GlaxoSmithKline


GlaxoSmithKline

GlaxoSmithKline plc.
Rechtsform Public limited company
ISIN GB0009252882
Gründung 2000
Sitz London, Vereinigtes Königreich

Leitung

  • Christopher Gent, Vorsitzender
  • Andrew Witty, CEO
Mitarbeiter 97,389 (2011)[1]
Umsatz 27,4 Mrd. GBP (2011)[1]
Branche Pharma
Produkte Medikamente, Impfstoffe, Hygieneartikel
Website www.gsk.com
Konzernzentrale in London
GlaxoSmithKline, ehemalige Administration in Hamburg
GSK Bio in Dresden
GlaxoSmithKline-Fabrik in Ulverston, Cumbria, England, 2008

Die GlaxoSmithKline plc. (GSK) ist ein britisches Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in London und derzeit weltweit das sechstgrößte Pharmaunternehmen.[2][3] Das Unternehmen hat weitere Produktionsstätten in Europa sowie in Nordamerika und Asien. Außer Arzneimitteln und Impfstoffen werden auch Gesundheitsprodukte und Hygieneartikel hergestellt.

Unternehmensprofil

Die GlaxoSmithKline plc. ist mit etwa 100.000 Mitarbeitern der sechstgrößte Pharmakonzerne der Welt. Das Unternehmen gibt für 2011 27,4 Mrd. Britische Pfund als Umsatz (Vorjahr: 28,4 Mrd) an. Die Gewinne vor Steuern (operating profit) lagen 2011 bei 7,9 Milliarden Britische Pfund (Vorjahr: 8,6 Mrd). Die Ausgaben für R&D lagen bei 4.0 Milliarden Britische Pfund.[1]

Der Konzern investiert in eigene Forschung, um neue Medikamentenwirkstoffe zu entwickeln. Nach eigenen Angaben arbeitet jeder sechste Mitarbeiter im Bereich Forschung, und es werden täglich 13 Millionen Euro dafür investiert.[4] Die Forschungsanstrengungen richten sich auch auf Krankheiten, die vorwiegend in unterentwickelten Ländern verbreitet sind. GSK nimmt daher für sich in Anspruch, neben dem vorrangigen Unternehmenszweck der Gewinnerzielung auch humanitäre Ziele zu verfolgen. Der Unternehmenswahlspruch lautet "do more, feel better, live longer".

GlaxoSmithKline ist unter anderem an der NYSE und der LSE gelistet. Der CEO ist Andrew Witty und Aufsichtsrats Vorsitzender ist Sir Christopher Gent.

In Deutschland hat das Unternehmen Standorte in Bad Oldesloe, Berlin, Bühl, Dresden (GlaxoSmithKline Biologicals Dresden), Hamburg, Herrenberg, Heidelberg (Boxberg) und München.

Unternehmensbereiche

GlaxoSmithKline gliedert sich nach den hergestellten Produkten in drei Bereiche:

  • GSK Pharma stellt Medikamente zur Therapie von Krankheiten her
  • GSK Biologicals (GSK Bio) stellt Impfstoffe zur Prophylaxe vor Krankheiten her
  • GSK Consumer Healthcare stellt Gesundheitsprodukte, Hygieneartikel her

Geschichte

Im Dezember 2000 ist die GlaxoSmithKline plc. aus der Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham entstanden. Wie auch andere forschende Pharmaunternehmen arbeitet GSK hart daran, seine Patente auf chemischen Formeln und ihre Markenrechte zu schützen. So zog GSK 2002 vor Gericht, um ein Patent auf Amoxicillin und 2003 auf Paroxetin zu schützen; beide Verfahren wurden aber verloren.

Auf der Aktionärsversammlung am 19. Mai 2003 verweigerten die Aktionäre die Auszahlung von 22 Millionen Pfund als Bonus an Jean-Pierre Garnier. Das war das erste Mal, dass Aktionäre sich so gegen einen großen britischen Konzern wehrten. Es gilt als Wendepunkt beim Kampf der Aktionäre gegen die überhöhten Boni für Vorstände.

Im Juni 2004 stand GSK vor Gericht und musste sich gegen den Vorwurf verteidigen, klinische Studien zu verhindern. Diese Studien sollten zeigen, ob der gegen Depressionen eingesetzte Wirkstoff Paroxetin tatsächlich effektiver ist als Placebos, oder im Gegenteil das Selbstmordrisiko junger Menschen, die an Depressionen leiden, erhöht. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Ebenfalls sendete BBC am 30. November 2004 einen Bericht demzufolge GlaxoSmithKline plc. in New Yorker Kinderheimen an HIV-positiv getesteten Kindern unerprobte Medikamente anwendete.[5][6]

In dem Bemühen, die Transparenz von klinischen Studien zu erhöhen, hat GSK als erstes Pharmaunternehmen 2004 damit begonnen, die Ergebnisse von klinischen Studien mit detaillierten Daten im Internet zu veröffentlichen. Im sogenannten Clinical Trials Register[7] werden sukzessive Daten von allen Studien zu GSK-Produkten veröffentlicht, die der Konzern selbst durchgeführt oder finanziell unterstützt hat. Dies ist unabhängig davon, ob die Studienergebnisse ‚opportun‘ waren.

