Aluminiumhydroxychlorid

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Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel
Allgemeines
Name Aluminiumhydroxychlorid
Andere Namen
  • Aluminiumchlorhydrat
  • Basisches Aluminiumchlorid
  • Aluminiumchlorid, basisch
  • Aluminiumchlorohydrat (INCI)
  • Dialuminii chloridum pentahydroxidum (Latein)
  • Aluminum oxychloride (englisch)
Summenformel Stoffgemisch
CAS-Nummer
  • 1327-41-9
  • 11097-68-0
  • 84861-98-3
PubChem 6328160
ATC-Code

M05BX02

Eigenschaften
Molare Masse nicht angebbar, da Stoffgemisch
Aggregatzustand

fest

Dichte

~1,34 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

~80 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser: 500 g·l−1 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]

für die wässrige 20–30 %-ige Lösung

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-319
P: 264-​280-​302+352-​332+313-​362-​305+351+338-​337+313Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4]für die wässrige 20–30 %-ige Lösung[2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34
S: 26-36/37/39-45
LD50

> 2000 mg·kg−1 (Ratte, p.o.)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht vorhanden

Die Aluminiumhydroxychlorid ein Stoffgemisch von Salzen mit der Zusammensetzung AlnCl(3n−m)(OH)m, beispielsweise Al2Cl(OH)5. Sie werden in der Regel als Gemisch von praktisch nicht isolierbaren Einzelverbindungen produziert und eingesetzt, beispielsweise in schweißreduzierenden Kosmetik- und Körperpflegeprodukten, sowie in der Abwasserbehandlung.

Verwendung

Aluminiumhydroxychlorid ist als „High Production Volume Chemical“ eingestuft. Das Substanzgemisch wird unter anderem in der Papier- und Textilindustrie sowie in der Wasseraufbereitung als Flockungs- und Sedimentationsmittel, sowie in der Kosmetikindustrie als Antitranspirant eingesetzt.[1]

Wirkung und Gefahren

Auf die Haut aufgebracht, verengt das Aluminium durch Denaturierung von Proteinen der Hautzellen die Poren und vermindert so die Schweißbildung. Aluminiumhydroxychlorid kann dadurch als Nebeneffekt zu toxischen Hautreizungen, Entzündungen der Drüsen und Granulomen führen.

Aluminiumhydroxychlorid in Deodorants wird verdächtigt, Brustkrebs auszulösen, obwohl die Aufnahme in die Zellen ungeklärt ist.[5] Eine Arbeit aus dem Jahr 2008, bei der die bisherigen Untersuchungen zu diesem Thema zusammengefasst wurden, kommt zu dem Schluss, dass es keine wissenschaftlichen Nachweise für diese Behauptung gibt.[6]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 IUCLID Dataset
  2. 2,0 2,1 Eintrag zu Aluminiumhydroxychlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Juli 2008 (JavaScript erforderlich)
  3. 3,0 3,1 Oker-Chemie: 20-30%ige Lösung von Aluminiumhydroxychlorid
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. P. D. Darbre: Aluminium, antiperspirants and breast cancer. J. Inorg. Biochem. (2005) 99(9): S. 1912-1919 PMID 16045991
  6. Namer M, Luporsi E, Gligorov J, Lokiec F, Spielmann M.: The use of deodorants/antiperspirants does not constitute a risk factor for breast cancer. Centre Antoine-Lacassagne, Nice, France.(2008) PMID 18829420

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