Henry Taube

Erweiterte Suche

Gedenktafel für Henry Taube an der Universität von Saskatchewan

Henry Taube (* 30. November 1915 in Neudorf, Saskatchewan; † 16. November 2005 in Palo Alto, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Chemiker. Er erhielt 1983 den Nobelpreis für Chemie, da es ihm gelungen ist, die Reaktionsmechanismen der Elektronenübertragung in Metallkomplexen aufzuklären.

Leben

Henry Taube wurde in dem kanadischen Ort Neudorf in der Provinz Saskatchewan geboren. Er studierte Chemie an der Universität von Saskatchewan in Saskatoon und wechselte danach an die University of California in Berkeley. Seine Promotion erfolgte 1940 und 1952 folgte er einem Ruf auf eine Professorenstelle für anorganische Chemie an die Stanford-Universität. 1978 wurde er Leiter des Department für Chemie an der Stanford-Universität.

Taube beschäftigte sich vor allem mit der Übertragung von Elektronen zwischen Ionen bei chemischen Reaktionen. Dabei entwickelte er vor allem theoretische Modelle des Vorgangs, die für die spätere Forschung eine elementare Bedeutung hatten.

In den 1960er und 1970er Jahren konzentrierten sich seine Arbeiten auf die Reaktionen beim Elektronentransfer von Übergangsmetallen in Lösungen. Er konnte dabei aufklären, dass es zwei unterschiedliche Wege des Elektronentransfers gibt, die er als Außensphärenmechanismus und Innensphärenmechanismus bezeichnete. Zur Unterscheidung legte er die Betrachtung der beteiligten Ionen zugrunde, da beim Außensphärenmechanismus die Übertragung vom Reduktionsion auf das Oxidationsion energetisch unterhalb der Aktivierungsbarriere erfolgt. Bedingt wird dies durch die Nähe der Ionen zueinander und die Umkonfigurierung der Ladungen in der betreffenden Umgebung (innere Koordinationssphäre) mit Ionen unterschiedlicher Ladung.

Beim Innensphärenmechanismus, den er intensiv am Beispiel des Creutz-Taube-Komplexes studierte, konnte er die Rolle der Koordinationssphäre aufklären. Dabei wirkt ein Ligand aus dieser Umgebung als „Brücke“ zwischen den Ionen, die die Elektronen austauschen. Taube konnte nachweisen, dass diese Brückenfunktion besonders effektiv bei organischen Vermittlern gegenüber einfachen anorganischen Verbindungen auftritt.

Literatur

  • Bernhard Kupfer: Lexikon der Nobelpreisträger, Patmos Verlag Düsseldorf 2001 (ISBN 3-491-72451-1)
  • Brockhaus Nobelpreise - Chronik herausragender Leistungen, Brockhaus, Mannheim 2004 (ISBN 3-7653-0492-1)

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

23.07.2021
Quantenphysik - Biophysik
Topologie in der Biologie
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
22.07.2021
Galaxien
Nadel im Heuhaufen: Planetarische Nebel in entfernten Galaxien
Mit Daten des Instruments MUSE gelang Forschern die Detektion von extrem lichtschwachen planetarischen Nebeln in weit entfernten Galaxien.
21.07.2021
Sonnensysteme - Sterne
Langperiodische Schwingungen der Sonne entdeckt
Ein Forschungsteam hat globale Schwingungen der Sonne mit sehr langen Perioden, vergleichbar mit der 27-tägigen Rotationsperiode der Sonne, entdeckt.
20.07.2021
Festkörperphysik - Thermodynamik
Ein Stoff, zwei Flüssigkeiten: Wasser
Wasser verdankt seine besonderen Eigenschaften möglicherweise der Tatsache, dass es aus zwei verschiedenen Flüssigkeiten besteht.
19.07.2021
Galaxien - Schwarze_Löcher
Ins dunkle Herz von Centaurus A
Ein internationales Forscherteam hat das Herz der nahegelegenen Radiogalaxie Centaurus A in vorher nicht erreichter Genauigkeit abgebildet.
14.07.2021
Exoplaneten
Ein möglicher neuer Indikator für die Entstehung von Exoplaneten
Ein internationales Team von Astronomen hat als erstes weltweit Isotope in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen.
13.07.2021
Supernovae
Auf dem Weg zur Supernova – tränenförmiges Sternsystem offenbart sein Schicksal
Astronomen ist die seltene Sichtung zweier Sterne gelungen, die spiralförmig ihrem Ende zusteuern, indem sie die verräterischen Zeichen eines tränenförmigen Sterns bemerkten.
08.07.2021
Festkörperphysik - Quantenphysik
Quantenteilchen: Gezogen und gequetscht
Seit kurzem ist es im Labor möglich, die Bewegung schwebender Nanoteilchen in den quantenmechanischen Grundzustand zu versetzen.
01.07.2021
Festkörperphysik - Teilchenphysik
Ein Kristall aus Elektronen
Forschenden der ETH Zürich ist die Beobachtung eines Kristalls gelungen, der nur aus Elektronen besteht.
29.06.2021
Planeten
Neue Erkenntnisse zur Entstehung des chaotischen Terrains auf dem Mars
Gebiete wie diese gibt es auf der Erde nicht: Sie sind durchzogen von Kratern, Rissen, Kämmen, Tälern, großen und kleinen eckigen Blöcken.