Evaporit

Evaporit

Israel.
Utah.

Evaporit (von lat. evaporare = dt. ausdünsten) bezeichnet Verdampfungs- und Eindunstungsgestein, das als chemisches Sediment überwiegend in der kontinentalen Erdkruste vorkommt und das sich durch fortschreitende Wasserverdunstung (Evaporation) aus Meerwasser in der Reihenfolge zunehmender Löslichkeit bildet. Es lagert sich bei fortschreitender Verdunstung des Wassers im ariden Klima in einem Meeres- oder Seebecken ab.

Zu den Bestandteilen von Evaporiten zählen unter Anderen:

Diese setzen sich in der angegebenen Reihenfolge (vom schlecht löslichen zum leicht löslichen) bei fortschreitender Verdunstung des Wassers am Beckenboden ab. Diese Abfolge kann sich mehrfach, zum Teil auch unvollständig, wiederholen.

Obwohl im verdampfenden Wasser verschiedene Salze gelöst sind, kommen Halit-Gesteine recht rein vor, da die verschiedenen Salze verschiedene Löslichkeiten (quantifiziert als Löslichkeitsprodukte) besitzen. Die Salze erreichen deshalb bei verschiedenen Konzentrationen Lösungssättigung und fallen daher bei Erreichen unterschiedlich hoher Konzentration aus. Aus diesem Grund kommt z. B. in Süddeutschland Anhydrit über Steinsalz vor.

Dicke Schichten aus dem gleichen Salz können entstehen, wenn regelmäßig neues Wasser mit gelösten Salzen, z. B. über eine Landbrücke tritt und einen Binnensee wieder auffüllt. Dabei werden die bereits abgelagerten Schichten teilweise oder vollständig wieder gelöst, bis erneut eine gesättigte Lösung entstanden ist (oder die abgelagerten Schichten verbraucht sind) und beim weiteren Verdampfen sich wiederum zuerst die Salze absetzen, die in der Lösung am gesättigsten vorliegen.

Diese Prozesse werden auch in Meerwassersalinen als Methode zur Gewinnung von Meersalz benutzt, indem Meerwasser in flache Becken gepumpt und dort durch die Sonneneinstrahlung verdampft wird. Dabei werden die Becken regelmäßig mit weiterem Meerwasser aufgefüllt, bis Meersalz ausfällt. Dieses wird dann entnommen und getrocknet.

Literatur

  • Rudolf Hohl (Hrsg.): Die Entwicklungsgeschichte der Erde. 6. Auflage. Werner Dausien Verlag, Hanau 1985, ISBN 3-768-46526-8, S. 483ff.