Stavudin


Stavudin

Strukturformel
Strukturformel von Stavudin
Allgemeines
Freiname Stavudin
Andere Namen
  • 1-[(2R,5S)-5-(Hydroxymethyl)- 2,5-dihydrofuran-2-yl]- 5-methylpyrimidin-2,4-dion
  • dde Thd
  • DTH
  • D4T
Summenformel C10H12N2O4
CAS-Nummer 3056-17-5
PubChem 18283
ATC-Code

J05AF04

DrugBank DB00649
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Virostatikum, nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren

Wirkmechanismus

Kompetitive Hemmung der reversen Transkriptase

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 224,21 g·mol−1
Schmelzpunkt
  • 168,1 °C (Polymorp I)[1]
  • 165,5 °C (Polymorph II)[1]
  • 169,5 °C (Polymorph IV)[1]
Löslichkeit

löslich in Wasser (6,6 g·l−1 bei 25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
LD50

1000 mg·kg−1 (Maus, peroral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Stavudin (d4T) (Handelsname: Zerit®; Hersteller: Bristol-Myers Squibb) ist ein Arzneistoff zur Behandlung von mit HIV-1 infizierten Patienten im Rahmen einer antiretroviralen Kombinationstherapie.

Er gehört zur Gruppe der nukleosidischen Reverse-Trankriptase-Inhibitoren (NRTI).

Eigenschaften

Stavudin kann in vier verschiedenen Kristallformen auftreten. Die polymorphen Formen I, II und IV unterscheiden sich anhand ihrer Schmelzpunkte mit 168,1 °C, 165,5 °C und 169,5 °C. Form I ist die bei Raumtemperatur thermodynamisch stabile Form. Bei Form III handelt es sich um 1/3-Hydrat mit einem stöchiometrischen Verhältnis von Wirkstoff zu Wasser von 3 : 1 im Kristallgitter.[1]

Pharmakologie

In-vitro wurde die antiretrovirale Aktivität von Stavudin nachgewiesen. Die Substanz ist in-vitro ca. 5–10 mal schwächer als Zidovudin. In Kombination mit anderen antiviralen Wirkstoffen konnten synergistische Wirkungen nachgewiesen werden. Die Entwicklung Stavudin-resistenter HI-Viren wurde in-vitro nachgewiesen.

Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von Stavudin ist gut. Etwa 90 % werden oral resorbiert. Die gleichzeitige Einnahme mit der Nahrung, hat nur geringe, klinisch nicht relevante, Auswirkungen. Nach Einnahme von 40 mg werden im Plasma Spitzenkonzentrationen von ca. 0,8–1,0 mg/l erzielt. Liquorkonzentrationen: bis ca. 70 % der Plasmakonzentrationen. Eliminationshalbwertzeit: ca. 1,6 Stunden. Intrazelluläre Halbwertzeit des biologisch aktiven Triphosphates: ca. 3,5 Stunden.

Nebenwirkungen

Stark mitochondrial toxisch. Lipoatrophie. Periphere Neuropathien (PNP), vor allem in Kombination mit DDI. Selten Diarrhoe, Übelkeit, Kopfschmerzen. Steatosis hepatis, Pankreatitis. Sehr selten: Laktatazidose. Keine Kombination mit AZT, wegen Antagonismus. Kontraindiziert bei PNP. Neurotoxische Medikamente vermeiden (Ethambutol, Cisplatin, INH, Vincristin etc.).

Entwicklung

Die Substanz wurde 1966 von Jerome P. Horwitz synthetisiert.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Lu, J.; Rohani, S.: Polymorphic Crystallization and Transformation of the Anti-Viral/HIV Drug Stavudine in Org. Process Res. Dev. 13 (2009) 1262–1268, doi:10.1021/op900004c.
  2. 2,0 2,1 Stavudin bei ChemIDplus.
  3. Datenblatt Stavudin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 26. Februar 2009.
  4. J. R. Horwitz, J. Chua, M. A. Da Rooge, M. Noel, I. L. Klundt: Nucleosides. IX. The formation of 2',2'-unsaturated pyrimidine nucleosides via a novel beta-elimination reaction. In: The Journal of organic chemistry. Band 31, Nummer 1, Januar 1966, S. 205–211, ISSN 0022-3263. PMID 5900814.
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