Javanisches Patschuli

Erweiterte Suche

Javanisches Patschuli
Javanisches Patschuli (Pogostemon heyneanus)

Javanisches Patschuli (Pogostemon heyneanus)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Gattung: Patschuli (Pogostemon)
Art: Javanisches Patschuli
Wissenschaftlicher Name
Pogostemon heyneanus
Benth.

Der Javanische Patschuli (Pogostemon heyneanus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pogostemon in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die in Südasien heimische Art ist ein bedeutender Rohstoff für die Gewinnung von Patschuli-Öl.

Beschreibung

Der Javanische Patschuli ist ein schwach verholzender Halbstrauch, mit einem festen, kantigen Stängel, besetzt mit vierzelligen, rund 500 Mikrometer langen Haaren. Seine eiförmigen Laubblätter sind bis zu 8,5 Zentimeter lang und 4,5 Zentimeter breit, mit keilförmigem Blattgrund und am äußersten Ende spitz zulaufend sowie doppelt gezähntem Blattrand, die Haare sind vierzellig und rund 460 Mikrometer lang. Der rund 32 Millimeter lange Blattstiel ist mit vierzelligen, rund 350 Mikrometer langen Haaren besetzt. [1]

Der Blütenstand ist eine endständige und rund 70 Millimeter lange Ähre mit mehr als zwei zusätzlichen seitlichen Ähren, unterhalb in lockerer, oberhalb in dichter Anordnung und mit vierzelligen, rund 350 Mikrometern langen Haaren besetzt. Die 3 bis 5 Millimeter langen und 0,8 bis 3 Millimeter breiten Tragblätter sind eiförmig bis lanzettlich und ganzrandig oder unscheinbar gezähnt. [1]

Der röhrenförmige, fünfnervige Kelch ist rund 4,3 Millimeter lang und 3,1 Millimeter breit, die Außenseite und der obere Teil der Innenseite der Röhre sind behaart. Die Kelchzähne sind bewimpert, rund 1,2 bis 1,4 Millimeter lang und am Ansatz 0,4 bis 0,6 Millimeter breit. Die äußeren Haare sind dreizellig und rund 312 Mikrometer lang. Die Krone ist bis zu 4,8 Millimeter lang, die Unterlippe ist rund 1,6 Millimeter lang und 0,9 Millimeter breit, die Oberlippe hat einen Durchmesser von rund 1,5 Millimeter, der behaarte Mittellappen ist 0,9 Millimeter lang und 0,3 Millimeter breit. Die zum Ansatz hin unbehaarten, 3,7 bis 4,3 Millimeter langen Staubfäden setzen rund 1,7 Millimeter tief in der Kronröhre an und ragen rund 1,2 Millimeter über die Blüte hinaus. Der Griffel ist rund 5,6 Millimeter lang, die Narbenlappen messen 0,6 bis 0,7 Millimeter, der Diskus ist rund 0,7 Millimeter lang. [1]

Die je vier Nüsschen sind 500 Mikrometer lang und 400 Mikrometer breit und rund, ihre Oberfläche netzförmig und gepunktet. [1]

Verbreitung

Das Javanische Patschuli stammt aus dem südlichen Asien, sein Verbreitungsgebiet reicht von Indien und Sri Lanka bis Indonesien (Sumatra und Java). Auf den Seychellen ist sie vermutlich eingebürgert, dort findet sie sich beispielsweise entlang von Pfaden im Dschungel. [1]

Systematik und botanische Geschichte

Die Art wurde 1821 von Albrecht Wilhelm Roth als Origanum indicum erstbeschrieben, George Bentham stellte sie dann 1830 zur Gattung Pogostemon. Sie wird zur Untergattung Pogostemon gezählt, dort gilt sie als basalste Art einer Klade um die Typusart Pogostemon plectrantoides [2]. [1]

Verwendung

Die Art ist neben dem Indischen Patschuli eine der wichtigsten Quellen für Patschuli-Öl. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind flüchtige Terpenoide. In der indischen Volksmedizin wird Patschouli gegen Magen- und Hautbeschwerden sowie Gallenkrankheiten verwendet, in Malaysia gegen Husten und Asthma. [1]

Nachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 G. R. Bhatti, M. Ingrouille: Systematics of Pogostemon (Labiatae). In: Bulletin of the Natural History Museum. Botany series., 1997, 27 (2): 77–147.
  2. M. Ingrouille, G. Raza Bhatti: Infrageneric relationships within Pogostemon Desf. (Labiatae) In: Botanical Journal of the Linnean Society, 128:2, S. 159–183, 1998, Online

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

24.06.2021
Quantenphysik
Quantensimulation: Messung von Verschränkung vereinfacht
Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem bisher kaum zugängliche Größen in Quantensystemen messbar gemacht werden können.
22.06.2021
Festkörperphysik - Teilchenphysik
Exotische Supraleiter: Das Geheimnis, das keines ist
Wie reproduzierbar sind Messungen in der Festkörperphysik? Ein Forschungsteam analysierte wichtige Messungen neu. Sie fanden heraus: Ein angeblich sensationeller Effekt existiert gar nicht.
18.06.2021
Quantenoptik
Paradoxe Wellen: Gefangene Lichtteilchen auf dem Sprung
Physikern ist es gelungen, ein neuartiges Verhalten von Lichtwellen zu beobachten, bei welchem Licht durch eine neue Art von Unordnung auf kleinste Raumbereiche begrenzt wird.
14.06.2021
Festkörperphysik - Quantenphysik
Isolatoren bringen Quantenbits zum Schwitzen
Schwachleitende oder nichtleitende Materialien haben Innsbrucker Physiker als wichtige Quelle für Störungen in Ionenfallen-Quantencomputern identifiziert.
18.06.2021
Quantenphysik
Fürs Rechenzentrum: bisher kompaktester Quantencomputer
Quantencomputer waren bislang Einzelanfertigungen, die ganze Forschungslabore füllten.
16.06.2021
Sterne
Helligkeitseinbruch von Beteigeuze
Als der helle, orangefarbene Stern Beteigeuze im Sternbild Orion Ende 2019 und Anfang 2020 merklich dunkler wurde, war die Astronomie-Gemeinschaft verblüfft.
15.06.2021
Festkörperphysik - Quantenphysik - Teilchenphysik
Das Elektronenkarussell
Die Photoemission ist eine Eigenschaft unter anderem von Metallen, die Elektronen aussenden, wenn sie mit Licht bestrahlt werden.
15.06.2021
Festkörperphysik - Quantenoptik
Ultrakurze Verzögerung
Trifft Licht auf Materie geht das an deren Elektronen nicht spurlos vorüber.
14.06.2021
Galaxien
Entdeckung der größten Rotationsbewegung im Universum
D
11.06.2021
Sonnensysteme - Planeten - Sterne
Die Taktgeber der Sonne
Nicht nur der prägnante 11-Jahres-Zyklus, auch alle weiteren periodischen Aktivitätsschwankungen der Sonne können durch Anziehungskräfte der Planeten getaktet sein.