bei Erhitzung über 100 °C explosionsartig, wobei Wasser, Sauerstoff, Stickstoff und geringe Mengen Stickstoffmonoxid entstehen.[1] Aus diesem Grund wird er als Einkomponenten-Treibstoff für Raketen und Granaten untersucht.[9] Das technische Produkt wird in Lösung mit Wasser in den Handel gebracht.[3] Es wurde auch als Reduktionsmittel in der Plutonium-Uran-Trennung und Plutonium-Rückextraktion verwendet.[10]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Eintrag zu CAS-Nr. 13465-08-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. Dezember 2010 (JavaScript erforderlich)
  2. 2,0 2,1 A. L. Rheingold, J. T. Cronin, T. B. Brill and F. K. Ross: Structure of hydroxylammonium nitrate (HAN) and the deuterium homolog. In: Acta Crystallographica Section C. 43, Nr. 3, März 1987, S. 402–404. doi:10.1107/S0108270187095593.
  3. 3,0 3,1 3,2 Datenblatt Hydroxylammoniumnitrat bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. Dezember 2010.
  4. 4,0 4,1 Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 13465-08-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. Toxikologische Bewertung von Hydroxylamin und seine Salze bei BG Chemie, abgerufen am 22. August 2012.
  7. Freepatentsonline: Hydroxylammonium nitrate process
  8. Ralph E. White; Modern Aspects of Electrochemistry; ISBN 978-1-4419-0654-0
  9. Fraunhofer-Gesellschaft: Investigation of the combustion of liquid gun propellants in closed chambers
  10. Naturwissenschaftliche Rundschau, Band 36, S.313

Weblinks