Thomsonit

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Thomsonit
Thomsonite in Basalt Hydrous calcium sodium aluminum silicate Grand Marais Cook Minnesota 1884.jpg
Thomsonit, Fundort Minnesota/USA
Chemische Formel

NaCa2Al5Si5O20·6H2O

Mineralklasse
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin (2/m 2/m 2/m) - bipyramidal
Farbe farblos, weiß bis beige
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5 bis 5,5
Dichte (g/cm3) 2,23 bis 2,29
Glanz glasglanz, perlglanz
Transparenz durchscheinend bis transparent
Bruch
Spaltbarkeit perfekt nach {010}; gut nach {100}
Habitus

Thomsonit ist der Name einer ganzen Gruppe von Gerüstsilikaten der Zeolithgruppe.

Etymologie und Geschichte

Vor 1997 wurde Thomsonit als eigenständiges Mineral geführt. 1997 wurde von der International Mineralogical Association beschlossen, den Namen zu erweitern (vgl. Thomsonite-Ca, Thomsonite-Sr). Die Varietäten von Thomsonit unterscheiden sich dabei in der Substitution des Calcium durch andere Ionen. Die Bezeichnungen der Varietäten erfolgt durch Anhängen des chemischen Symbols an den Namen.

Thomsonit wurde zuerst für Fundorte in Schottland beschrieben (1820). Die Bezeichnung des Minerals geht auf den schottischen Chemiker Thomas Thomson zurück.

Klassifikation

Bei Thomsonit handelt es sich um eine Mineralgruppe von Zeolithen aus der Klasse der Gerüstsilikate.

Bildung und Fundorte

Die Minerale der Thomsonit-Gruppe sind eher selten. Sie kommen mit anderen Zeolithen in Basalten und gelegentlich in granitischen Pegmatiten vor. Schöne Exemplare sind von den Färöer-Inseln bekannt.[1] Weitere Fundstellen befinden sich in Schottland, Colorado, New Jersey, Oregon, Nova Scotia, Indien und Russland.

Größere Einschlüsse von massivem Thomsonite mit auffallend farbige Maserungen sind von den Oberer Seen bekannt. Die typische Größe von Thomsoniteinschlüssen liegt bei weniger als einem halben Zentimeter. Es ist schwierig, sie unbeschädigt aus ihrer Matrix herauszulösen.


Kristallstruktur

Thomsonit kristallisiert in orthorhombischen Prismen. Die Kristalle bilden kugelförmige Aggregate oder einzelne Pyramiden. Die Farbe ist in der regel farblos bis weiß; beim Vorhandensein von Fremdionen kann sie aber auch ins Grüne oder Gelbe gehen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. The Barber Institute of Fine Arts, the Lapworth Museum of Geology and the University of Birmingham Collections.

Weblinks

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