Mikroklin

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Mikroklin
Microcline-199473.jpg
Mikroklin mit Albitüberkrustung (Größe: 9,9 × 9,0 × 5,3 cm)
aus Papachacra, Departamento Belén, Catamarca, Argentinien
Chemische Formel

K[AlSi3O8] [1]

Mineralklasse Silikate und Germanate
9.FA.30 (8. Auflage: VIII/J.06) nach Strunz
76.01.01.05 nach Dana
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin triklin-pinakoidal 1
Farbe farblos, weiß, grau, rosa, gelb, rot, grün
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6 bis 6,5 [2]
Dichte (g/cm3) 2,54 bis 2,57 [2]
Glanz Glasglanz, Perlglanz auf den Spaltflächen
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben
Spaltbarkeit vollkommen nach {001} und {010}
Habitus prismatische Kristalle, körnige und massige Aggregate
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,514 bis 1,529 nβ = 1,518 bis 1,533 nγ = 1,521 bis 1,539
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,007 bis 0,010 ; zweiachsig negativ
Optischer Achsenwinkel 2V = gemessen: 66° bis 103°; berechnet: 80°

Mikroklin ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Gruppe der Feldspate innerhalb der Mineralklasse der Silikate mit der chemischen Formel K[AlSi3O8]. Seine Farbe schwankt von farblos, weiß bis grau, gelb, rot und grün beim Amazonit. Die durchsichtigen bis durchscheinenden, im triklinen Kristallsystem erstarrenden Kristalle haben einen glasartigen Glanz.

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Mikroklin 1830 bei Stavern in Norwegen und beschrieben durch August Breithaupt, der das Mineral nach den griechischen Worten μικρός mikrós für „klein“ und κλίνειν klin für geneigt benannte, aufgrund der Eigenschaft, dass die Spaltebenen kleine Abweichungen von 90° zeigen.

Klassifikation

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) gehört der Mikroklin zur Abteilung der Gerüstsilikate (Tektosilikate).

Die neue, überarbeitete Strunz'sche Mineralsystematik unterteilt hier allerdings inzwischen präziser nach der Ab- bzw. Anwesenheit von zeolithischem Kristallwasser und eventuell vorhandenen, weiteren Anionen. Entsprechend seiner Zusammensetzung, die außer Silicium und Aluminium keine weiteren Anionen und kein Kristallwasser enthält, findet sich der Mikroklin in der Unterabteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate) ohne zeolitisches H2O, ohne weitere Anionen“ und dort in der Feldspat-Gruppe mit der System-Nr. 9.FA.30 und den weiteren Mitgliedern Adular, Anorthoklas, Buddingtonit, Celsian, Hyalophan, Kokchetavit, Monalbit, Orthoklas, Rubiklin und Sanidin.

Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Mikroklin ebenfalls in die Klasse der Silicate, dort allerdings in die Abteilung der „Gerüstsilikate mit Al-Si-Gitter“, wo er zusammen mit Anorthoklas, Celsian, Filatovit, Hyalophan, Orthoklas, Rubiklin und Sanidin die Gruppe der „K (Na,Ba)-Feldspate“ bildet.

Varietäten und Modifikationen

Amazonit aus dem Yucca Hill, Lake George, Colorado, USA

Die Verbindung K[AlSi3O8] ist dimorph, das heißt sie tritt neben dem triklinen Mikroklin auch als monoklin kristallisierender Orthoklas auf.

Die einzige bisher bekannte Varietät ist der hell- bis dunkelgrüne Amazonit.

Bildung und Fundorte

Mikroklin bildet sich magmatisch in Granit, Pegmatit und Syenit oder metamorph in verschiedenen Gesteinen. Außerdem bildet es Metamorphosen nach Sanidin.

Weltweit konnte Mikroklin bisher (Stand: 2010) an über 3100 Fundorten nachgewiesen werden, so unter anderem in Afghanistan, Ägypten, der Antarktis, Argentinien, Armenien, Äthiopien, Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Burundi, Chile, China, Deutschland, Ecuador, Elfenbeinküste, Finnland, Frankreich, Französisch-Guayana, Griechenland, Grönland, Guinea, Guyana, Island, Indien, Israel, Italien, Japan, Kamerun, Kanada, Kasachstan, Kenia, Kirgisistan, Demokratische Republik Kongo, Nord- und Südkorea, Madagaskar, Malawi, Marokko, Mazedonien, Mexiko, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Namibia, Neuseeland, Niger, Norwegen, Österreich, Pakistan, Paraguay, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Sambia, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Simbabwe, Slowakei, Somalia, Somaliland, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Swasiland, Tadschikistan, Tansania, Thailand, Tschechien, Uganda, Ukraine, Ungarn, Usbekistan, im Vereinigten Königreich, in den Vereinigten Staaten (USA), Vietnam und Weißrussland.

Der größte je gefundene Mikroklin-Einzelkristall wurde 1981 in der Devils Hole Beryl Mine in Fremont County, Colorado, in den USA entdeckt. Der Kristall ist 49,38 Meter lang, hat einen Querschnitt von 35,97 Meter · 13,72 Meter und ein Gewicht von 15.908,89 Tonnen.

Kristallstruktur

Mikroklin kristallisiert triklin in der Raumgruppe C1 mit den Gitterparametern a = 8,59 Å; b = 12,97 Å; c = 7,22 Å; α = 90,6°; β = 116,0° und γ = 87,6° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Verwendung

Mikroklin dient als Rohstoff Keramik-, Glas- und Emailindustrie. Seine Varietät Amazonit findet als Schmuckstein Verwendung.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 694.
  2. 2,0 2,1 John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Microcline, in: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 75,9 kB)
  3. Tübinger Geowissenschaftliche Arbeiten (TGA), Kapitel Feldspäte (PDF 4,35 MB; S. 14)

Literatur

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 264.
  •  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 776, 777.

Weblinks

 Commons: Mikroklin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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