Albit


Albit

Albit
Albite and Aegirine - Narssarssuk, Igaliku, Narsaq, Kitaa, Greenland.jpg
Albit und Aegirin (schwarz) aus Narssarssuk bei Igaliku, Grönland
Länge des Vergleichsmaßstabs = 1 Zoll (= 2,54 cm) mit Einkerbung bei 1 cm
Chemische Formel

NaAlSi3O8
Na0,95Ca0,05Al1.05Si2.95O8O8

Mineralklasse Silikate und Germanate
9.FA.35 (8. Auflage: VIII/J.07) nach Strunz
76.01.03.01 nach Dana
Kristallsystem Triklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin triklin-pinakoidal 1[1]
Farbe farblos, weiß, grau, gelb, rot, grün, blau
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6 bis 6,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,60 bis 2,65 ; berechnet: 2,609 bis 2,621
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben bis muschelig
Spaltbarkeit gut
Habitus tafelige Kristalle, Zwillinge, körnige und massige Aggregate
Zwillingsbildung Albit-Gesetz, Periklin-Gesetz
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,528 bis 1,533 ; nβ = 1,532 bis 1,537 ; nγ = 1,538 bis 1,542 [2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,010 [2] ; zweiachsig positiv
Optischer Achsenwinkel 2V = 45°

Albit oder Natronfeldspat ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der ungefähren chemischen Zusammensetzung NaAlSi3O8. Die exakte, empirische Zusammensetzung ist Na0,95Ca0,05Al1.05Si2.95O8O8.[1] Seine Farbe schwankt je nach Varietät zwischen farblos, weiß, grau, gelb, rot, grün und blau.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Albit 1815 im Quarzbruch Finnbo bei Falun in Schweden. Wissenschaftlich beschrieben wurde er durch Johan Gottlieb Gahn und Jöns Jakob Berzelius, die das Mineral aufgrund seiner vorherrschend weißen Farbe nach dem lateinischen Wort albus für „weiß“ benannten.

Klassifikation

Bereits in der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Albit zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate)“, wo er Mitglied der „Feldspatgruppe (Anorthoklas-Anorthit-Banalsit-Serie)“ mit der System-Nr. VIII/J.07 ist, einer aus chemisch und strukturell ähnlichen Mischkristallreihe. Die Reihe beginnt bei Orthoklas (KAlSi3O8), wandert über die Zwischenstufen Sanidin, Na-Sanidin und Anorthoklas nach Albit (NaAlSi3O8) und schließlich über die Zwischenstufen Oligoklas, den von der International Mineralogical Association (IMA) nicht als eigenständige Minerale anerkannten Andesin, Labradorit und Bytownit bis nach Anorthit (CaAl2Si2O8). Weiter Mitglieder sind Banalsit, Dmisteinbergit, Filatovit, Stronalsit und Svyatoslavit.

Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Albit ebenfalls in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate) ohne zeolithisches H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit weiterer Anionen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Gerüstsilikate (Tektosilikate) ohne weitere Anionen“ zu finden ist, wo es zusammen mit Anorthit, den Mischkristallen Andesin, Bytownit, Labradorit und Oligoklas, sowie den weiteren Mitgliedern Lingunit und Reedmergnerit die „Plagioklas-Gruppe“ mit der System-Nr. 9.FA.35 bildet.

Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Albit in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die bereits feiner abgestufte Abteilung der „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter“. Hier ist er zusammen mit Andesin, Anorthit, Bytownit, Labradorit, Oligoklas und Plagioklas in der „Plagioklas-Reihe“ mit der System-Nr. 76.01.03 innerhalb der Unterabteilung „Mit (einfachem) Al-Si-Gitter“ zu finden.

Varietäten und Modifikationen

Vom Albit sind zwei Varietäten bekannt, der milchig weiße Periklin mit plattig ausgebildeten Kristallen und der in dünnblättrigen Täfelchen auftretende Cleavelandit.

