Armodafinil

Armodafinil

Strukturformel
Armodafinil Formula V.1.svg
Allgemeines
Freiname Armodafinil
Andere Namen
  • IUPAC: (R)-2-[(Diphenylmethyl)sulfinyl]acetamid
  • (R)-(–)-2-[(Diphenylmethyl)sulfinyl]acetamid
  • Latein: Armodafinilum
Summenformel C15H15NO2S
CAS-Nummer 112111-43-0
PubChem 9690109
ATC-Code

N06BA

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Psychostimulans

Verschreibungspflichtig: Ja (C IV) (USA)
Eigenschaften
Molare Masse 273,35 g·mol−1
Schmelzpunkt

158–159 °C [1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar

H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Armodafinil (Handelsname Nuvigil® (USA); Hersteller Cephalon) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Psychostimulantien, der sich in der Molekülstruktur von den Amphetamin-artigen Stimulanzien deutlich unterscheidet. Es ist das (R)-Enantiomer des Racemats Modafinil und wurde am 15. Juni 2007 von der Food and Drug Administration (FDA) in den USA zugelassen.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Der Arzneistoff ist in den USA zugelassen zur Behandlung der übermäßigen Tagesschläfrigkeit bei Patienten ab 18 Jahren in Verbindung mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), einer Narkolepsie oder einem Schichtarbeiter-Syndrom[3].

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Armodafinil wird über Cytochrom P450 3A4 verstoffwechselt und induziert darüber hinaus bestimmte Subtypen der Cytochrom P450-Enzymfamilie. Es besteht die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Arzneimitteln, die ihrerseits die gleichen Cytochrom P450-Subtypen entweder induzieren oder darüber verstoffwechselt werden. Dazu gehören insbesondere orale Kontrazeptiva, Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Antikonvulsiva), blutgerinnungshemmende Mittel (Antikoagulanzien), Antidepressiva oder das Immunsuppressivum Ciclosporin.

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)

Als häufigste Nebenwirkungen wurden beobachtet: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schlafstörungen. Armodafinil kann leichte allergische Reaktionen wie Hautausschläge oder Heuschnupfen hervorrufen. Schwere allergische Hautreaktionen, wie sie bei der racemischen Form Modafinil beobachtet wurden, einschließlich des Stevens-Johnson-Syndrom, sind nicht auszuschließen und erfordern den sofortigen Abbruch der Behandlung[3].

Pharmakologische Eigenschaften

Wirkungsmechanismus (Pharmakodynamik)

Armodafinil erhöht den Wachzustand bei Patienten, die an übermäßiger Schläfrigkeit leiden. Es entfaltet seine Wirkung über Beeinflussung von bestimmten Neurotransmitterrezeptoren und stimuliert den Sympathikus. Der genaue Wirkungsmechanismus ist, wie bei Modafinil auch, unbekannt. In vitro konnte weder eine direkte noch eine indirekte Wirkung als α1-Adrenozeptor- oder Dopaminrezeptor-Agonist nachgewiesen werden. Die Fähigkeit von Armodafinil, den Wachzustand aufrechtzuerhalten, ähnelt der des Amphetamin und dessen Abkömmling Methylphenidat, auch wenn es sich von diesen im pharmakologischen Profil unterscheidet[3].

Pharmakokinetik

Die Halbwertszeiten der beiden Enantiomere unterscheiden sich um den Faktor 3 voneinander. Die Pharmakokinetik von Armadofinil ist im Bereich 50 bis 400 mg dosisunabhängig und linear. Der Wirkstoff wird rasch resorbiert und in der Leber zu zwei Hauptmetaboliten verstoffwechselt. Armadofinil und seine Metaboliten werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz sollte die Dosis reduziert werden[3].

Sonstige Informationen

Geschichtliches

Armodafinil wurde um 2004 von dem Pharma-Unternehmen Cephalon entwickelt. Am 15. Juni 2007 erhielt das Medikament die Zulassung durch die Food and Drug Administration. Armodafinil ist bis 2023 durch ein US-Patent geschützt. [4]

Einzelnachweise

  1. Osorio-Lozada, A.; Prisinzano, T.; Olivo, F.: Synthesis and determination of the absolute stereochemistry of the enantiomers of afrafinil and modafinil; Tetrahedron Asym 15 (2004) 3811-3815 doi:10.1016/j.tetasy.2004.10.019
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 FDA Approved Labeling Text for Nuvigil (armodafinil) Tablets
  4. Jörg Auf dem Hövel: Gehirn-Doping: Augen geradeaus Telepolis, 23. Oktober 2007.

Literatur

  • Patent US2006135621: Method for the production of crystalline forms of optical enantiomers of modafinil. Veröffentlicht am 22. Juni 2006.

Weblinks

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