Charles Friedel

Charles Friedel

Charles Friedel (* 12. März 1832 in Straßburg; † 20. April 1899 in Montauban) war ein französischer Chemiker.

Zusammen mit seinem Freund James Mason Crafts entdeckte er 1877 die nach beiden benannten Reaktionsarten Friedel-Crafts-Alkylierung und Friedel-Crafts-Acylierung.

Leben

Friedel studierte ab 1850 in Straßburg Naturwissenschaften und setzte das Studium nach einer Unterbrechung 1852 an der Sorbonne fort. Von 1856 bis 1870 arbeitete er als Konservator der Mineraliensammlung der École de Mines. In dieser Zeit vertiefte er seine chemischen Kenntnisse unter Charles Adolphe Wurtz im Labor der École de Medicine. 1860 begegnete er hier James Mason Crafts. Nach seiner Promotion 1869 nahm er 1871 eine Stelle als Dozent an der École Normale an. 1876 folgte eine Berufung zum Professor der Mineralogie an der Sorbonne. 1884 übernahm er die Professur für Organische Chemie des verstorbenen Charles Adolphe Wurtz.

Ab 1889 war er zusätzlich Präsident einer Kommission zur Reform der Nomenklatur organischer Verbindungen.

Er war mit Emilie Koechlin (1837–1871) verheiratet[1]. Charles Friedel war der Vater des Mineralogen und Kristallographen Georges Friedel (1865–1933), seinem einzigen Sohn.

Leistungen

  • 1857–1866 Strukturklärung der Ketone. (Dissertation)
  • Entdeckung der sekundären und tertiären Alkohole, parallel zu Aleksandr Michajlowitsch Butlerow
  • 1863–1870 Arbeiten zur chemischen Wertigkeit und Atommasse des Siliciums. In den Folgejahren Herstellung sauerstofffreier Siliciumverbindungen.
  • 1872 Glycerinsynthese mit Isopropylalkohol als Ausgangsstoff
  • 1877 entdeckten Friedel und Crafts die katalytische Wirkung von anorganischen Halogenverbindungen zur Herstellung von alkylierten und acetylierten Aromaten (Friedel-Crafts-Reaktion).
  • Strukturaufklärung der Milchsäure und des Pinakons (Pinakolon)
  • Erstbeschreibungen der Minerale Wurtzit (1861), Adamin (1866) und Delafossit (1873)[2]

Einzelnachweise

Literatur

  • W.Pötsch, A.Fischer, W.Müller: Lexikon bedeutender Chemiker, Leipzig 1988