Balkanit


Balkanit

Balkanit
Andere Namen
  • IMA 1971-009
Chemische Formel

Cu9Ag5HgS8

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze - Sulfide mit Me:S,Se,Te > 1:1
2.BD.15 (8. Auflage: II/B.09) nach Strunz
02.16.07.01 nach Dana
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 222, mm2 oder 2/m 2/m 2/m
Farbe stahlgrau, poliert hellgrau
Strichfarbe
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 6,32 g/cm
Glanz metallisch
Transparenz undurchsichtig
Bruch
Spaltbarkeit fehlt
Habitus
Zwillingsbildung streifenförmig, häufig

Balkanit ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze, genauer der Sulfide mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von kleiner 1:1. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu9Ag5HgS8 und entwickelt bis zu 3 mm große graue Körner. Auch stäbchenförmige prismatische Kristalle bis zu 0,2 mm Länge auf anderen Mineralen, wie Barit, Bornit oder Chalkosin sind gefunden worden.

Etymologie und Geschichte

Balkanit wurde erstmal 1961-1962 in der Typlokalität, der Sedmochislenitsi-Mine in Wraza (Bulgarien) gefunden. Nachdem es erst für ein unbekanntes Silbermineral gehalten wurde, konnte Vasil Atanassov 1971 die korrekte chemische Zusammensetzung bestimmen. Er benannte das neue Mineral nach dem Balkan-Gebirge, in dem die Typlokalität liegt.

Klassifikation

Balkanit wird in der Systematik nach Strunz zu den Sulfiden und Sulfosalzen, die ein Verhältnis von Metall zu Schwefel von größer 1:1 besitzen, gezählt. In der 9. Auflage der Systematik wird zusätzlich nach den Kationen unterschieden, hier wird Balkanit als Sulfid mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von 1:1 und enthaltenem Quecksilber oder Thallium klassifiziert. Es bildet dabei mit Danielsit Gruppe. In der 8. Auflage umfasst die Gruppe um Balkanit neben diesem Mineral noch Danielsit, Furutobeit und Schlemait.

Nach der Systematik nach Dana gehört Hessit zu den Sulfiden mit verschiedenen Verhältnisformeln und bildet dabei mit Danielsit eine Untergruppe.[1]

Bildung und Fundorte

Balkanit bildet sich in hydrothermal bei nicht zu hohen Temperaturen. In Kupferlagerstätten kann es durch Verdrängung von Bornit oder Tennantit bilden. Minerale, die sich auf ähnliche Weise bilden und mit denen Balkanit auch vergesellschaftet vorliegt, sind Chalkosin und Chalcopyrit. Weitere vergesellschaftete Minerale sind unter anderem Djurleit, Digenit, Stromeyerit, Rammelsbergit, Bismut und Cinnabarit.[2]

Es sind bisher nur wenige Fundstellen bekannt. Neben der Typlokalität in Bulgarien ist Balkanit im US-Bundesstaat Nevada, bei Leogang in Österreich und auf Sardinien (Italien) gefunden worden.[3]

Kristallstruktur

Balkanit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe P222, Pmm2 oder Pmmm mit den Gitterparametern a = 10,62 Å, b = 9,42 Å und c = 3,92 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  2. Mineraliendatenblatt Balkanit (engl., pdf)
  3. Balkanite bei mindat.org

Literatur

  • W. A. Atanassow, G.N. Kirow: Balkanite, Cu9Ag5,HgS8, A New Mineral from the Sedmochislenitsi Mine, Bulgaria. In: American Mineralogist. 1973, 58, S. 11-15 pdf.
  • Balkanit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks