Tranquillanzien

Als Tranquillanzien bzw. Tranquilizer (lat. tranquillare = beruhigen) wird eine Gruppe von Psychopharmaka zusammengefasst, die angstlösend (anxiolytisch) und entspannend (sedierend) wirken. Als synonyme Begriffe gelten Anxiolytika (lat. anxius = Angst; griech. lytikos = fähig zu lösen) und Ataraktika (griech. ataraktor = ausgeglichen).

Einteilung

Es können folgende Gruppen unterschieden werden:

Gefahren

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Tranquillanzien gehören zu den am häufigsten verordneten Psychopharmaka. Sie sind jedoch mit einer Reihe von Risiken behaftet, die berücksichtigt werden müssen:

  • Vor allem Benzodiazepine führen aufgrund ihrer ausgeprägt angstlösenden, entspannenden Wirkung zu Gewöhnung und Abhängigkeit. Der Patient fühlt sich durch die Einnahme von Tranquillanzien vom Alltagsstress abgeschirmt. Der notwendige Druck, sich mit vorhandenen inneren und äußeren Konflikten auseinanderzusetzen, wird dadurch vorübergehend aufgehoben. Auch bei der längerfristigen Einnahme von frei erhältlichen pflanzlichen Präparaten, die zumeist in Form von Alkohollösungen angeboten werden, sollte dieser Aspekt berücksichtigt werden (Beispiel Klosterfrau Melissengeist: enthält 79 Vol.-% Alkohol).
  • Psychopharmaka können grundsätzlich zu einer Veränderung von Wachheit, Reaktionsvermögen, Sinneswahrnehmung und Körperbeherrschung führen. Auch vegetative Funktionen können betroffen sein (Blutdruck, Puls, Muskelspannung, Gleichgewicht etc.). Das bedeutet, dass sich unter Einwirkung von Tranquillanzien besondere Risiken im Straßenverkehr, bei der Bedienung von Maschinen und während des Aufenthaltes in Gefahrenbereichen ergeben können.
  • Die verschiedenen Psychopharmaka unterscheiden sich in ihrer Pharmakokinetik, d.h. Wirkungseintritt, -stärke und -dauer sind zum Teil sehr unterschiedlich. Hierbei spielen auch Alter, Geschlecht, Gewicht und vorbestehende Erkrankungen (v.a. Leber- und Nierenerkrankungen) eine wichtige Rolle. Durch eine unkritische Einnahme von Tranquillanzien kann es zu einer überschießenden Anhäufung von Wirksubstanzen im Körper kommen (Kumulation), was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.
  • Die Kombination von Psychopharmaka mit anderen Medikamenten oder Drogen (v.a. Alkohol!) kann zu unvorhersehbaren, möglicherweise lebensgefährlichen Effekten führen.

Vor Einnahme von Tranquillanzien (und auch sonstigen Psychopharmaka) muss mit dem Hausarzt bzw. Psychiater ein Gespräch über die vorhandenen Beschwerden und über geeignete Behandlungsmaßnahmen und mögliche Nebenwirkungen geführt werden. Tranquillanzien sind sinnvoll bei plötzlich auftretenden (akuten), kurz andauernden krisenhaften Zuständen. Zur Behandlung von anhaltenden Angstzuständen, Überlastungsgefühlen bzw. depressiven Verstimmungen sind sie nicht bzw. nur in Ausnahmefällen geeignet. Vor einer eigenmächtigen Einnahme und damit auch deren Weitergabe wird somit ausdrücklich gewarnt.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Otto Benkert, Hanns Hippius: Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 8. Auflage, Springer, Berlin / Heilderberg, New York, NY 2011, ISBN 978-3-642-13043-4.
  • Gerd Laux, Hans-Jürgen Möller: Psychiatrie und Psychotherapie. 2. Auflage, Thieme, Stuttgart / New York, NY 2011, ISBN 978-3-13-145432-4.
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

01.03.2021
Sonnensysteme - Teilchenphysik
„Ausgestorbenes Atom“ lüftet Geheimnisse des Sonnensystems
Anhand des „ausgestorbenen Atoms“ Niob-92 konnten Forscherinnen Ereignisse im frühen Sonnensystem genauer datieren als zuvor.
01.03.2021
Akustik - Optik - Quantenoptik
Nanoschallwellen versetzen künstliche Atome in Schwingung
Einem deutsch-polnischen Forscherteam ist es gelungen, gezielt Nanoschallwellen auf einzelne Lichtquanten zu übertragen.
01.03.2021
Quantenoptik
Nicht verlaufen! – Photonen unterwegs im dreidimensionalen Irrgarten
Wissenschaftlern ist es gelungen, dreidimensionale Netzwerke für Photonen zu entwickeln.
24.02.2021
Kometen_und_Asteroiden
Asteroidenstaub im „Dinosaurier-Killer-Krater“ gefunden
Ein internationales Forscherteam berichtet über die Entdeckung von Meteoriten-Staub in Bohrproben aus dem Chicxulub-Impaktkraters in Mexiko.
24.02.2021
Quantenphysik
Zwillingsatome: Eine Quelle für verschränkte Teilchen
Quanten-Kunststücke, die man bisher nur mit Photonen durchführen konnte, werden nun auch mit Atomen möglich. An der TU Wien konnte man quantenverschränkte Atomstrahlen herstellen.
19.02.2021
Quantenphysik
Auch in der Quantenwelt gilt ein Tempolimit
Auch in der Welt der kleinsten Teilchen mit ihren besonderen Regeln können die Dinge nicht unendlich schnell ablaufen.
22.02.2021
Sterne - Teilchenphysik
Erstes Neutrino von einem zerrissenen Stern
Ein geisterhaftes Elementarteilchen aus einem zerrissenen Stern hat ein internationales Forschungsteam auf die Spur eines gigantischen kosmischen Teilchenbeschleunigers gebracht.
23.02.2021
Satelliten - Raumfahrt
Unglaubliche Bilder vom Rover Perseverance auf dem Mars
19.02.2021
Milchstraße - Schwarze_Löcher
Schwarzes Loch in der Milchstraße massiver als angenommen
Ein internationales Team renommierter Astrophysikerinnen und -physiker hat neue Erkenntnisse über Cygnus X-1 gewonnen.
18.02.2021
Elektrodynamik - Teilchenphysik
Ultraschnelle Elektronendynamik in Raum und Zeit
In Lehrbüchern werden sie gerne als farbige Wolken dargestellt: Elektronenorbitale geben Auskunft über den Aufenthaltsort von Elektronen in Molekülen, wie eine unscharfe Momentaufnahme.