Zvyagintsevit

Zvyagintsevit
Zvyagintsevit aus der Konder Mine, Aldanhochland, Russland
Andere Namen
  • IMA 1966-006
Chemische Formel

Pd3Pb

Mineralklasse Elemente
1.AG.10 (8. Auflage: I/A.16) nach Strunz
01.02.05.04 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin $ m\bar{3}m $
Farbe zinnweiß
Strichfarbe schwarz
Mohshärte 4,5
Dichte (g/cm3) 13,32
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch
Spaltbarkeit
Habitus

Zvyagintsevit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pd3Pb und bildet bis zu 250 μm große, unregelmäßig geformte Körner oder tropfenartige Einschlüsse von zinnweißer Farbe.

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1975 von A.D. Genkin, I.W. Murawewa und N.W. Tronewa in einer Kupfer-Nickel-Lagerstätte bei Talnach in der Nähe von Norilsk (Russland) gefunden. Sie benannten es nach dem russischen Geochemiker Orest Jewgenewitsch Zvyagintsew.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Zvyagintsevit zu den Metallen und intermetallischen Verbindungen, einer Untergruppe der Elemente gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Atokit, Niggliit, Palarstanid, Stannopalladinit, Plumbopalladinit und Rustenburgit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit Atokit und Rustenburgit eine Untergruppe der PGE(Platin-Gruppen-Elemente)-Metall-Legierungen.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Isoferroplatin, Atokit, Rustenburgit, Chengdeit und Yixunit Untergruppe der metallischen Elemente und Legierungen mit Platinmetallen.[1]

Bildung und Fundorte

Zvyagintsevit bildet sich in Kupfersulfid-Erzen. Es ist vergesellschaftet mit PlatinEisen-Legierungen, Polarit, Talnakhit, Cubanit, Pentlandit, Magnetit, Valleriit und Silber-Gold-Legierungen.

Vom seltenen Mineral sind derzeit (Stand Juli 2010) 15 Fundorte bekannt. Neben der Typlokalität und weiteren Funden in Russland zählen hierzu Marathon in Kanada, Kirakkajuppura in Finnland, Kangerlussuaq in Grönland, der Bushveld-Komplex Südafrikas sowie der Stillwater-Komplex im US-Bundesstaat Montana.[2]

Kristallstruktur

Zvyagintsevit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe $ Pm\bar{3}m $ mit dem Gitterparameter a = 4,02 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. New Dana Classification of Native Elements
  2. Zvyagintsevit bei mindat.org

Literatur

  • Zvyagintsevit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks

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