Stibiopalladinit


Stibiopalladinit

Stibiopalladinit
Stibiopalladinite - Mineralogisches Museum Bonn.jpg
Stibiopalladinit (Bildmitte unten, eingebettet vermutlich in Calcit) aus Tilkerode (Abberode) im Harz
Andere Namen
  • Allopaladium
  • Eugenesit
Chemische Formel

Pd5Sb2

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.AC.20 (8. Auflage: II/A.05) nach Strunz
02.03.03.01 nach Dana
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin dihexagonal-pyramidal; 6mm
Raumgruppe (Raumgruppen-Nr.) P63cm (Raumgruppen-Nr. 185)
Farbe Silberweiß bis Stahlgrau mit rosa Stich
Strichfarbe Schwarz
Mohshärte 4 bis 5
Dichte (g/cm3) berechnet: 10,8
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch
Spaltbarkeit
Habitus
Zwillingsbildung universell

Stibiopalladinit, veraltet auch als Allopaladium oder Eugenesit bekannt, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Pd5Sb2, ist also chemisch gesehen ein Palladium-Antimonit.

Stibiopalladinit ist in jeder Form undurchsichtig und entwickelt nur mikroskopisch kleine Kristalle bis etwa 200 Mikrometern Größe mit hexagonalem, tafeligem Habitus und starkem Metallglanz. Meist findet er sich allerdings in Form von gerundeten Körnern und derben, mit Sperrylith verwachsenen Aggregaten von silberweißer bis stahlgrauer Farbe mit rosa Stich (in polierten Bereichen auch gelblichweiß).

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde 1927 von H. R. Adam in der Typlokalität, der Tweefontein Farm im Bushveld-Komplex in Südafrika gefunden. Er benannte es nach der Zusammensetzung aus den Elementen Palladium und Antimon (lateinisch stibium). Adam bestimmte die Zusammensetzung des Minerals zunächst auf Pd3Sb, bei der Erforschung von Mertieit stellte George A. Desborough jedoch die korrekte Zusammensetzung Pd5Sb2 fest.[1]

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Stibiopalladinit zu den Legierungen und legierungsartigen Verbindungen, einer Untergruppe der Sulfide und Sulfosalze gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Arsenopalladinit, Atheneit, Genkinit, Itoigawait, Majakit, Menshikovit, Mertieit-I, Mertieit-II, Palladoarsenid, Palladobismutoarsenid, Palladodymit, Polkanovit, Rhodarsenid, Stillwaterit, Ungavait und Vincentit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es eine eigene Untergruppe der Verbindungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE).

In der Systematik nach Dana bildet es mit Palarstanid eine Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=5:2.[2]

Bildung und Fundorte

Stibiopalladinit ist ein seltener Bestandteil von Platinvorkommen. Es ist vergesellschaftet mit Braggit, Cooperit, Mertieit-II, Sperrylit, Platin-Eisen-Kupfer-[Nickel]-Legierungen, Genkinit, Platarsit, Chromit, Chalkopyrit, Pentlandit, Pyrrhotin, Geversit, Gold und Violarit.

Es ist eine Reihe an Fundorten des Minerals bekannt. Zu diesen zählen neben der Typlokalität Abberode und Zorge im Harz (Deutschland), Goodnews Bay im US-Bundesstaat Alaska, Lydenburg und weitere Fundorte in Südafrika, Chocó in Kolumbien, Norilsk und Slatoust in Russland, Lac des Îles in der kanadischen Provinz Ontario.

Kristallstruktur

Stibiopalladinit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P63cm (Raumgruppen-Nr. 185) mit den Gitterparametern a = 7,61 Å und c = 14,21 Å sowie 6 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. George A. Desborough, J. J. Finney, B. F. Leonard: Mertieite, a new palladium mineral from Goodnews Bay, Alaska. In: American Mineralogist. 1973, 58, S. 1-10 (pdf).
  2. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  3.  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 60.

Literatur

  •  Helmut Schröcke, Karl-Ludwig Weiner: Mineralogie. Ein Lehrbuch auf systematischer Grundlage. de Gruyter, Berlin; New York 1981, ISBN 3-11-006823-0, S. 117.
  •  Friedrich Klockmann, Paul Ramdohr, Hugo Strunz (Hrsg.): Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978 (Erstausgabe: 1891), ISBN 3-432-82986-8, S. 415.
  • Stibiopalladinit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).
  • Louis J. Cabri, T. Tzong: Stibiopalladinite from the type locality. In: American Mineralogist. 1976, 61, S. 1249-1254 (pdf).

Weblinks

 Commons: Stibiopalladinite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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