Timolol


Timolol

Strukturformel
Strukturformel von Timolol
Allgemeines
Freiname Timolol
Andere Namen
  • (–)-(S)-1-(tert-Butylamino)- 3-(4-morpholino-1,2,5-thiadiazol- 3-yloxy)propan-2-ol
  • Latein: Timololum
Summenformel C13H24N4O3S
CAS-Nummer
  • 26839-75-8
  • 26921-17-5 (Monosalz der Maleinsäure)
PubChem 33624
ATC-Code
DrugBank DB00373
Kurzbeschreibung

kristalliner Feststoff [1]

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Betablocker

Wirkmechanismus

nichtselektiver β-Adrenozeptor-Antagonist

Verschreibungspflichtig: ja
Eigenschaften
Molare Masse 316,42 g·mol−1
Schmelzpunkt

71,5–72,5 °C [1]

pKs-Wert

9,4 [2]

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser (2740 mg·l−1 bei 25 °C) [3]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]

Maleat

07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 302-361
P: 281 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][4]

Xn
Gesundheits-
schädlich
R- und S-Sätze R: 22-63
S: 36
LD50

900 mg·kg−1 (Ratte, p.o.) [6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Timolol ist ein chiraler, enantiomerenreiner Arzneistoff aus der Gruppe der Betablocker und wird vor allem in Augentropfen zur Behandlung des Offenwinkelglaukoms (Grüner Star) eingesetzt.

Pharmakologie

Timolol gehört zu der Gruppe der nichtselektiven Betablocker, da es nicht spezifisch an den β1-Adrenozeptoren bindet. Es weist keine intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA) auf. Das Timolol hemmt die β2-Adrenozeptoren des Ziliarkörpers des Auges und senkt daher die Produktion des Kammerwassers. Durch die verminderte Kammerwasserbildung kommt es zu Senkung des Augeninnendruckes. Die relative Wirkstärke des Timolol im Vergleich zum Propranolol beträgt 6.

Pharmakokinetik

Das fettlösliche Timolol wird nach oraler Aufnahme gut resorbiert, die Bioverfügbarkeit des Timolols beträgt etwa 50 bis 60 %. Die Plasmahalbwertszeit vom Timolol beträgt etwa 4 bis 5 Stunden. Es wird bis zu 80 % in der Leber metabolisiert. Die Plasmaproteinbindung des Timolol beträgt 60 %. Das Timolol wird in der Niere zu 30 % ausgeschieden.

Synthese

Es gibt mehrere Synthesewege für Timolol. Ausgehend von 3,4-Dichlor-1,2,5-thiadiazol und Morpholin wird in einem fünfstufigen Verfahren zunächst racemisches Timolol erzeugt. Die Racematspaltung mit (+)-Weinsäure liefert dann (S)-Timolol, das als Arzneistoff eingesetzt wird. Alternativ kann enantiomerenreines Timolol auch aus D-Glycerinaldehyd – unter Vermeidung einer Racematspaltung – hergestellt werden.[7]

Handelsnamen

Monopräparate

Arutimol (D), Betimol (A), Chibro-Timoptol (D), Dispatim (D), NyoGel (D), Nyolol (CH), zahlreiche Generika (D)

Kombinationspräparate

AZARGA (A), Combigan (D, CH), Cosopt (D, CH), DuoTrav (D, CH), Fotil (D), Ganfort (D, CH), TP-Ophtal (D), Xalacom (D, CH)

Weblinks

Literatur

  • T. Karow / R. Lang-Roth: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. (2003) S. 62–66
  • G. Herold: Innere Medizin (2004)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Thieme Chemistry (Hrsg.): Römpp Online. Version 3.1. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007.
  2. V. Martinez, M.I Maguregui, R.M Jimenez, R.M Alonso: Determination of the pKa values of β-blockers by automated potentiometric titrations. In: Journal of Pharmaceutical and Biomedical Analysis. 23, 2000, S. 459–468, doi:10.1016/S0731-7085(00)00324-1.
  3. Timolol bei ChemIDplus.
  4. 4,0 4,1 4,2 Datenblatt Timolol maleate salt bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011.
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. Timolol. In: DrugBank.
  7. Axel Kleemann, Jürgen Engel, Bernd Kutscher und Dieter Reichert: Pharmaceutical Substances, 4. Auflage (2000) 2 Bände erschienen im Thieme-Verlag Stuttgart, S. 2043−2045, ISBN 978-1-58890-031-9; seit 2003 online mit halbjährlichen Ergänzungen und Aktualisierungen.
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