Richard Barry Bernstein

Richard Barry Bernstein (* 31. Oktober 1923 in Long Island, New York; † 8. Juli 1990 in Helsinki, Finnland) war ein US-amerikanischer Chemiker, der sich mit chemischer Kinetik beschäftigte und als einer der Begründer der Femtochemie gilt.

1955 entwickelte er Molekularstrahlmethoden (molecular beam scattering), um chemische Reaktionen zu untersuchen. Die Verfügbarkeit ultrakurzer Laserpulse ermöglichte die Auflösung der Reaktionen bis in den Femtosekundenbereich. Dabei arbeitete er zuletzt mit Ahmed Zewail zusammen. Mit seinem Doktoranden Robert J. LeRoy[1] entwickelte er 1970 eine Theorie, die Schwingungszustände in Molekülen nahe der Dissoziationsschwelle semiklassisch zu berechnen.[2]

Bernstein machte 1943 seinen Bachelor Abschluss an der Columbia University und arbeitete dann im Manhattan-Projekt an der Isotopenanreicherung. 1948 wurde er an der Columbia University in Chemie promoviert. Er wurde dort Professor und war Vorstand der Chemie Fakultät. Nach Professuren an der University of Michigan, der University of Texas, der University of Wisconsin-Madison und dem Illinois Institute of Technology wurde er 1983 Professor an der University of California, Los Angeles. Er starb in Helsinki, wo er sich zur Behandlung nach einem Herzanfall auf einer Konferenz in Moskau befand.

Er war Mitglied der National Academy of Sciences (1968), war Fellow der American Physical Society, der American Association for the Advancement of Science und der American Academy of Arts and Sciences. 1989 erhielt er die National Medal of Science. 1988 erhielt er den Welch Award in Chemistry, 1985 den NAS Award in Chemical Sciences und 1989 die Willard Gibbs Medal.

Einzelnachweise

  1. Geboren 1943 in Ottawa. Professor an der University of Waterloo. Er wurde 1971 bei Bernstein an der University of Wisconsin-Madison promoviert.
  2. LeRoy, Bernstein Dissociation energies of diatomic molecules from vibrational spacings of higher levels: application to the halogens, Chemical Physics Letters, Band 5, 1970, S. 42-44

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

28.04.2021
Galaxien - Sterne
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden.
07.04.2021
Teilchenphysik
Handfeste Hinweise auf neue Physik
Das Fermilab (USA) hat heute erste Daten aus dem Myon g-2 Experiment veröffentlicht, welche die Messwerte des gleichnamigen, 2001 durchgeführten Experiments am Brookhaven National Laboratory bestätigen.
19.04.2021
Exoplaneten
Neuer Exoplanet um jungen sonnenähnlichen Stern entdeckt
Astronomen aus den Niederlanden, Belgien, Chile, den USA und Deutschland bilden neu entdeckten Exoplaneten „YSES 2b“ direkt neben seinem Mutterstern ab.
01.04.2021
Teilchenphysik
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte.
01.04.2021
Planeten - Elektrodynamik - Strömungsmechanik
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
30.03.2021
Kometen_und_Asteroiden
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
25.04.2021
Raumfahrt - Astrophysik - Teilchenphysik
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen.
25.03.2021
Quantenoptik
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
24.03.2021
Schwarze_Löcher - Elektrodynamik
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Astrophysik
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.