2009 gründete GlaxoSmithKline mit Pfizer ein Joint-Venture für HIV-Medizin. Somit bündelten die beiden Unternehmen Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten gegen das Immunschwächevirus. Durch die Kooperation der Pharmakonzerne werden die hohen Kosten, die auf dem Gebiet der HIV- und AIDS-Forschung anfallen, geteilt.[8] Noch im Frühjahr des gleichen Jahres übernahm GlaxoSmithKline den US-Hautpflegehersteller Stiefel Laboratories für bis zu 3,6 Mrd. Dollar. GSK zahlte 2,9 Mrd. Dollar bar und übernahm zusätzlich Stiefels Schulden.[9]

Im Februar 2010 versuchte der GlaxoSmithKline-Forschungsleiter Slaoui die Veröffentlichung eines kritischen Artikels[10] über Rosiglitazon im European Heart Journal zu verhindern.[11] Im Juli wurde GSK in einem Brief des US-amerikanischen Senate Finance Committee beschuldigt, Informationen über Probleme mit diesem Medikament nicht zeitgerecht veröffentlicht zu haben.[12]Im Sommer 2012 wird der Sitz in London zu einem akkreditierten Laboratorium für Dopingtests während der Olympischen Sommerspielen umfunktioniert. Im Juli 2012 wird das Unternehmen zu einer Strafe von 3 Milliarden Dollar verurteilt.[13] Das US-amerikanische Unternehmen Human Genome Sciences wird im Juli von GlaxoSmithKline übernommen. [14]

Produkte

Medikamente

Auswahl von Medikamente (Wirkstoff in Klammern) mit Anwendungsgebiet:

Impfstoffe

Der Bereich von GSK, der sich mit der Impfstoffproduktion beschäftigt, nennt sich GSK Biologicals (GSK Bio) mit Hauptsitz in Rixensart, Belgien. In Dresden betreibt das Unternehmen das ehemalige Sächsische Serumwerk. Dort produzierte GSK Bio im Jahre 2007 70 Millionen Dosen Grippeimpfstoff und erreichte damit einen Weltmarktanteil von 14 Prozent.[15]

Insgesamt werden 30 zugelassene Impfstoffe hergestellt, und weitere 20 befinden sich in der Entwicklung[16].

Handelsnamen (Auswahl):

  • Havrix gegen Hepatitis A
  • Twinrix™ gegen Hepatitis A und B
  • Fluarix gegen Grippe
  • Cervarix gegen humanen Papillomaviren, welche Gebärmutterhalskrebs auslösen können
  • Pandemrix gegen durch Influenzaviren vom Typ H1N1 ausgelöste Grippe
  • Boostrix® gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis
  • Boostrix® Polio gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis
  • Priorix® gegen Masern, Mumps und Röteln

Gesundheitsprodukte und Hygieneartikel (Auswahl)

  • Abtei – Produktlinie von Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminpräparaten und weiteren Gesundheitsprodukten
  • Besser Atmen – Nasenpflaster gegen Schnarchen
  • Cetebe – Produktlinie von Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln zur Vorbeugung vor und Behandlung von Erkältungskrankheiten
  • Corega – Gebissreiniger und Haftcreme
  • Dr. Best – Zahnbürsten
  • Lactacyd Femina – Intimpflegeprodukte
  • Lucozade – Energy-Drink
  • Naaprep – Nasentropfen und Nasenspray
  • Odol – Mundpflegeserie
  • Parodontax – Zahnpasta
  • Sensodyne – Zahnpasta, Zahnbürsten, Mundspülung, Zahnseide
  • Settima – Zahnpasta

Weblinks

 Commons: GlaxoSmithKline – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 GSK Annual Report 2011
  2. Ranks the world's largest pharmaceutical companies by global sales of prescription drugs, Pharm Exec's Top 50 Pharma Companies 2011
  3. Ausgewählte Marktinformationen zum Thema „Unternehmensranking im deutschen und internationalen Vergleich“, IMS: Einjahreszeitraum Juli 2010 bis Juni 2011
  4. glaxosmithkline.de: Forschung
  5. BBC-Bericht vom 30. November 2004 zur Anwendung von nichterprobten Medikamenten and Kindern
  6. Freace.de deutsche Zusammenfassung des BBC-Berichtes
  7. Clinical Trials Register
  8. GlaxoSmithKline und Pfizer gründen Joint-Venture für HIV-Medizin
  9. GlaxoSmithKline übernimmt US-Hautspezialist Stiefel
  10. Nissen SE: The rise and fall of rosiglitazone. In: Eur. Heart J.. 31, Nr. 7, April 2010, S. 773–6. doi:10.1093/eurheartj/ehq016. PMID 20154334.
  11. Lüscher TF, Landmesser U, Ruschitzka F: Standing firm--the European Heart Journal, scientific controversies and the industry. In: Eur. Heart J.. 31, Nr. 10, Mai 2010, S. 1157–8. doi:10.1093/eurheartj/ehq127. PMID 20418345.
  12. Max Baucus, Chuck Grassley: Finance Committee Letter to the FDA Regarding Avandia. United States Senate Committee on Finance, 12. Juli 2010, abgerufen am 24. August 2010.
  13. Bloomberg: GlaxoSmithKline Agrees to Pay $3 Billion in U.S. Drug Settlement
  14. Financial Times Deutschland: Arzneimittelhersteller Human Genome stimmt Übernahme durch GlaxoSmithKline zu
  15. Zeitungsbericht vom 20. Juli 2008
  16. innovations-report.de: Unternehmensmeldung 16. Oktober 2006
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