Bildung und Fundorte

Albit (weiß) mit Quarz (farblos) und Verdelith (grün, Varietät von Elbait, Turmalingruppe)

Albit bildet sich entweder magmatisch in Graniten, metamorph unter anderem in Orthogneisen und Phylliten oder auch hydrothermal in Erzgängen. Albit kann in Paragenese neben seinen Mischkristall- und Gruppenpartnern noch mit vielen verschiedenen Mineralen auftreten, so unter anderem mit Biotit, Fluorit, Muskovit, Quarz und verschiedenen Turmalinen.

Weltweit konnte Albit bisher (Stand: 2010) an über 4300 Fundorten, so unter anderem in Afghanistan, Ägypten, Algerien, Angola, der Antarktis, Argentinien, Armenien, Äthiopien, Australien, Aserbaidschan, Belgien, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Brasilien, Bulgarien, Burkina Faso, Chile, China, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Finnland, Frankreich, Französisch-Guayana, Französisch-Polynesien, Ghana, Griechenland, Grönland, Guatemala, Guinea, Guyana, Honduras, Indien, Indonesien, Iran, Irland, Israel, Italien, Island, Jamaika, Japan, Jemen, Jordan, auf den Jungferninseln, Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kasachstan, Kenia, Kirgisistan, Kolumbien, Nord- und Südkorea, Kuba, Laos, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Marokko, Mauretanien, Mazedonien, Mexiko, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nepal, Neukaledonien, Neuseeland, Niger, Nigeria, Norwegen, Oman, Österreich, Pakistan, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Polen, Portugal, Réunion, Rumänien, Russland, Sambia, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Serbien, Simbabwe, Slowakei, Slowenien, Somalia, Somaliland, Spanien, St. Lucia, Südafrika, Sudan, Surinam, Swasiland, Tadschikistan, Tansania, Thailand, Tschechien, Tunesien, Türkei, Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Usbekistan, Venezuela, im Vereinigten Königreich (Großbritannien), den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), Vietnam und in Weißrussland.

Auch in Mineralproben vom Mittelatlantischen Rücken, Zentralindischen Rücken und Ostpazifischen Rücken sowie außerhalb der Erde auf dem Mond konnte Albit gefunden werden.[3]

Morphologie

Albit bildet überwiegend Kristallzwillinge in Form lamellarer Wiederholungszwillinge aus, die sich durch ihre charakteristische Streifung auf den Kristallflächen bemerkbar machen. Bevorzugt werden zwei Zwillingsgesetze, von denen eines nach dem Albit benannt wurde.

Im Albit-Gesetz bildet die b-Fläche (010) die Verwachsungsebene der Zwillinge. An der Basis entsteht ein einspringender Winkel von 7°12' bis 8°20'. Die „Spaltfläche“ c, aber auch alle übrigen Flächen (mit Ausnahme von b) längsgestreift.

Beim Periklin-Gesetz liegt die Zwillingsachse parallel zur b-Achse [010]. Die Verwachsungsfläche ist hier entweder die Basis, wobei sich die Zwillingshälften überdecken oder die sogenannte "X-Fläche" bzw. der "rhombische Schnitt", bei der beide Zwillingshälften aufeinanderpassen.

Kristallstruktur

Albitkristall aus Grönland mit Blick in Richtung b-Achse

Albit kristallisiert triklin in der Raumgruppe C1 mit den Gitterparametern a = 7,571 Å; b = 12,517 Å; c = 6,97 Å; α = 93,797°; β = 117,448° und γ = 87,508°[4] sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Webmineral – Albite (englisch)
  2. 2,0 2,1 Mindat - Albite (englisch)
  3. MinDat - Localities for Albite (engl.)
  4. American Mineralogist Crystal Structure Database - Albite (2005)

Literatur

  •  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 779-782.
  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 265.

Weblinks

 Commons: Albite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Wiktionary Wiktionary: Albit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen