Bayldonit

Bayldonit

Bayldonit
Bayldonit - Mineralogisches Museum Bonn (7292).jpg
Bayldonit aus Tsumeb/Namibia
Chemische Formel

PbCu3[OH|AsO4]2[1]

Mineralklasse Phosphate, Arsenate und Vanadate
8.BH.45 (8. Auflage: VII/B.33) nach Strunz
41.05.14.01 nach Dana
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 2/m
Farbe grasgrün, dunkelgrün
Strichfarbe grün
Mohshärte 4,5
Dichte (g/cm3) 5,24-5,65
Glanz harzartig
Transparenz durchsichtig
Bruch irregulär
Spaltbarkeit fehlt
Habitus
Zwillingsbildung selten pseudohexagonale Drillinge
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,950 nβ = 1,970 nγ = 1,990
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
max. δ = 0,040
Optischer Achsenwinkel 2V = 89°

Bayldonit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Formel PbCu3[OH|AsO4]2[1] und bildet meist pulvrige Überzüge, selten Kristalle bis zu einem Zentimeter Größe in Form pseudohexagonaler Drillinge.

Etymologie und Geschichte

Bayldonit wurde erstmals 1865 vom britischen Physiker John Bayldon in der Typlokalität, der Penberthy Croft Mine in der Nähe von St Hilary in Cornwall, England gefunden. Genauer beschrieben wurde es von A. H. Church, der es nach seinem Entdecker benannte.[2]

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Bayldonit bei den Phosphaten, Arsenaten und Vanadaten klassifiziert. Es wird zu den Phosphaten Arsenaten und Vanadaten mit weitere Anionen, aber ohne Kristallwasser gezählt. Während es in der achten Auflage eine eigene Gruppe bildet, werden in der neunten Auflage Baylonit, Leningradit und Vésigniéit zu einer Untergruppe der Phosphate, Arsenate und Vanadate mit mittelgroßen und meist großen Kationen (OH, etc.) und einem Verhältnis von Anionen und RO4 von 1:1 zusammengefasst.

In der Systematik der Minerale nach Dana bildet es eine Untergruppe der Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl- oder Halogenionen und einer Zusammensetzung (A B)2(XO4) Zq. [3]

Bildung und Fundorte

Bayldonit bildet sich als Sekundärmineral in der oxidativen Zone von Blei-Kupfer-Lagerstätten. Es ist vergesellschaftet mit Mimetesit, Beudantit, Duftit, Pharmakosiderit, Goethit, Segnitit, Mixit.

Als eher seltene Mineralbildung kann Bayldonit an verschiedenen Fundorten zwar zum Teil reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Bisher (Stand: 2011) sind etwa 160 Fundorte bekannt.[4]

In Europa findet man Baylonit neben mehreren Fundstellen in England (Cornwall, Cumbria) vor allem in Deutschland (Schwarzwald) und Frankreich, einzelne Funde sind auch aus anderen europäischen Ländern bekannt. Außerhalb Europas ist Bayldonit unter anderem aus den Vereinigten Staaten, Australien und Kasachstan bekannt. Größere Kristalle findet man vor allem in Tsumeb in Namibia.

Kristallstruktur

Balydonit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15), den Gitterparametern a = 10,15 Å, b = 5,89 Å, c = 14,08 Å und β = 106,1° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 459.
  2. A. H. Church: XLI.—Chemical researches on some new and rare cornish minerals. In: Journal of the Chemical Society, 1865, 18, S. 259-268, doi:10.1039/JS8651800259.
  3. Liste der Minerale nach Dana bei webmineral.com
  4. Mindat - Anzahl der Fundorte für Bayldonit

Literatur

  • Bayldonit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)

Weblinks

Commons: Bayldonit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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