Kerbschlagfestigkeit


Kerbschlagfestigkeit

Unter Kerbschlagfestigkeit versteht man in der Mechanik eine spezifische Werkstoffeigenschaft. Sie wird oft an metallischen Werkstoffen (beispielsweise Stählen) sowie an thermoplastischen Verbundwerkstoffen bestimmt.

Verfahren

Der Kerbschlagbiegeversuch ist ein Schlagbiegeversuch und zählt zu den klassischen Festigkeitsversuchen (neben: Zugversuch, Biegeversuch, Zeitstandversuch und Dauerschwingversuch). Er ist ein zerstörender Versuch, das heißt die Probe wird von einem Pendelschlagwerk „durchschlagen“. Aus dem Gewicht des Pendels und der Differenz der Pendelausgangs- und Endlage lässt sich die verbrauchte Schlagarbeit errechnen, wobei die Schlagarbeit das Produkt aus Probenquerschnitt und Kerbschlagzähigkeit darstellt.

Probe - Prüfstück

Beim Kerbschlagbiegeversuch wird der Schlagbiegeversuch mit einer gekerbten Probe ausgeführt. In einem aus dem zu prüfenden Werkstoff hergestellten quadratischen Stab des Querschnittes 10 mal 10 mm und einer Länge von 55 mm wird in der Mitte 2 mm breit und 3 mm tief eine „Kerbe“ eingearbeitet. Der Radius des Kerbgrundes beträgt 1 mm. Der Probestab wird frei ohne Einspannung an seinen Enden in das Pendelschlagwerk eingelegt. Das frei fallende Pendel durchschlägt die Probe mit seiner Schneide genau hinter der Kerbe. Andere Ausführungen der Probe sind möglich, sie sind nach DIN 50115 beschrieben

Der beim Versuch auftretende Spannungszustand ist auf Grund der Kerbe mehrachsig. Bei kubisch-raumzentrierten Materialien steigt mit höherer Temperatur auch die Kerbschlagzähigkeit, sie sind dann duktil.