Milarit


Milarit

Milarit
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Milarit Kristall, Fundort: Kanton Graubünden, Schweiz
Chemische Formel

KCa2AlBe2Si12O30 · x H2O

Mineralklasse Silikate und Germanate
9.CM.05 (8. Auflage: VIII/E.22) nach Strunz
63.02.01a.12 nach Dana
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin
Farbe farblos, gelblich, grünlich
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6
Dichte (g/cm3) 2,6
Glanz Glasglanz
Transparenz durchscheinend
Bruch muschelig, spröd
Spaltbarkeit keine
Habitus säulige Kristalle
Häufige Kristallflächen hexagonales Prisma
Weitere Eigenschaften
Ähnliche Minerale Osumilith
Besondere Kennzeichen Lumineszenz

Milarit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Silikate und der Ordnung der Ringsilikate (Cyclosilikate) mit der chemischen Formel KCa2AlBe2Si12O30 · x H2O. Der Wassergehalt x beträgt etwa 0,5-0,75 Formeleinheiten H2O. Milarit ist der Namensgeber für eine Gruppe von strukturell ähnlichen Mineralen, der Milaritgruppe bzw. Milarit-Osumilith-Gruppe.

Milarit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt meist säulige oder prismatische Kristalle, die farblos sind oder leicht gelb bis grün gefärbt sein können.

Etymologie und Geschichte

Der Name des in den 1870er Jahren entdeckten Milarits leitet sich von der Lokalität Val Milá im Tujetsch/Kanton Graubünden (Schweiz) ab, welche ursprünglich für den Erstfundort gehalten wurde. Allerdings stellte sich heraus, dass die damals untersuchte Probe aus dem unmittelbar westlich angrenzenden Val Giuv stammte [1]. Seither wurden weltweit zahlreiche Fundstellen bekannt. Doch ist zu vermuten, dass Milarit weit häufiger auftritt als bisher angenommen, da er aufgrund seines Aussehens (Kristalltracht, -habitus, Farbe), seiner physikalischen Eigenschaften und der typischen Paragenese leicht mit Apatit oder gar mit Quarz (Bergkristall) verwechselt werden kann und daher möglicherweise oft übersehen wird [2].

Bildung und Fundorte

Milarit ist ein ausgesprochenes Niederdruckmineral und wird bei Temperaturen von ca. 250-200 °C und dem Vorhandensein alkalischer Fluide gebildet [2]. Milarit tritt daher in spätmagmatisch entstandenen Gesteinen wie Pegmatiten und Miarolen in Plutoniten, in hydrothermalen Erzlagerstätten sowie als alpines Kluftmineral auf. Auch als Alterationsprodukt anderer Berylliumminerale ist Milarit bekannt [2].
Klassische Fundorte von Milarit liegen in den zentralen Schweizer Alpen, z.B. im Gebiet des Vorderrheintals (Val Giuv, Val Strem, Val Val [3]), am Tysfjord in Norwegen [4] und in Namibia (Rössing-Mine [5]).

Verwendung

Die Nutzung von Milarit beschränkt sich auf die gelegentliche Verarbeitung zu Schmucksteinen. Vom Vorkommen der Rössing-Mine in Namibia ist Milarit in Edelsteinqualität bekannt [5][6].

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Strübel G. & Zimmer S.H. (1991): Lexikon der Minerale. Enke Verlag, Stuttgart. ISBN 3-432-92722-3
  2. 2,0 2,1 2,2 Hawthorne F.C., Kimata M., Černý P, Ball N, Rossman G.R. & Grice J.D. (1991): The crystal chemistry of the milarite-group minerals. American Mineralogist 76, S. 1836-1856.
  3. Stalder H.A., Wagner A., Graeser S. & Stuker P. (1998): Mineralienlexikon der Schweiz. Wepf (Basel).
  4. Husdal T. (2008): The minerals of the pegmatites within the Tysfjord granite, northern Norway. Norsk Bergverksmuseum skrift 38, 5-28
  5. 5,0 5,1 Moore T.P. (2004): Alpine milarite. The Mineralogical Record 35, 405-418.
  6. Ramdohr P. & Strunz H. (1978): Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Aufl. Enke Verlag, Stuttgart. ISBN 3-432-82986-8

Weblinks

 Commons: Milarit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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